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Förderkreis Abteigarten Kornelimünster e.V. © 2021 Inhaltsverzeichnis Tabellen




Die Chroniken der Gemeinde Walheim (Version 1.05 vom 6.7.2021)


Die 3 Chroniken-Bände wurden von der Gemeindeverwaltung Kornelimünster-Walheim zur Abschrift zur Verfügung gestellt.
Die 3 Chroniken-Bände befinden sich heute (12.5.2021) im Stadtarchiv Aachen.


1826 1827 1828 1829
1830 1831 1832 1833 1834 1835 1836 1837 1838 1839
1840 1841 1842 1843 1844 1845 1846 1847 1848 1849
1850 1851 1852 1853 1854 1855 1856 1857 1858 1859
1860 1861 1862 1863 1864 1865 1866 1867 1868 1869
1870 1871 1872 1873 1874 1875 1876 1877 1878 1879
1880 1881 1882 1883 1884 1885 1886 1887 1888 1889
1890

Bedienhinweise



Band–1 1826-1850


Original Chroniken aus der Zeit
[2019] Abschrift durch Förderkreis Abteigarten (im Bezirksamt Kornelimünster/Walheim)
[2021] Jetzt im Stadtarchiv Aachen, StAAc GEM 15-6

[1825] Chronik

C h r o n i k

der
Bürgermeisterei Walheim, im Kreise Aachen, Regierungs-Bezirks Aachen

Gegenwärtiges Chroniken-Buch enthält vier und sechszig Blätter, wovon das erste und letzte Blatt von dem Unterzeichneten paraphirt ist.

Walheim den 8 th December 1825.

Der Bürgermeister, Radermacher

Circular-Verfügung

Circular-Verfügung

an

die Gemeinden des Regierungs-Bezirks Aachen

Wir haben beschlossen, unter dem Namen "Chronik" in jeder Gemeinde unseres Verwaltungsbezirks ein Buch anlegen zu lassen, in welchem am Ende eines jeden Jahres in einfacher und gleichförmiger Art alles aufgezeichnet werden soll, was in dem Laufe des Jahres sich in der Gemeinde und für dieselbe Bemerkenswerthes zugetragen hat.

Der Zweck dieser Chronik geht nicht blos dahin, besonders merkwürdige und daher an sich schon der Aufbewahrung werthe Ereignisse und Begebenheiten darin getreu zu verzeichnen, sondern darin auch alljährlich Nachrichten über verschiedene bestimmte Gegenstände aufzunehmen, die, wenn sie mitunter auch einzeln für sich nicht von besonderm Werth sind, einen solchen durch fortgesetzte Aufzeichnung allmählich doch gewinnen, indem sie nach Verlauf einiger Zeit Materialien zu interessanten, der Landesverwaltung und sonst nützlichen Vergleichungen darbieten und in Verbindung mit den, über vorgekommene außergewöhnliche Ereignisse und Begebenheiten geführten Notizen, späterhin die Elemente zu einer Geschichte und Statistik des hiesigen Regierungsbezirks abgeben können.

An sämmtliche Gemeinden unseres Verwaltungsbezirks ergehet daher hiermit die Aufforderung, eine solche Chronik anzulegen, sie sorgfältig fortzuführen, gut aufzubewahren, und dabei sich überall nach der besonders ertheilten Instruction zu richten.

Wahrheit und Zuverläßigkeit in den Angaben machen ein Haupt-Erforderniß dieses Werks aus. Diese Eigenschaften dürfen demselben nirgend fehlen, daher getreue Überlieferung der aufzubewahrenden Nachrichten überall dringend empfohlen wird.

Aus der Chronik wird auch hervor- und auf die Nachkommenschaft übergehen, was die Gemeinden zu der Verbesserung ihrer mancherlei öffentlichen Anstalten, zu der Vervollkommnung ihres Kulturzustandes ?c. geleistet und durch welche Anstrengungen sie es bewirkt haben. Die Nachkommenschaft wird solche dankbar erkennen und darin einen Sporn zu rühmlicher Nachfolge finden, überhaupt aber die Sorgfalt in treuer Aufbewahrung der heimathlichen Begebenheiten der Gegenwart, gewiß stets als ein werthes Geschenk ihrer Vorfahren ehren.


Aachen, den 8. April 1825.
Königlich Preußische Regierung.

Meier    ?????
Die Chroniken der Gemeinde Walheim Wir Bürgermeister, Beigeordneter und Mitglieder des Gemeinde-Raths der Bürgermeisterei Walheimerklären und bezeugen hierdurch, daß durch die Seitens der königlichen Regierung zu Aachen unterm 8.April 1825 an sämmtliche Gemeinden des Regierungsbezirks erlassene und hier vorgeheftete Circular-Verfügung die Anlegung des gegenwärtigen Buches, betitelt:

CHRONIK DER GEMEINDE

veranlaßt ist, um zu dem in jener Verordnung angegebenen Zwecke zu dienen.

Wir werden, so lange wir an der Verwaltung der Gemeinde Walheim Theil haben, es uns pflichtmäßig angelegen seyn lassen, sowohl die vorgeschriebenen Rubriken für ständige Artikel, der Wahrheit gemäß auszufüllen, als auch sonst jährlich alles dasjenige getreu zu verzeichnen und dadurch auf unsere Nachkommenschaft zu bringen, was in dem zunächst verflossenen Jahre Bemerkenswerthes in der Gemeinde vorgekommen, und empfehlen wir unseren Nachfolgern in der Verwaltung, damit in solcher Art gewissenhaft fortzufahren.

Die Chronik enthält vier und sechzig Blätter, welche von dem Bürgermeister paraphirt sind. Sie ist in zweifacher Ausfertigung angelegt.

Ein Exemplar derselben soll in dem Archiv der Bürgermeisterei niedergelegt, das andere, zur Aufbewahrung in der Dokumenten-Kiste bei der Pfarre zu Walheim deponirt werden.

So geschehen zu Walheim am 8 ten Januar 1826

Der Bürgermeister,Jacob Radermacher , Der beigeordnete Bürgermeister Johan Siemons
Die Mitglieder des Gemeinde-Raths: Johan Wilhelm Siemons, Stoll, Bardenheuer Balthasar, Joh. Oslender, Frantz Josef Kratzenberg, Joh. Peter Schönen, Heinrich Weber, Johannes Soldierer
Einleitung

Die Gemeinde Walheim mit den von dieser Bürgermeisterei abhängenden Gemeinden ist ein Theil eines kleinen Ländchens, das Cornely-munsterland genannt, welches im Ganzen etwa 7000 Einwohnenrn zählt, und bis zur Zeit wo es unter französischer Herrschaft kam, zum deutschen Reichsbund und zum westphälischen Kreise gehörte, unter dem Schutze von Pfalz Bayern, und unter der Hoheit des hochwürdigsten Abten der Reichs=Abtey Cornely-Munster stand.

Durch das Decret der französischen Regierung welches die Länder zwischen Maas und Rhein und Rhein und Mosel der Franken Republick einverleibte, wurde das besagte Cornelymunsterländchen, ein integrirender Theil der französischen Republick, dem Roer Departement, wovon Aachen der Haupt Ort und Sitz des Prefekten war, zugetheilt, in vier Bürgermeistereien, nämlich in jenen von Cornely Munster, Walheim, Brand und Busbach eingetheilt, welche alle zum Arrondissement Aachen gehörten.

Die Bürgermeisterei Walheim bestehet sonach aus nachbenanten Gemeinden: 1 Walheim, 2 Hahn, 3 Friesenrath, 4 Schmithoff, 5 Nütheim, 6 Schleckheim, 7 Oberforstbach und Eich, welche alle zum Kanton Burtscheid gehörten.

Durch den Pariser Frieden vom 30. Mai 1814 ist das bemeldte Ländchen, mithin auch die Bürgermeisterei wider von Frankreich abgelöst, und ist gemäß der im Jahre 1815 zwischen den hohen verbündeten Mächten zu Wien stattgehabten Verhandlungen und Beschlüßen, und darauf gegründete Verträgen der Krone Preußen anerfallen, nach dem Allerhöchsten Patente ? ? Wien den 5 April 1815 Kraft welchem Se. Majestät der König von Preußen von den Ihm zugefallenen Ländern Besitz genommen, ist die Bürgermeisterei Walheim dem Großherzogthum Nieder Rhein zugetheilt, und bei erfolgter Abgrenzung des Verwaltungsbezirks der königlichen Regierung zu Aachen im Jahre 1816 dem Landkreise Aachen zugefallen, welchem selben in administrativer Hinsicht noch zugehört.

Ferner gehört sie in katholischen Kirchenwesen zur Erzbischöflichen Dioces Coeln, in Justiz-Sachen zu dem Friedens Gerichts Bezirk Burtscheid, und zum Landgerichtsbezirke Aachen, Endlich in Militairischer Hinsicht zum 25. ten Aachenschen Landwehr Regimente.

In der Bürgermeisterei gibt es zwei Hilfspfarreien, nämlich eine zu Hahn und die andere zu Walheim, nach Hahn ist Friesenrath, und nach Walheim, Schmitthoff eingepfarrt, in beiden Gemeinden, das heißt in beiden Pfarrgemeinden, besteht auch eine eigene Elementar Schule, außer diesen sind die Gemeinde Nütheim, Schleckheim, Oberforstbach und Eich nach Cornely-Munster eingepfarrt, für diese Gemeinden bestehet auch eine Elementar Schule, welche im Jahre 1824 zu Schleckheim auf der Kuheheide / mittelpunkt / nun erbaut worden ist.

Dies ist das einzige bemerkungswerthe, welches sich seit 1815 bis gegenwärtig in der Bürgermeisterei zugetragen hat.




1826

Bevölkerung
1826 m w -
Population 1056 1122 2176
Geburten 24 32
Todesfälle 24 27
Trauungen 15
geimpfte Kinder 73
Liniendienst 7 Mann
Elementarschüler 126 123
Viehbestand
Viehstand Stück
Pferde 106
Rindvieh 794
Schaafe 1050
Ziegen 20
Schweine 135
Acker Erzeugnisse
Acker ErzeugnisseMagd. MorgenBerl. ScheffelPreis pro Berl.Scheffel
Weitzen 136 1Thlr 20Sgr
Roggen 410 1Thlr 10Sgr
Gerste 98 6 29Sgr
Hafer 560 24Sgr
Spelz 50 9 24Sgr
Buchweizen 8 2 1Thlr
Rübsaamen 40 1Thlr 15Sgr
Kartoffeln 140 75 10Sgr
Preise
PREISE ThlrSgrpro
Heu 16Centner
Stroh 14Centner
Leinsaamen Berliner Scheffel
Flachs Stein
Butter 6Pfund
Käse 2Pfund
Landwolle 6Pfund
Ackerland Magd.Morgen
gut 65
mittelmäßig 37
schlecht 12
Wiesen- und Weideland
gut 72
mittelmäßig 46
schlecht 20

abgeschlossen am 31 December 1826 durch den
Gemeinderath von Walheim: Radermacher, Siemons, Knorr, Bardenheuer, Scholl, Weber, Koch



1827

Bevölkerung
1827 m w
Population 1066 1133
Geburten 27 32 0 unehelich
Todesfälle 15 32
Trauungen 17
geimpfte Kinder 72
Liniendienst 8 Mann
Elementarschüler 152 140
Viehbestand
Viehstand Stück
Pferde 111
Rindvieh 783
Schaafe 1030
Ziegen 26
Schweine 269
Acker Erzeugnisse
Acker ErzeugnisseMagd. MorgenBerl. ScheffelPreis pro Berl.Scheffel
Weitzen 145 2Thlr
Roggen 418 5 1Thlr 28Sgr
Gerste 87 6 1Thlr 10Sgr
Hafer 550 7 25Sgr
Spelz 56 10 26Sgr
Buchweizen 9 2 1Thlr 5Sgr
Rübsaamen 36 4 1Thlr 20Sgr
Kartoffeln 143 80 12Sgr
Preise
PREISE ThlrSgrpro
Heu 15Centner
Stroh 16Centner
Leinsaamen Berliner Scheffel
Flachs Stein
Butter 7Pfund
Käse 2Pfund
Landwolle 6Pfund
Ackerland Magd.Morgen
gut 48
mittelmäßig 40
schlecht 14
Wiesen- und Weideland
gut 76
mittelmäßig 48
schlecht 21

In dem Dorfe Schmithoff und in dem Gehöfte Kitzenhaus brachen im ersten Trimester des Jahres 1827 die natürlichen Menschen Blattern aus, zu Schmithoff büßten 7 bis 8 Personen, worunter sich verheirathete und Erwachsene befanden, das Leben ein.

Durch die schnelle Vaccination hat diese scheusliche Krankheit nicht weiter umgegriffen.
In gleicher Zeit wurde in dem Dorfe Oberforstbach der Milzbrand bei dem Viehe herrschend, mehr als 120 Stück, theils Hornvieh, theils Schweine und Pferde sind daran crepirt.
Gegen Mitte des Jahres verlor sich diese Seuche, und hat dieselbe in den benachbarten Gehöften und Dörfern nicht weiter fortgepflanzt.

Das Kalckbrennen hat längst der Landstraße in der Gegend von Walheim Friesenrath und Schmithoff bedeutend zugenommen, mehrere Oefen wurden erbaut und in Betrieb gesetzt, und jedennoch wurde das Bedürfnis für das angrenzende Montjoier ländchen wo izt der Kalck statt Dünger in dem kalten Boden die beste Frucht, und Viehfutter gewachsen erzeuget, noch nicht befriediget.


abgeschlossen am 31 Dezember 1827 durch den Gemeinde Rath von Walheim: Scholl, Radermacher, Bardenheuer, Knorr, Siemons, Weber, Koch



1828

Bevölkerung
1828 m w
Population 1077 1137
Geburten 24 35 2 unehelich
Todesfälle 25 19 1 über 90
Trauungen 16
geimpfte Kinder 62
Liniendienst 8 Mann
Elementarschüler 115 146
Viehbestand
Viehstand Stück
Pferde 115
Rindvieh 788
Schaafe 1059
Ziegen 30
Schweine 255
Acker Erzeugnisse
Acker ErzeugnisseMagd. MorgenBerl. ScheffelPreis pro Berl.Scheffel
Weitzen 140 4 2Thlr 5Sgr
Roggen 430 5 1Thlr 27Sgr
Gerste 90 1Thlr 12Sgr
Hafer 600 26Sgr
Spelz 60 28Sgr
Buchweizen 10 1Thlr
Rübsaamen 40 4 1Thlr 25Sgr
Kartoffeln 153 86 13Sgr
Preise
PREISE ThlrSgrpro
Heu 15Centner
Stroh 13Centner
Leinsaamen Berliner Scheffel
Flachs Stein
Butter Pfund
Käse 2Pfund
Landwolle 7Pfund
Ackerland Magd.Morgen
gut 67
mittelmäßig 42
schlecht 13
Wiesen- und Weideland
gut 76
mittelmäßig 50
schlecht 16

abgeschlossen am 31 December 1828 durch den Gemeinderath von Walheim: Radermacher, Scholl, Bardenheuer, Knorr, Weber, Koch, Siemons



1829

Bevölkerung
1829 m w
Population 1101 1113
Geburten 25 37 3unehelich
Todesfälle 38 21 0 über 90
Trauungen 12
geimpfte Kinder 63
Liniendienst 7 Mann
Elementarschüler 142 150
Viehbestand
Viehstand Stück
Pferde 142
Rindvieh 750
Schaafe 980
Ziegen 28
Schweine 230
Acker Erzeugnisse
Acker ErzeugnisseMagd. MorgenBerl. ScheffelPreis pro Berl.Scheffel
Weitzen 143 3 2Thlr 15Sgr
Roggen 495 4 2Thlr
Gerste 88 5 1Thlr 20Sgr
Hafer 630 7 27Sgr
Spelz 12 7 1Thlr 4Sgr
Buchweizen 39 4 1Thlr 4Sgr
Rübsaamen 42 3 2Thlr
Kartoffeln 148 6 15Sgr
Preise
PREISE ThlrSgrpro
Heu 25Centner
Stroh 18Centner
Leinsaamen Berliner Scheffel
Flachs Stein
Butter 9Pfund
Käse 2Pfund
Landwolle Pfund
Ackerland Magd.Morgen
gut 75
mittelmäßig 50
schlecht 15
Wiesen- und Weideland
gut 80
mittelmäßig 50
schlecht 18

Im Jahre 1829 den 20 ten Juni begann der Anbau eines neuen Schul und Gemeindehauses zu Walheim, wodurch sehr vieles Intresse, besonders für Erziehung und Unterricht bezweckt worden ist.
abgeschlossen durch den Gemeinde Rath von Walheim am 31 Dec 1829
Radermacher, Scholl, Bardenheuer, Knorr, Siemons, Weber, Koch



1830

Bevölkerung
1830 m w
Population 1104 1118
Geburten 31 33 1 unehelich
Todesfälle 24 26 0 über 90
Trauungen 13
geimpfte Kinder 62
Liniendienst 9 Mann
Elementarschüler 143 140
Viehbestand
Viehstand Stück
Pferde 115
Rindvieh 646
Schaafe 740
Ziegen 21
Schweine 180
Acker Erzeugnisse
Acker ErzeugnisseMagd. MorgenBerl. ScheffelPreis pro Berl.Scheffel
Weitzen 80 2 3Thlr 20Sgr
Roggen 300 2Thlr 25Sgr
Gerste 150 1Thlr 18Sgr
Hafer 900 8 28Sgr
Spelz 210 5 1Thlr
Buchweizen 130 7 27Sgr
Rübsaamen 3Thlr
Kartoffeln 200 90 15Sgr
Preise
PREISE ThlrSgrpro
Heu 20Centner
Stroh 19Centner
Leinsaamen Berliner Scheffel
Flachs Stein
Butter 8Pfund
Käse Pfund
Landwolle Pfund
Ackerland Magd.Morgen
gut 75
mittelmäßig 45
schlecht 14
Wiesen- und Weideland
gut 78
mittelmäßig 46
schlecht 16

Nachdem der Herr Pfarrer Joan Nicolas Servais zu Walheim bereits während sieben Jahren die Pfarre Walheim versehen und wegen kurzer Schwäche dazu sich nicht mehr im Stande fühlte, so hat er mit Ende 1831 das Pfarr-Amt niedergelegt, und ist an seiner Stelle der bisherige Mißdiener Herr Helten aus Cronenburg-zum Hülfs Pfarrer zu Walheim ernannt.

Im Laufe des Jahres 1831 wurde das Schul und Gemeindehaus zu Walheim durch den Bau-Unternehmer Joan Peter Jussen Mauermeister zu Stolberg für 1765 Thlr 22 Sgr 3 Sh, und in demselben Jahre das neue Schulhaus zu Hahn durch den Bau-Unternehmer Joan Jacob Pesch Zimmermeister zu Raeren für die Summe von 1.420 Thlr 1 Sgr 8 Sh. ausgeführt, gleichzeitig wurde an dem Schulhause zu Schleckheim ein Schuppen mit Abtritten und Stall durch den Unternehmer Joan Jacob Pesch zu Raeren für die Summe von 207 Thlr 19 SGr 11 Sh ausgeführt.

abgeschlossen durch den Gemeinde Rath von Walheim am 31 Dec 1830
Radermacher, Scholl, Bardenheuer, Knorr, Koch, Weber, Siemons



1831

Bevölkerung
1831 m w
Population 1096 1149
Geburten 32 23 3 unehelich
Todesfälle 19 30
Trauungen 13
geimpfte Kinder 54
Liniendienst 11 Mann
Elementarschüler 147 143
Viehbestand
Viehstand Stück
Pferde 101
Rindvieh 521
Schaafe 730
Ziegen 6
Schweine 136
Acker Erzeugnisse
Acker ErzeugnisseMagd. MorgenBerl. ScheffelPreis pro Berl.Scheffel
Weitzen 100 3Thlr 5Sgr
Roggen 300 2Thlr 20Sgr
Gerste 160 6 1Thlr 20Sgr
Hafer 920 10 1Thlr 5Sgr
Spelz 250 8 1Thlr 5Sgr
Buchweizen 130 8 26Sgr
Rübsaamen 10 4 2Thlr 25Sgr
Kartoffeln 180 144 15Sgr
Preise
PREISE ThlrSgrpro
Heu 18Centner
Stroh 18Centner
Leinsaamen Berliner Scheffel
Flachs Stein
Butter Pfund
Käse 3Pfund
Landwolle 8Pfund
Ackerland Magd.Morgen
gut 77
mittelmäßig 49
schlecht 15
Wiesen- und Weideland
gut 80
mittelmäßig 50
schlecht 16

abgeschlossen durch den Gemeinde Rath von Walheim am 31 Dec 1831
Radermacher, Scholl, Bardenheuer, Knorr, Koch, Weber, Siemons



1832

Bevölkerung
1832 m w
Population 1140 1118
Geburten 32 24 3 unehelich
Todesfälle 18 26 1 über 90
Trauungen 12
geimpfte Kinder 45
Liniendienst 18 Mann
Elementarschüler 149 147
Viehbestand
Viehstand Stück
Pferde 101
Rindvieh 790
Schaafe 910
Ziegen 7
Schweine 180
Acker Erzeugnisse
Acker ErzeugnisseMagd. MorgenBerl. ScheffelPreis pro Berl.Scheffel
Weitzen 105 5 2Thlr 20Sgr
Roggen 310 6 2Thlr
Gerste 155 8 1Thlr 20Sgr
Hafer 940 12 1Thlr 15Sgr
Spelz 255 10 1Thlr 10Sgr
Buchweizen 105 9 1Thlr
Rübsaamen 10 3 3Thlr
Kartoffeln 170 166 17Sgr
Preise
PREISE ThlrSgrpro
Heu 16Centner
Stroh 18Centner
Leinsaamen Berliner Scheffel
Flachs Stein
Butter 8Pfund
Käse 3Pfund
Landwolle 12Pfund
Ackerland Magd.Morgen
gut 80
mittelmäßig 50
schlecht 15
Wiesen- und Weideland
gut 80
mittelmäßig 50
schlecht 15

abgeschlossen durch den Gemeinde Rath von Walheim am 31 Dec 1832
Radermacher, Scholl, Bardenheuer, Knorr, Koch, Weber, Siemons



1833

Bevölkerung
1833 m w
Population 1109 1102
Geburten 38 38 2 unehelich
Todesfälle 39 30 0 über 90
Trauungen 17
geimpfte Kinder 60
Liniendienst 18 Mann
Elementarschüler 142 153
Viehbestand
Viehstand Stück
Pferde 103
Rindvieh 710
Schaafe 860
Ziegen 9
Schweine 210
Acker Erzeugnisse
Acker ErzeugnisseMagd. MorgenBerl. ScheffelPreis pro Berl.Scheffel
Weitzen 112 5 1Thlr 28Sgr
Roggen 320 1Thlr 18Sgr
Gerste 160 1Thlr 10Sgr
Hafer 950 10 1Thlr 6Sgr
Spelz 236 12 1Thlr 4½ Sgr
Buchweizen 95 9 25Sgr
Rübsaamen 12 3 3Thlr 5Sgr
Kartoffeln 176 167 11Sgr
Preise
PREISE ThlrSgrpro
Heu 24Centner
Stroh 26Centner
Leinsaamen Berliner Scheffel
Flachs Stein
Butter Pfund
Käse 3Pfund
Landwolle 12½Pfund
Ackerland Magd.Morgen
gut 83
mittelmäßig 52
schlecht 16
Wiesen- und Weideland
gut 83
mittelmäßig 52
schlecht 15

Während des 5 November 1833
Seine königliche Hoheit der Kronprinz von Preußen, beim höchst Ihrer Durchlaucht von Aachen über Cornely Munster nach Montjoie berührten heute Morgen gegen 10 ½ Uhr auch unser Gebiet. Es wurde Ihm hier, wie allenthalben unter großem Jubel von der sich auf der Landstraße herbei gemachten Volkesmasse die Tributen der Ehrfucht des Gehorsams und der unverbrüchlichen Treue gezollt, mehrere zur Ehre des hohen Reisenden aufgerichteten Triumfbögen waren auf der Strasse unseres Gebiets von den Einwohnern der Bürgermeisterei festlich geziert, in ein und derselben strahlten folgende Worte hervor

"Dir jauchzen die Herzen der deinigen froh entgegen"


in einem anderen

"Dir wird Verehrung gezollt in allen Gegenden, auf allen Wegen"


abgeschlossen durch den Gemeinde Rath von Walheim am 31 Xber 1833
Radermacher, Scholl, Bardenheuer, Knorr, Siemons, Weber, Koch



1834

Bevölkerung
1834 m w
Population 1115 1130
Geburten 38 36 0 unehelich
Todesfälle 27 29 0 über 90
Trauungen 21
geimpfte Kinder 64
Liniendienst 20 Mann
Elementarschüler 169 172
Viehbestand
Viehstand Stück
Pferde 112
Rindvieh 949
Schaafe 580
Ziegen 31
Schweine 490
Acker Erzeugnisse
Acker ErzeugnisseMagd. MorgenBerl. ScheffelPreis pro Berl.Scheffel
Weitzen 116 5 1Thlr 23Sgr
Roggen 321 1Thlr 7Sgr
Gerste 150 1Thlr
Hafer 960 10 24Sgr
Spelz 190 4 24Sgr
Buchweizen 80 8 20Sgr
Rübsaamen 20 5 3Thlr 10Sgr
Kartoffeln 180 150 9Sgr
Preise
PREISE ThlrSgrpro
Heu 17Centner
Stroh 12Centner
Leinsaamen Berliner Scheffel
Flachs Stein
Butter Pfund
Käse Pfund
Landwolle 12½Pfund
Ackerland Magd.Morgen
gut 80
mittelmäßig 50
schlecht 14
Wiesen- und Weideland
gut 85
mittelmäßig 54
schlecht 16

Im Laufe von 1834 wurde mit Erlaubnis des hochwürdigsten Erzbischöflichen General Vikariats die Kapelle zu Oberforstbach in honorem Sancti Rochi eingeweiht.

Die Gemeinde Oberforstbach hat sich zur Ausschmückung dieser Kapelle sehr wohltätig bezeigt.

abgeschlossen zu Walheim am 31 December 1834 der Bürgermeister und Gemeinde Rath
Bardenheuer, Kock, Scholl, Schümmer, Knorr Radermacher, Siemons, Weber, Ganser, Schümmer



1835

Bevölkerung
1835 m w
Population 1121 1139
Geburten 27 40 2 unehelich
Todesfälle 23 24 0 über 90
Trauungen 20
geimpfte Kinder 66
Liniendienst 16 Mann
Elementarschüler 156 170
Viehbestand
Viehstand Stück
Pferde 114
Rindvieh 935
Schaafe 570
Ziegen 25
Schweine 460
Acker Erzeugnisse
Acker ErzeugnisseMagd. MorgenBerl. ScheffelPreis pro Berl.Scheffel
Weitzen 115 1Thlr 22Sgr
Roggen 320 8 1Thlr 8Sgr
Gerste 145 7 1Thlr 2Sgr
Hafer 965 10½26Sgr
Spelz 170 13 26Sgr
Buchweizen 60 7 22Sgr
Rübsaamen 40 3Thlr 15Sgr
Kartoffeln 185 165 12Sgr
Preise
PREISE ThlrSgrpro
Heu 1Centner
Stroh 20Centner
Leinsaamen Berliner Scheffel
Flachs Stein
Butter 10Pfund
Käse 4Pfund
Landwolle 13Pfund
Ackerland Magd.Morgen
gut 90
mittelmäßig 60
schlecht 25
Wiesen- und Weideland
gut 90
mittelmäßig 62
schlecht 22

1835 Im Herbst hat die Oberforstbacher Gemeinde in Ihrer Kapelle eine neue Glocke beschaft, welche durch den hochwürdigen Herrn Pfarrer von Cornely Munster in honorem Sti Rochi eingesegnet worden ist.

Auch wurde während des Laufes von 1835 eine neue etwa 1600 Pfd schwere Glocke zu dem billigen Preise von 620 Thlr behufs der Pfarrkirche zu Hahn beschaft.
Ueber den Iterbach zu Schmithoff wurde in diesem Jahre auch eine neue Brücke von Steinen mittels eines Kosten Aufwand von etwa 150 Thlrn erbaut.

geschlossen zu Walheim am 31 December tausend acht hundert fünf und dreißig
Radermacher, Siemons, Knorr, Schümmer, Weber, Bardenheuer



1836

Bevölkerung table> 1836 m w Population 1101 1120 Geburten 33 45 3 unehelich Todesfälle 15 22 0 über 90 Trauungen 14 geimpfte Kinder 64 Liniendienst 18 Mann Elementarschüler 148 153
Viehbestand
Viehstand Stück
Pferde 116
Rindvieh 832
Schaafe 578
Ziegen 24
Schweine 471
Acker Erzeugnisse
Acker ErzeugnisseMagd. MorgenBerl. ScheffelPreis pro Berl.Scheffel
Weitzen 110 6 1Thlr 24Sgr
Roggen 322 1Thlr 8Sgr
Gerste 95 1Thlr 4Sgr
Hafer 970 11 28Sgr
Spelz 80 15 28Sgr
Buchweizen 45 6 24Sgr
Rübsaamen 42 2 4Thlr
Kartoffeln 193 170 14Sgr
Preise
PREISE ThlrSgrpro
Heu 1Centner
Stroh 22Centner
Leinsaamen Berliner Scheffel
Flachs Stein
Butter 10Pfund
Käse 4Pfund
Landwolle 13Pfund
Ackerland Magd.Morgen
gut 110
mittelmäßig 80
schlecht 30
Wiesen- und Weideland
gut 112
mittelmäßig 84
schlecht 22

Der bisherige Landrath des Landkreises Aachen Herr von Strauch wurde mittelst Allerhöchster Cabinets Ordre vom 7 ten Merz 1836 in den Ruhestand versetzt, bis zur definitiven Wiederbesetzung dieser Stelle wurde der Regierungs Assessor Herr Hasslacher mit der Verwaltung desselben beauftragt und mittelst Allerhöchster Ordre vom 21 November 1836 zum Landrathe des Landkreises Aachen definitiv ernannt.
geschlossen am 31 December 1836 der Bürgermeister und Gemeinde Rath
Bardenheuer, Schümmer, Ganser, Knorr, Schönen, Siemons

NACHTRAG zu 1836
In der Nacht vom 4 ten auf den 5 ten August schlug der Blitz in den Thurm der Pfarrkirche zu Walheim ohne jedoch zu zünden. Das Dach des Thurmes wurde beschädigt und aus der nördlichen Seitenwand ein unbedeutendes Stück herausgerissen. In die hierdurch entstandene Oeffnung wurde gleich nachher das Zifferblatt der ebenfalls in diesem Jahre angeschafften Thurmuhr abgebracht, für welche die Kosten durch freiwillige Beiträge der Einwohner der Pfarre Walheim aufgebracht worden sind.
Am 4 ten October passirten Ihre königliche Hoheiten der Kronprinz und der Prinz Albrecht von Preußen auf ihrer Reise von Aachen nach Trier durch die hiesige Gemeinde. Da höchstdieselben erst bei einbrechender Nacht eintrafen, so wurden sie durch Fackelträger bis zur Grenze der Gemeinde gegen Roetgen hin begleitet.




1837

Bevölkerung
1837 m w
Population 1151 1168
Geburten 30 42 1 unehelich
Todesfälle 38 30 2 über 90
Trauungen 25
geimpfte Kinder 93
Liniendienst 7 Mann
Elementarschüler 130 170
Viehbestand
Viehstand Stück
Pferde 115
Rindvieh 948
Schaafe 800
Ziegen
Schweine 314
Acker Erzeugnisse
Acker ErzeugnisseMagd. MorgenBerl. ScheffelPreis pro Berl.Scheffel
Weitzen 210 6 1Thlr 25Sgr
Roggen 530 9 1Thlr 16Sgr
Gerste 190 7 1Thlr 6Sgr
Hafer 1160 11 25Sgr
Spelz 180 15 26Sgr
Buchweizen 30 6 25Sgr
Rübsaamen 50 2 3Thlr 5Sgr
Kartoffeln 312 172 13Sgr
Preise
PREISE ThlrSgrpro
Heu 205Centner
Stroh 12Centner
Leinsaamen Berliner Scheffel
Flachs Stein
Butter Pfund
Käse 4Pfund
Landwolle 11Pfund
Ackerland Magd.Morgen
gut 100
mittelmäßig 70
schlecht 40
Wiesen- und Weideland
gut 120
mittelmäßig 85
schlecht 50

Nachdem der Winter dieses Jahres sich durch Strenge und lange anhaltende Kälte ausgezeichnet hatte und man mit dem Anfange des April Monats sich der Rückkehr der milderen Jahreszeit glaubte erfreuen zu können, trat gegen den 5 April abermals eine strenge Winter Witterung ein und ging in einen heftigen Schneefall über, welcher 5 Tage lang ununterbrochen mit einer außerordentlichen Heftigkeit fortdauerte. Der Schnee häufte sich allenthalben zu einer solchen Höhe an, daß die ältesten Einwohner sich nicht erinnern konnten, eine ähnliche Witterung erlebt zu haben. Die Communication zwischen den verschiedenen Ortschaften wurde immer schwierigen und am Ende fast unmöglich, der in den Tiefen und Hohlwegen der vom Winde zusammengewehte Schnee stellenweise mehr als Menschen Länge tief war und ein unvermuthetes hineinsinken mit Lebensgefahr verknüpft war. Schon am 9 ten Tage dieses Schneefalles ward der Cours der Postwagen auf den königl. Heerstraßen unterbrochen und konnte erst, da das Schneegestöber nachließ mittelst großer Anstrengungen wieder hergestellt werden, wozu seitens der königl. hochlöbl. Regierung in allen von der Heerstraße berührten Gemeinden Mannschaften zur Wegräumung des Schnees Behufe circa 150 Mann requirit worden, welche etwa 5 Tage lang mit dieser Arbeit beschäftigt waren und späterhin aus der Staatskasse remuneriert worden ist.

Da der bisherige Bürgermeister Jacob Radermacher zu Schmithoff, welcher seit dem 12 Mai 1835 der hiesigen Gemeinde vorgestanden, wegen Altersschwäche seine Function nicht mehr wahrnehmen konnte und deshalb seine Entlassung aus dem Amte wünschte, so wurde demselben dieses sein Gesuch seitens der königl. hochlöbl. Regierung gewährt und derselbe am 1.Juni dieses Jahres durch den königl. Landrath Herrn Hasslacher seiner Functionen entbunden und an dessen Stelle der frühere Empfangs Verwalter Kalff zu Cornelimünster als provisorischer Bürgermeister installiert.

Am 16. Juli Abends gegen 8-9 Uhr während eines heftigen Gewitters schlug der Blitz in den Pferdestall des Friesenrather Hofes und tödtete ein schönes junges Pferd ohne jedoch die Übrigen zu beschädigen. Das dadurch entstandene Feuer wurde glücklicherweise gleich bemerkt und ohne Schwierigkeit gelöscht.

Am 17.Juli passirten Seine Excellenz der Minister des Innern und der Polizei, Freiherr von Rochow, auf seiner Rundreise durch die Rhein Provinz durch die hiesige Gemeinde. Hochderselbe kam von Trier und begab sich nach Aachen, wo er einige Tage verweilt hat.

Um einem längst gefühlten Bedürfnisse abzuhelfen, hat die Gemeinde im Verlaufe dieses Jahres beschlossen, eine zweite Feuerspritze anzuschaffen, und zur Aufstellung derselben bei dem Schulhause zu Schleckheim eine eigene Remise zu erbauen. Diese Remise ist durch den Maurermeister Ludwig Blees zu Walheim unternommen und im Monate November vollendet worden. Der Kosten Aufwand für dieselbe betrug 114 Thaler 19 Sgroschen 4 Shge.

An die Stelle des bisherigen Lehrers Palm zu Schleckheim wurde unter dem 27 October auf Anstehen der Gemeinde der bisherigen Lehrer zu Kesternich Joseph Spielmann als Lehrer für die Schule zu Schleckheim seitens der königl. hochlöbl. Regierung ernannt und der mit ihm am 18 November abgeschlossene Berufsbrief am 4 ten December dieses Jahres genehmigt.
Der am 22 ten Juni 1817 als Feldhüter ernannte Peter Gier zu Hahn ist am 1.April 1837 mit einer jährlichen Pension ( zu Last der Gemeinde) von 30 Thalern seines Dienstes entlassen und an dessen Stelle der Wilhelm Mirbach als Polizeidiener, Feldhüter und Gemeindediener ernannt und am 11.April 1837 vereidet worden.

Abgeschlossen durch den Bürgermeister und Gemeinderath von Walheim am 31.December 1837
Kalff brgmstr, Weber, Knorr, Bardenheuer, Schönen, Bren, Siemons, Ganser, Schümmer, Jacob Krott



1838

Bevölkerung
1838 m w
Population 1162 1182
Geburten 55 38 2 unehelich
Todesfälle 29 24 0 über 90
Trauungen 17
geimpfte Kinder 63
Liniendienst 7 Mann
Elementarschüler 141 176
Viehbestand
Viehstand Stück
Pferde 123
Rindvieh 981
Schaafe 778
Ziegen 27
Schweine 371
Acker Erzeugnisse
Acker ErzeugnisseMagd. MorgenBerl. ScheffelPreis pro Berl.Scheffel
Weitzen 136 8 3Thlr 3Sgr
Roggen 340 9 2Thlr 3Sgr
Gerste 150 7 1Thlr 15Sgr
Hafer 1020 12 1Thlr 5Sgr
Spelz 160 15 29Sgr
Buchweizen 50 5 28Sgr
Rübsaamen 30 2 3Thlr 7Sgr
Kartoffeln 200 160 13Sgr
Preise
PREISE ThlrSgrpro
Heu 18Centner
Stroh 110Centner
Leinsaamen Berliner Scheffel
Flachs Stein
Butter 8Pfund
Käse 6Pfund
Landwolle 13Pfund
Ackerland Magd.Morgen
gut 100
mittelmäßig 70
schlecht 40
Wiesen- und Weideland
gut 120
mittelmäßig 90
schlecht 50

Der bereits im vorigen Jahre für die Elementarschule zu Schleckheim neu ernannte Lehrer Joseph Spielmann hat mit dem 2 ten Januar sein Amt angetreten, nachdem er vorher in Gegenwart des Schulvorstandes und der Schuljugend vorgeschriebenen Diensteid ín die Hände des Bürgermeisters geleistet hatte.

Nachdem das Jahr mit einer auffallend gelinden Witterung begonnen hatte, so daß allenthalben im Felde gepflügt wurde, trat mit dem 6 ten Januar plötzlich Frost ein, welcher sich allmählig zu einer solchen Härte steigerte, wie sie die ältesten Leute sich aus ihrem Leben nie erinnern konnten. An dem kältesten Tage zeigte das Thermometre -20°Reaumur (-25°C ). Die Kälte drang in den meisten Häusern in die Keller, wodurch eine bedeutende Menge Kartoffeln, so wie auch vieles noch in den Gärten befindliche Sommergemüse ganz verdorben wurde. Bei dieser strengen Kälte und dadurch herbeigeführten Arbeitslosigkeit vieler Tagelöhner und Fabrik-Arbeiter war Noth und Armuth sehr groß geworden und nahm alle Unterstützungs-Mittel sowohl seitens der Gemeinde durch extraordinaire etc.etc. für die Armen, als der Privaten sehr in Anspruch. Diese Kälte dauerte mit geringen Unterbrechungen bis zum 20 ten Februar, wo sie sich mit gelindem Regenwetter endigte.

Die Gemeinde Baumschule ist am 15 ten Januar an die zu Schleckheim wohnenden Kesselschläger Johann Heinrich Kaussen mit Genehmigung der königlichen hochlöblichen Regierung zu Aachen für Einhundert und siebenzig Thaler verkauft und aus dem Verkaufs Erlös der Gemeinde Cornelimünster ein Fünftheil mit vier und dreißig Thalern, genehmigter Uebereinkunft gemäß, gezahlt worden.
Am 22 ten Januar hat die Verdinggabe der Bedielung der oberen Räume des Schulhauses zu Schleckheim stattgefunden und ist dieser Arbeit durch den zu Schleckheim wohnenden Zimmerer Caspar Joseph Hansen für die Summe von 149 Thalern 8 Sgrn 3 Pfgen ausgeführt worden.

Die durch den Mechanikus Carl Giesen zu Eupen unternommene Feuerspritze für die Gemeinde Schleckheim ist am 6 ten Merz abgeliefert und revidirt worden. Der Kosten-Aufwand für dieselbe betrug 289 Thlr. 26 Sgrn 3 Pfge. Die zu dieser Feuerspritze nöthigen 30 Feuereimer sind durch den Sattler Bertrand zu Haaren für 60 Thaler abgeliefert worden.

In den Ortschaften Nütheim, Schleckheim und Oberforstbach kantonirten vom 13 ten bis 21 sten Mai 2 Offiziere, 67 Gemeine und 71 Pferde der 3 ten Escadron 25 ten Malmedyschen Landwehr Regiments, und ist den Quartiergebern die Marsch Verpflegung für den ersten Tag mit 5 Sgroschen pro Mann gezahlt worden.
Am 17 Juni passirten Seine königliche Hoheit der Printz Wilhelm Sohn Sr. Majestät auf seiner Rundreise durch die Rheinprovinz durch die hiesige Gemeinde höchst derselbe kam von Trier und begab sich nach Aachen, von wo höchst Sie am 19 Juni früh wieder die Rückreise nach Trier antraten und wieder die hiesige Gemeinde passirten.

Am 26 Juli Nachmittags 5 Uhr ist das 3 Jahre und 9 Monate alte Söhnchen der zu Friesenrath wohnenden Eheleute Johann Wilhelm Sauren und Clara Bayer namens Jacob, während es an der etwa 1 ½ Fuß hohen Kalkmauer des dicht an der elenden Wohnung angebauten ganz Dachlosen Stalles / woran mehrere Steine los aufeinander gelegen / ein Stöckchen zum Schaukeln anbringen wollte, durch mehrere plötzlich heruntergefallene Steine von 15-20 Pfd, welche den Kopf und den Unterleib getroffen, momentan gestorben.
Nachdem das 4 Jahre und 9 Monate alte Söhnchen der zu Oberforstbach wohnenden Eheleute Arnold Breuer & Anna Maria Kalf, namens Peter Joseph am 22. December ohne Aufsicht allein in einem geheizten Zimmer gelassen worden, hat derselbe an dem brennenden Ofen Feuer gefangen und dieser derart seine Kleider ergriffen, daß das Kind die Brust, den Unterleib, den ganzen Rücken, die beiden Oberarme und den Oberschenkel in einem solchen Grade verbrannt hat, daß der Tod desselben nothwendig erfolgen mußte, wie er auch am 23.December Morgens 1 Uhr erfolgt ist.

Abgeschlossen durch den unterzeichneten Bürgermeister und Gemeinderath von Walheim am 31 December 1838
Kalff brgmeister, Balthasar Bardenheuer, Heinrich Weber, Ganser, Peter Schönen, Johann Joseph Bren, Jacob Knorr, Jacob Krutt, Jacob Schümmer, Jacob Siemons



1839

Bevölkerung
1839 m w
Population 1165 1190
Geburten 41 42 3 unehelich
Todesfälle 25 30 0 über 90
Trauungen 17
geimpfte Kinder 69
Liniendienst 10 Mann
Elementarschüler 131 185
Viehbestand
Viehstand Stück
Pferde 120
Rindvieh 1060
Schaafe 766
Ziegen 27
Schweine 420
Acker Erzeugnisse
Acker ErzeugnisseMagd. MorgenBerl. ScheffelPreis pro Berl.Scheffel
Weitzen 120 3Thlr
Roggen 340 2Thlr
Gerste 120 5 1Thlr 20Sgr
Hafer 1000 10 22Sgr
Spelz 90 15 1Thlr
Buchweizen 20 6 25Sgr
Rübsaamen 40 2 3Thlr 15Sgr
Kartoffeln 220 160 14Sgr
Preise
PREISE ThlrSgrpro
Heu 20Centner
Stroh 15Centner
Leinsaamen Berliner Scheffel
Flachs Stein
Butter 9Pfund
Käse 5Pfund
Landwolle 10Pfund
Ackerland Magd.Morgen
gut 100
mittelmäßig 70
schlecht 40
Wiesen- und Weideland
gut 120
mittelmäßig 80
schlecht 50

In Beziehung auf die besonderen Verhältnisse der hiesigen Gemeinde begann das Jahr 1839 unter ziemlich günstigen Aussichten, eine vortheilhafte Witterung im verflossenen Herbste hatte die die Winterfrüchte sehr befördert, und die Witterung während des Winters von 1838 in 1839 war so beschaffen, daß sie den Hoffnungen des Landmannes nicht nachtheilig sein konnte. Auch die kommerziellen Verhältnisse der hiesigen Gegend waren erträglich, obgleich in dieser Beziehung, besonders was die Thätigkeit in der Tuchfabrikation, dem wichtigsten Industrie-Zweige der hiesigen Gegend, betrifft, doch noch Vieles zu wünschen übrig blieb.
Dagegen waren in politischer Beziehung die Aussichten beim Beginn dieses Jahres sehr trübe und drohend für die Ruhe dieser Provinz, und vielleicht des ganzen Staates. Die verwickelten Verhältnisse in dem benachbarten Belgien, die Entscheidung der Londoner-Conferenz, die endlich die provisorischen Zustände jenes Landes beendigte, und den unsere Grenzen zunächst gelegenen Theil der Provinz Limburg, welcher bis dahin unter Belgischer Herrschaft gestanden, Holland zuerkannte, die allgemeine Aufregung, welche in Folge dieser Entstehung sich in Belgien kund gab und durch eine revolutionaire Taction immer mehr befördert wurde, der gewaltsame Widerstand, den man dort gegen die Ausführung der gefällten Entscheidung berichtete.
Alles dieses schien den Frieden unserer Gegend und des ganzen Vaterlandes sehr zu gefährden, und rechtfertigte vollkommen die Maßregeln, welche unsere Staatsregierung zur Sicherheit der Ruhe unserer Gegenden getroffen hatte, ja es schien noch kräftigere Maaßregeln nöthig zu machen. Indessen ist jene Gefahr, dank dem Himmel und unserer Weisen Regierung glücklich vorübergegangen und hat für unsere Gegenden noch den großen Vortheil hinterlassen, daß durch Herstellung eines festen Rechtszustandes in der uns so nahe liegenden Provinz Limburg nach für unsere Gegenden die Ruhe völlig gesichert ist, die früher, eine nach Umwälzung aller bestehenden Verhältnisse dürstenden Parthei von dort aus unter dem Schutze einer provisorischen mangelhaften Verfassung nicht selten durch allerlei Mittel, durch Verbreitung aufrührischen Broschüren etc.etc. jedoch immer ohne Erfolg zu stören suchte, indem dergleichen Versuche an dem rechtlichen Sinne der diesseitigen Bevölkerungen nothwendig scheitern mußten.
Zu den Ortschaften Nütheim, Schleckheim und Oberforstbach kantonirten vom 2 ten bis 11 Juli 2 Offiziere, 67 Gemeine und 71 Pferde der 3 ten Escadron, 25. Malmedyschen Landwehr Regiment und ist den Quartiergebern und die Marschverpflegung für den ersten Tag mit 5 Sgroschen pro Mann sowie der Servist für die Dauer der Cantonirung gezahlt worden.

Am 11. Juni gastirten Ihre königliche Hoheit der Kronprinz von Preußen auf höchst ihrer Reise von Aachen nach Montjoie, Malmedy etc. durch die hiesige Gemeinde. Wie überall so auch hier waren Ehrenpforten mit passenden Inschriften und Landgemeinden angebracht und die an der Landstraße aufgestellte Schuljugend von Hahn und Walheim sang ein passendes Lied.

Die theilweise Instandestellung des Weges durch Walheim ist dem Leonard Krott zu Schmithoff für 62 Thlr 10 Sgr und jene durch Oberforstbach dem Wilhelm Hamecher daselbst für 177 Thlr. 18 Sgr. 9 Pfge von 15 April in Verding gegeben worden.
Der Johann Peter Herberts Maurer zu Oberforstbach hat aus der Oberforstbacher Heide / Communal Eigenthum des Cornelimünster Ländchens / 3 Morgen zur Erbauung eines Hauses und Anlegung eines Gartens für die Summe von 75 Thlrn käuflich an sich gebracht.

Am 1 September gegen 2-3 Uhr Morgens brach in dem zu Friesenrath gelegenen, dem Peter Berger daselbst zugehörigen Hause, worin auch die Wwe Nadenau mit ihrem Sohne wohnte, Feuer aus, welches bei dem sehr heftigen Südwestwinde so schnell um sich griff, daß man unerachtet der angewandten Feuerspritze und der thätigen Hülfe der Einwohner von Friesenrath, Walheim und Hahn sich des Feuers nicht eher bemeistern konnte, bis vorgenannte Wohnung des P. Berger in Asche gelegt war, nur rettete man mit der großten Mühe das an der Wohnung des Berger vor kurzem angebaute Zimmer und das von Joh. Wilh. Kohl bewohnte Nachbarhaus, sowie wenige Mobilien des Berger; die wenigen Mobilien der Wwe Nadenau sind alle verbrannt. Am meisten ist bei diesem Unglücke zu beklagen, daß das bereits 11 jährige Söhnchen der Eheleute Berger, namens Joseph, welches auf dem Heuboden schlief, von dem Feuer ergriffen und verzehrt wurde. Weder das eingeäscherte Haus noch die Mobilien waren assecurirt. Der Schaden ist auf 425 bis 450 Thlr anzunehmen. Mehrere Einwohner behaupten, es sei ein Gewitter in der Nacht gewesen und habe der Blitz das Haus angezündet.

Die von dem Holzhändler Leonard Krott zu Schmithoff und dem Zimmerer Wilhelm Hamacher zu Oberforstbach unternommenen theilweisen Instandsetzung der Wege durch Walheim und Oberforstbach sind am 24. December durch den Baumeister Herrn Hauptmann Ulich revidirt worden. Der Kosten Aufwand für dieselben beträgt überhaupt 228 Thlr. 4 Sgrn. 8 Pfge incl. Aufsichts und Revisionskosten.
Der Gemeinderath, unter dem Vorbilde des Herrn Regierungs und Communal Departements Raths Reincke hochwohlgeboren, hat am 16 October beschlossen, daß von 1840 ab eine Summe von 400 Thlr. für die Haupt Instandsetzung der Communal-Wege verwandt und diese zur Schonung der arbeitenden Klasse blos nach der Grundsteuer umgelegt werden solle.


Abgeschlossen durch den Bürgermeister und Gemeinderath von Walheim am 31 December 1839
Kalff brgmstr, Jacob Knorr, Peter Schönen, Jacob Schümmer, Jacob Siemons, Jacob Krutt, Hansen, Johan Joseph Bren, Balthasar Bardenheuer, Heinrich Weber, Peter Jacob Schornstein



1840

Bevölkerung
1840 m w
Population 1189 1196
Geburten 39 36 1 unehelich
Todesfälle 33 30 0 über 90
Trauungen 10
geimpfte Kinder 59
Liniendienst 7 Mann
Elementarschüler 158 179
Viehbestand
Viehstand Stück
Pferde 119
Rindvieh 1010
Schaafe 812
Ziegen 25
Schweine 390
Acker Erzeugnisse
Acker ErzeugnisseMagd. MorgenBerl. ScheffelPreis pro Berl.Scheffel
Weitzen 135 7 2Thlr 26Sgr
Roggen 320 2Thlr
Gerste 110 8 1Thlr 20Sgr
Hafer 106012 20Sgr
Spelz 80 16 25Sgr
Buchweizen 15 7 1Thlr
Rübsaamen 45 3 2Thlr 12Sgr
Kartoffeln 230 130 13Sgr
Preise
PREISE ThlrSgrpro
Heu 24Centner
Stroh 15Centner
Leinsaamen Berliner Scheffel
Flachs Stein
Butter 10Pfund
Käse 5Pfund
Landwolle 10Pfund
Ackerland Magd.Morgen
gut 105
mittelmäßig 75
schlecht 45
Wiesen- und Weideland
gut 120
mittelmäßig 80
schlecht 50

Beim Rückblick auf das zurück gelegte Jahr 1839 hat unsere Gemeinde abermals Ursache, der göttlichen Vorsehung zu danken, da darin sichtbarer Schutz in diesem Jahre abermals mit unserer Gemeinde, mit unserer Heimathlichen Provinz und mit dem ganzen Preußischen und deutschen Vaterlande gewesen ist.
Unter den Segnungen des Friedens den durch die Fürsorge unserer väterlichen Regierung kein Geist der Verwirrung und des Umsturzes an den nahen Marken unseres Vaterlandes mehr bedroht, erblühte der Ackerbau und Gewerbfleiß in unsern Thälern mehr und mehr, und wenn auch der für diese Gegenden so wichtige Zweig der Tuchfabrikation stets gedrückt war, so fanden unsere Arbeiter doch noch hinreichende Beschäftigung und die traurigen Krisen, die in anderen durch ihre Industrie ausgezeichneten Ländern in dem Fabrikwesen obwalteten, und zum Theile noch obwalten und unter der arbeitenden Klasse der Bevölkerung so großes Elend herbeiführten, haben sich bei uns gottlob noch nicht bemerklich gemacht.

In Beziehung auf Ackerbau und Viehzucht ist das verflossene Jahr ein gesegnetes zu nennen, indem zu einer Zeit, wo von den benachbarten Gegenden her Klage über anhaltende Dürre und dadurch herbeigeführten Mangel an Viehfutter erschallen in unseren Gegenden durch günstige Witterung die Futterkräuter in reichlicher Menge vorhanden waren.
Ereignisse von größerer Wichtigkeit die auch für spätere Zeiten Interesse haben könnten, sind in diesem Jahre nicht vorgekommen, glücklicher Weise aber auch kein bedeutender Unfall zu bemerken.

Der Monat Januar begann mit einer gelinden Witterung, welcher aber am 7 ten in Frost überging, und sich allmählich zu einer ganz ungewöhnlichen Heftigkeit steigerte. An den kältesten Tagen zeigte das Thermometre ??° unter 0. Da jedoch ein ziemlich bedeutender Schneefall diesem Frostwetter vorangegangen war, so konnte dasselbe den Feldfrüchten keinen erheblichen Schaden zufügen.
Gegen den 16 ten erfolgte Thauwetter, welches gegen den 20 sten in Regen und außerordentlich heftigen Stürmen überging, welche viel Schaden an den Schornsteinen und Dächern verursacht haben.

Auf den Grund der Allerhöchsten Kabinets Ordre vom 26.März 1839 wurden von der königl. hochlöblichen Regierung am 14 ten Januar zu Beigeordneten der Bürgermeisterei ernann, Herr Johann Mathias Welter zu Hahn, Herr Christian Schartmann zu Walheim, Herr Hubert Kratzenberg zu Nütheim, welche am 30 sten ejusdem bei dem versammelten Gemeinderath verpflichtet und in ihre Function eingeführt wurden.
Am 21 ten Februar des laufenden Jahres wurde der bisherige Bürgermeister Kalff von der Bürgermeisterei Verwaltung entbunden und ging als Steuer und Gemeinde Empfänger der Bürgermeisterei Cornelymunster, Walheim und Brand fort als Empfänger des gemeinschaftlichen Communal-Haushalts zu seinem neuen Berufe über.
Eodem wurde der Bürgermeister Giesen von Cornelymunster mit der provisorischen Verwaltung der Bürgermeisterei Walheim gleichzeitig beauftragt.
Am 22 ten März laufenden Jahres ging der alte Beigeordneter Bürgermeister Siemons zu Friesenratherdorf, nachdem Er über 77 Jahre verlebt mit Tod ab; in dessen Stell Ersetzung als Kreistags Abgeordneter ist durch Beschluß der Königlichen hochlöblichen Regierung vom 23 ten April 1840 No. 7495 I der Beigeordneter Mathias Welter zu Hahn ernannt worden.
Die königlichen hohen Ministerien des Innern und der Polizei haben mittels rescripts vom 28 ten März 1840 auf den durch die königliche hochlöbliche Regierung befürworteten Antrag der Gemeinde Räthen von Cornelimünster und Walheim, die Vereinigung dieser Bürgermeistereien in EINE zu genehmigen geruht. Die nunmehr gebildete Bürgermeisterei wird von nun ab, Bürgermeisterei Cornelymünster genannt, und cessirt von jezt ab jede Eintragung in gegenwärtige Chronik, weil nunmehr alles merkenswerth in die Chronik der combenirten Bürgermeisterei Cornelymünster eingetragen wurde.


Abgeschlossen durch den Bürgermeister und die Gemeinden Räthen
Cornelymünster den 31 ten December 1840
Giesen bgrmstr, Ostlender, Birvert, Jäger, Rombach, Weber, Lamberts, Schönen, Braun, Berretz, Schönauen, Krott, Knorr, Stollenwerk, Schornstein



1841



1842



1843



1844



1845



1846



1847



1848



1849



1850



Band–2 1851-1875


Original Chroniken aus der Zeit
[2019] Abschrift durch Förderkreis Abteigarten (im Bezirksamt Kornelimünster/Walheim)
[2021] Jetzt im Stadtarchiv Aachen, StAAc GEM 15-7

[1851] Chronik

C h r o n i k

der
Bürgermeisterei Walheim, im Kreise , Regierungs-Bezirks Aachen

Gegenwärtiges Chroniken-Buch enthält Blätter, wovon das erste und letzte Blatt von dem Unterzeichneten paraphirt ist.

den

Der Bürgermeister,




1851



1852



1853



1854



1855



1856



1857



1858



1859



1860



1861



1862



1863

Bevölkerung
1863 m w
Population 1445 1428
Geburten 41 58 3 unehelich
Todesfälle 24 37 1 über 90
Trauungen 25
geimpfte Kinder 32
Liniendienst 15 Mann
Elementarschüler 169 219
Viehbestand
Viehstand Stück
Pferde 808
Rindvieh 1080
Schaafe 380
Ziegen 24
Schweine 249
Acker Erzeugnisse
Acker ErzeugnisseMagd. MorgenBerl. ScheffelPreis pro Berl.Scheffel
Weitzen 139 7 2Thlr 15Sgr
Roggen 338 7 1Thlr 25Sgr
Gerste 68 6 1Thlr 15Sgr
Hafer 1140 10 25Sgr
Spelz 40 14 25Sgr
Buchweizen 12 7 1Thlr
Rübsaamen 15 3 2Thlr 12Sgr
Kartoffeln 280 120 16Sgr
Preise
PREISE ThlrSgrpro
Heu 15Centner
Stroh 15Centner
Leinsaamen 15Berliner Scheffel
Flachs Stein
Butter 10Pfund
Käse 5Pfund
Landwolle 14Pfund
Ackerland Magd.Morgen
gut 180
mittelmäßig 120
schlecht 70
Wiesen- und Weideland
gut 140
mittelmäßig 110
schlecht 50

Der Winter von 1862 auf 1863 war sehr gelinde und hat auf den Gesundheitszustand eine Allgemeinen nicht nachtheilig eingewirkt.
Sämmtliche Feldfrüchte, sowie das Obst, gediehen in großer Menge und in vorzüglicher Qualität. Die Getreidepreise haben dadurch einen nur mittelhohen Preis erreicht.
Am 5 ten Juli 1863 hat ein starkes Hagelwetter die hiesige Gegend heimgesucht und den Feldfrüchten einigen, jedoch weniger erheblichen Schaden zugefügt.

Durch das am 13 ten Januar 1862 erfolgte Ableben des Herrn Johann Helten, welcher als Pfarrer zu Walheim seit dem 1 ten Januar 1832 fungirt hat, ist diese Pfarrstelle am 13 ten Mai 1862 durch den Herrn Joseph Schwartz aus Bonn, berufen worden als Theologe in Bergheim angestellt war, wieder besetzt worden.
Am 25 ten November 1863 wurde die Bürgermeisterstelle zu Walheim durch den Bürgermeister von Reuland Hr. Eugen Macanet commissarisch wiederbesetzt.


Walheim den 26. Juni 1865
der Bürgermeister Macanet, der Gemeinderath Krott, Scholl, Hermanns, Gigo, Kratzenberg, Plum, Palm, Scheins



1864

Bevölkerung
1864 m w
Population
Geburten 37 49
Todesfälle 40 22
Trauungen 16
geimpfte Kinder 27
Liniendienst 15 Mann
Elementarschüler 178 217
Viehbestand
Viehstand Stück
Pferde 119
Rindvieh 1010
Schaafe 820
Ziegen 20
Schweine 380
Acker Erzeugnisse
Acker ErzeugnisseMagd. MorgenBerl. ScheffelPreis pro Berl.Scheffel
Weitzen 146 8 2Thlr 15Sgr
Roggen 335 1Thlr 25Sgr
Gerste 80 8 1Thlr 15Sgr
Hafer 1080 12 25Sgr
Spelz 60 16 25Sgr
Buchweizen 18 7 1Thlr
Rübsaamen 20 3 2Thlr 12Sgr
Kartoffeln 260 130 16Sgr
Preise
PREISE ThlrSgrpro
Heu 110Centner
Stroh 20Centner
Leinsaamen Berliner Scheffel
Flachs Stein
Butter 10Pfund
Käse 5Pfund
Landwolle 14Pfund
Ackerland Magd.Morgen
gut 180
mittelmäßig 120
schlecht 70
Wiesen- und Weideland
gut 140
mittelmäßig 110
schlecht 50

Den Winter von 1863 auf 1864 zeichnete sich gegen den vorhergegangenen durch besonders viele Nässe abwechselnd mit Schnee und Frost, aus und hat viele Krankheit und Sterbefälle veranlaßt.
Die Feldfrüchte haben reichlich produzirt, das Kernobst ist besonders gut gewesen.

Am 15 ten Juli 1864 explodirte die kaum einige Wochen in Betrieb gesetzte Pulverfabrik bei Rott des Hr. Hermann Neuenborn zu Büsbach, wobei der Arbeiter: Wilhelm Braun, Pulvermeister, von Mulartshütte, Martin Kruht von Rott, und Jacob Willms von Rott, das Leben verloren. Es geschah dieses Abends gegen 8 Uhr, als die Arbeit aufgehört hatte und die Leute die Fabrik eben verlassen sollten. Die Ursache der Entstehung der Explosion hat genau nicht ermittelt und festgestellt werden können.

Am 12 ten December 1864 fand die öffentliche Verdinggabe der Dorfstraße in Schmithoff statt. Der Zuschlag wurde dem Letztbietenden, Unternehmer Wilhelm Joseph Steffens zu Lichtenbusch, Bürgermeisterei Eynatten für die 221 Ruten lange Dorfstraße, und veranschlagt zu 2134 Thaler 26 Sgroschen 2 Pfg zu dem Angebote von 25 ½ Prozent, erteilt.

Am 9 ten und 14 ten November 1864 wurde die sogenannte Oberforstbacherheide, die Kuhheide und noch mehrere andere große Gemeindeparzellen, nach Plan und Ausmessung durch die Geometer Hr. Klein aus Weismes, zum cultiviren auf 12 Jahre, bis zum Schlusse des Jahres 1876, öffentlich verpachtet, und hierdurch eine Jahrespacht von Thlr 1165 erzielt.


Walheim, den 26 ten Juni 1865
der Bürgermeister Macanet, der Gemeinderath Krott, Scholl, Kratzenberg, Plum, Hermanns, Gigo, Scheins, Palm



1865

Bevölkerung
1865 m w
Population
Geburten
Todesfälle
Trauungen
geimpfte Kinder
Liniendienst
Elementarschüler
Viehbestand
Viehstand Stück
Pferde
Rindvieh
Schaafe
Ziegen
Schweine
Acker Erzeugnisse
Acker ErzeugnisseMagd. MorgenBerl. ScheffelPreis pro Berl.Scheffel
Weitzen
Roggen
Gerste
Hafer
Spelz
Buchweizen
Rübsaamen
Kartoffeln
Preise
PREISE ThlrSgrpro
Heu 115Centner
Stroh 1Centner
Leinsaamen Berliner Scheffel
Flachs Stein
Butter 11Pfund
Käse 4Pfund
Landwolle 17Pfund
Ackerland Magd.Morgen
gut 200
mittelmäßig 200
schlecht 80
Wiesen- und Weideland
gut 300
mittelmäßig 200
schlecht 80

Der Winter von 1864 auf 1865 wurde sehr hartnäckig und hat große Kälte und viel Schnee & Eis mit sich geführt. Das Frühjahr war durchweg sehr trocken. Der Sommer war sehr heiß und trocken. Es hat während 3 Monate keinen Tropfen geregnet. Demnächst waren fast täglich, während der Monate Juli und August, sehr heftige und mit vielem Schnee und starkem Hagel begleitete Gewitter, die mitunter vielen Schaden in den Feldfrüchten verursacht haben.
Sehr häufig hat der Blitz eingeschlagen, ohne vielen Schaden zu verursachen.
Am ?? ten Juli 1865, Nachmittags gegen 6 Uhr, schlug der Blitz in die Wohnung des Johann Gier zu Walheim, Wirth, hierbei wurden 3 Personen zu Boden geworfen, ohne jedoch verletzt zu werden, und wurde eine die Ecke aus der oberen Etage befindliches Gevase ganz in Stücken zerschmettert. Die eine der vor gedeuteten 3 Personen ist in Folge dieses Blitzschlages kurz nachher in eine Art Schwindsucht verfallen und nicht lange nachher gestorben.

Der Gesundheitszustand der Menschen und des Viehes war im Allgemeinen gut, müssen, daß im Frühjahre sich das Nervenfieber in einigen hiesigen Ortschaften eingestellt hat, woran jedoch nur wenige, aber starke Personen gestorben sind.

Die Winterfrucht ist mittelmäßig gewesen und hat ganz besonders sehr wenig Stroh producirt. Die Sommerfrüchte sind sehr gut gediehen und haben die Kartoffeln ganz besonders reichlich producirt. Das Obst hat im Allgemeinen einen sehr geringen Ertrag geliefert.

Unglücksfälle sind keine vorgekommen.


Walheim, dem 4 ten Juni 1866
der Bürgermeister Macanet, der Gemeinderath L.Giesen, Palm, Plum, Gigo, Plum, Scheins, Hermann



1866



1867



1868



1869



1870



1871

Bevölkerung
1871 m w
Population 2800
Geburten 50 39 1 unehelich
Todesfälle 36 31
Trauungen
geimpfte Kinder
Liniendienst
Elementarschüler
Viehbestand
Viehstand Stück
Pferde
Rindvieh
Schaafe
Ziegen
Schweine
Acker Erzeugnisse
Acker ErzeugnisseMagd. MorgenBerl. ScheffelPreis pro Berl.Scheffel
Weitzen
Roggen
Gerste
Hafer
Spelz
Buchweizen
Rübsaamen
Kartoffeln
Preise
PREISE ThlrSgrpro
Heu Centner
Stroh Centner
Leinsaamen Berliner Scheffel
Flachs Stein
Butter Pfund
Käse Pfund
Landwolle Pfund
Ackerland Magd.Morgen
gut
mittelmäßig
schlecht
Wiesen- und Weideland
gut
mittelmäßig
schlecht

Der Bürgermeister Herr Joseph Krekels, welcher die hiesige Gemeinde seit 1.Januar 1869 verwaltete, wurde auf seinen Antrag behufs Uebernahme einer Steuer Empfänger Stelle in den neu erworbenen französischen Landestheilen von der Verwaltung der hiesigen Bürgermeisterei entbunden und mittelst Verfügung königl. Regierung vom 5.Mai ?? I 1180 C der Regierungs Civil Superenumerar Joseph Hochstenbach einstweilen zum commissarischen Bürgermeister der hiesigen Gemeinde ernannt und durch den königlichen Landrath Herrn Hasenclever am 16.Mai dieses Jahres vor dem vollzählig versammelten Gemeinderath in sein neues Amt eingeführt.
Der Polizeidiener und Feldhüter der hiesigen Gemeinde Paul Linden hatte das Unglück auf der Heimreise vom Ersatz Geschäfte zu Aachen im Monate Januar v. Js. in der Nähe von Nütheim ein Bein zu brechen. Derselbe wurde daher zur Amputation nach Aachen in das evangelische Krankenhaus geschafft, wo er am 8.Februar @. starb. Als Nachfolger desselben wurde der Bergmann Wilhelm Staude von Breinig durch den Herrn Landrath unterm 19.Juni @. ernannt und am 24. selbigen Monats durch den Bürgermeister in sein Amt eingeführt.

Pro 1871 betrugen die Communalsteuern:
a) für katholische Culturkosten der Pfarre Walheim 15%
b) für " " " " Hahn 12%
c) für allgemeine Bedürfnisse 57% der directen Staatssteuern ;
die Culturkosten tragen einzig diesen Steuern die resp. Pfarrgenossen.

Die Gemeindeschulden, welche am 1.Januar 1871 die Summe von 7300 Thr. betrugen, werden mit Genehmigung vom 28. vor. Mts. um 1300 Thl., welche zur Bestreitung der Kosten des Schulhausbaues in Walheim noch erforderlich sind erhöht worden und somit nach Abzug der in diesem Jahre abzulegenden Kapital Raten von 1350 Thr. am ersten Januar künftigen Jahres 7250 Thlr betragen.

Aus Anlaß der vielen durch den Krieg hervorgerufenen, außeretatsmäßigen Ausgaben die 1871 welche betragen laut Pos. 94 des Finalabschlusses Thlr. 663. 27. 8 laut Pos. 95 des Finalabschlusses 985 rl nach Abzug der Einnahme bei Pos. 23 ad 507 rl, Thlr. 478.-.-, Summe rl 1141. 27.8, wozu noch die in 1870 laut Pos. 71 der Rechnung verrechneten Beiträge zum Preisunterstützungsfonds ad rl 664.-.-kommen, so daß sie überhaupt betragen rl 1805. 27. 9 haben die finanziellen Verhältnisse der Gemeinde eine günstigere Gestalt nicht annehmen können, doch ist es zweifellos, daß dieselben in den nächsten Jahren selbst wenn wider Erwarten der Gemeinde nicht ein Theil dieser Auslagen von Seiten des Staates aus der reichen Kriegs Entschädigung erstattet werden sollte, sich verbessern und eine Ermäßigung der Communal Abgaben sich herbeiführen lassen worden.

Der Ausbau der Dorfstraße in Friesenrath ist soweit gediehen, daß derselbe in etwa 3 bis 4 Wochen vollendet sein wird, die Gesammtkosten desselben werden sich auf pr. pr 675 Thr. belaufen.
Der Schulhausbau in hiesigem Orte schreitet auf seiner Vollendung entgegen und wird jedenfalls mit Ostern nächsten Jahres der Unterricht dort begonnen weden können, während schon vor Beginn des kommenden Winters die für die Gemeinde-Verwaltung bestimmten Räume des Gebäudes in Benutzung zu nehmen. Beabsichtigt wird damit die hierzu jetzt dienenden Räume im alten Schulhause alsbald zur Lehrer Wohnung gezogen werden können. Die Kosten des Schulhausbaues dürften die Höhe von pr. pr 5365 Thlr erreichen.

Das jetzige Spritzenhaus im Orte Walheim ist derart baufällig geworden, daß es nach dem Urtheil sachverständiger Bauleute schwerlich mehr reparaturfähig ist, und worin deshalb auf einen Neubau bedacht genommen werden müssen, wozu 150 Thlr. im Budget in Ansatz gebracht worden sind.

Der Verfügung königlicher Regierung vom 8. Februar d.Jr. I rl 3031 entsprechend, ist zur Ansammlung eines Fonds für einen neuen Kirchenbau in Hahn ein Betrag von 500 rl im Budget vorgesehen worden. Nach dem Urtheil von Technikern dürfte die jetzige Kirche, nachdem sie im vorigen Jahre gehörig restaurirt worden, jedoch noch viele Jahre dem Bedürfnisse genügen.

Zur Bestreitung der Instandsetzungskosten der Kapelle in Schleckheim ist dem Beschlusse des Gemeinderathes entsprechend mit Genehmigung königl. Regierung vom 10. d.mts. I rl 2471 eine Beihülfe von 100 Thlrn im nächstjährigen Budget vorgesehen worden.
Zu dem Vermögensbestande der hiesigen Gemeinde ist im verflossenen Jahre eine Aenderung nicht eingetreten.

In der Nacht vom 17. zum 18. Januar d. Jr. brannten zu Königsberg die Wohn und Gastronomie Gebäude des Oberförsters Riesmanns in Aachen, miethweise von der Ackersfrau Ww. Kratzenberg benutzt, total nieder, dieselben waren zu 2480 Thlr bei der Rheinischen Provinzial Feuer Societät versichert.
Am 25 Mai v. Jr. Nachmittags gegen 12 3/4 Uhr brach eine Feuersbrunst in Hahn aus, welche in kurzer Zeit zwei Wohngebäude des Jacob Koch und dessen Sohnes Arnold Koch größtentheils zerstörte. Einiges Mobilar wurde auch beschädigt, resp. vernichtet. Der Schaden belief sich auf 100 bis 120 Thlr. Weder die Häuser, noch die Mobilien waren gegen Feuerschaden versichert.
In der Nacht vom 24. zum 25. Mai d. Js. wurde in der hiesigen Pfarrkirche ein Diebstahl mittelst Einbruchs verübt. Die Diebe waren durch das Oberlicht der Thür, durch welche man aus dem Kirchhofe in die Sacristei gelangt, eingestiegen, haben 2 Opferstöcke erbrochend geleert, 2 wurden sammt Inhalt mitgenommen; außerdem ein in der Sacristei befindliches, altes Tabernakel erbrochen und das Tabernakel des Haupt Altares erbrochen und aus diesem ein silbernes Ciborium, vergoldet, und eine Monstranz von Messing, auch vergoldet, entwendet. Aus der Sakristei waren außerdem zwei Kelche mit silberner Kuppe, einer silbernen Luna und ein kleines Ciborium, ebenfalls mit silberner Klappe verschwunden. Ueber die Thäter hat trotz der sofort angestellten, umfangreichen Untersuchung sich nichts ermitteln lassen.


Walheim, den 6. Deptember 1871, der Bürgermeister Hochstenbach



1872

Bevölkerung
1872 m w
Population
Geburten 41 37 1 unehelich
Todesfälle 34 33
Trauungen 22
geimpfte Kinder
Liniendienst
Elementarschüler
Viehbestand
Viehstand Stück
Pferde
Rindvieh
Schaafe
Ziegen
Schweine
Acker Erzeugnisse
Acker ErzeugnisseMagd. MorgenBerl. ScheffelPreis pro Berl.Scheffel
Weitzen
Roggen
Gerste
Hafer
Spelz
Buchweizen
Rübsaamen
Kartoffeln
Preise
PREISE ThlrSgrpro
Heu Centner
Stroh Centner
Leinsaamen Berliner Scheffel
Flachs Stein
Butter Pfund
Käse Pfund
Landwolle Pfund
Ackerland Magd.Morgen
gut
mittelmäßig
schlecht
Wiesen- und Weideland
gut
mittelmäßig
schlecht

Der seitherige commissarische Bürgermeister Hochstenbach wurde durch Verfügung königlicher Regierung vom 6.Juli, @. I ? 1977 definitiv zum Bürgermeister der hiesigen Gemeinde mit der Bestimmung ernannt, daß er seinen Wohnsitz in Cornelimünster beizubehalten habe.
Durch Verfügung königlicher Regierung vom 11.Juli @. I ?, No.2051 ist der seitherige erste Beigeordnete Wilhelm Heinrich Ganser hierselbst auf weitere 6 Jahre zum ersten Beigeordneten ernannt und heute durch den Bürgermeister neuerdings eingeführt worden.

Die Gemeindesteuern pro 1872 betrugen.
a) für allgemeine Bedürfnisse 51% der Gemeinde Einkommensteuer, Grund und Gebäudesteuer
b) für kath. Culturkosten die Pfarre Walheim 15%
c) für kath. Cultuskosten Hahn 22% der directen Steuern der Confessionsgenossen.
Pro 1873 wird die Umlage ad a voraussichtlich sich um 5% steigern.

Mit Genehmigung königl. Regierung vom 15.März @ I ? 424 ist die Gemeinde Einkommensteuer in hiesiger Gemeinde eingeführt worden.

Durch das sehr günstige Resultat des diesjährigen Holzverkaufs, welcher gegen den Budgets Ansatz einen Mehr Erlös von 2703 rh 6 Sgr 6 Sh. ergeben hat, ist es zu ermöglichen gewesen, die durch königliche Regierung unterm 28.August v. Jr. genehmigte Anleihe von 1300 rl nicht realisiren zu brauchen, wozu königl. Regierung unterm 19.Febr. @ I ? 217 ihre Zustimmung ertheilt hat diesen nach ermäßigen sich die Schulden mit Schluss dieses Jahres auf 4600 Thlr.

Der Ausbau der Dorfstraße in Friesenrath ist in diesem Frühjahre vollendet worden. Die Gesammtkosten desselben belaufen sich auf die Höhe von 945 rl 8Sgr 4 S. der Mehrbetrag gegen den disponibele Fonds neu 675 rl findet ebenfalls in dem Mehr Erlös des Holzberkaufs seine Deckung.
Das neu gebaute Schul und Gemeindehaus, eine stattliche Zierde des Ortes Walheim, ist in diesem Frühjahre ebenfalls fertig geworden und mit Anfang des diesjährigen Sommerschulsemesters seiner Bestimmung übergeben worden. Die Gesammtkosten desselben erreichen die Höhe von 5365 Thlr.
Die früher von der Gemeinde Verwaltung im alten Schulhause benutzten Räumlichkeiten sind nach einigen baulichen Veränderungen dem Lehrer Hütten hierselbst zu seiner Dienstwohnung mit überwiesen worden.
Mit dem Neubau eines Spritzenhauses an Stelle der alten baufälligen Spritzen Remise im Orte Walheim, womit ein Arrest lokal verbunden wird, ist durch Gemeinderaths Beschluß vom 29.August @, der Wilhelm Plum, Unternehmer aus Oberforstbach beauftragt worden. Da gegen den diesjährigen Etats Ansatz von 150 rh erforderliche Mehrbetrag von ca 220 rl wird ebenfalls durch den Mehrerlös des Holzverkaufs gedeckt.
Die Verhandlungen wegen des beabsichtigten Umbaues eines Spritzenhauses, verbunden mit Arrest Lokal in Oberforstbach, haben durch mehrfache Abänderungen des Projektes eine Verzögerung erlitten, doch liegt jetzt ein Projekt der königl. Regierung vor, dessen Genehmigung zweifellos bald zu erwarten ist. Die Kosten zur Höhe von 320 Thlr. haben im diesjährigen Finalabschluss noch disponibel gestellt werden können und werden gleichfalls durch den Mehrerlös des Holzverkaufs gedeckt.
In dem Vermögensbestande der Gemeinde ist im verflossenen Jahre eine Aenderung nicht eingetreten.

Am 7.Oktober v. Jr. morgens gegen 3 ½ Uhr brach in einem Scheunen und Stallgebäude des Ackerers Bree zu Eich Feuer aus, welches das Gebäude bis auf einzelne Stücke der Umfassungsmauern zerstörte und die eingescheuerten Früchte, sowie 3 Kühe und 2 Rinder vernichtete. Sowohl Gebäude, wie Mobilar und Vieh waren bei der Aachen-Münchener Gesellschaft versichert. Die Ursache und die Veranlassung des Feuers ist nicht ermittelt worden.
Am 18.September @ Nachmittags gegen ein Uhr brach in Walheim Feuer aus, welches die Wohn- & Gastronomie-Gebäude des Ackerers Johann Jacob Kreitz und das Steinhauers Anton Gigo gänzlich zerstörte und den bedeutenden Frucht Vorrath, sowie einen großen Theil der Möbel vernichtete. Der Kreitz hatte weder Gebäude noch Mobilar, der Gigo dagegen nur die Gebäude versichert zu 800 Thlr bei der Aachener-Münchener Gesellschaft der Schaden für Kreitz beläuft sich auf wenigstens 2000 Thlr., für Gigo auf etwa 1000 Thlr. Soweit sich hat ermitteln lassen, ist das Feuer durch die Kinder des Gigo, unter 6 Jahren alt, angelegt worden.

Der seitherige Pfarrer von Hahn, Herr Braun, wurde vom 1.November 1871 ab nach Menden, im Kreise Siegburg versetzt, und an dessen Stelle der zum Pfarrer ernannte, seitherige Kaplan in Crefeld Herr Hoegel nach Hahn berufen.

Seit Ende Dezember grassirten in mehreren Ortschaften der hiesigen Gemeinde, vorzugsweise in Oberforstbach, Schleckheim und Nütheim die Pocken. Der erstere Ort wurde besonders stark heimgesucht, so daß hier über 150 Erkrankungsfälle vorkamen. Im Ganzen mag die Zahl der letzteren die Höhe von 220 bis 230 erreicht haben, wovon 16 Fälle einen tödtlichen Ausgang hatten. Bis Ende Juni @ war die Epidemie jedoch fast ganz erloschen.


Walheim, den 7.October 1872, der Bürgermeister, Hochstenbach



1873

Bevölkerung
1873 m w
Population
Geburten 47 46 1 unehelich
Todesfälle 44 43
Trauungen
geimpfte Kinder
Liniendienst
Elementarschüler
Viehbestand
Viehstand Stück
Pferde
Rindvieh
Schaafe
Ziegen
Schweine
Acker Erzeugnisse
Acker ErzeugnisseMagd. MorgenBerl. ScheffelPreis pro Berl.Scheffel
Weitzen
Roggen
Gerste
Hafer
Spelz
Buchweizen
Rübsaamen
Kartoffeln
Preise
PREISE ThlrSgrpro
Heu Centner
Stroh Centner
Leinsaamen Berliner Scheffel
Flachs Stein
Butter Pfund
Käse Pfund
Landwolle Pfund
Ackerland Magd.Morgen
gut
mittelmäßig
schlecht
Wiesen- und Weideland
gut
mittelmäßig
schlecht

Dem Turnus gemäß scheiden mit Ablauf des vorigen Jahres die Herren Wilhelm Hermanns, Heinrich Kaussen, Ludwig Welter, Wilhelm Heinrich Ganser, Wilhelm Scholl und Karl Staerk aus dem Gemeinderath aus.
Wegen Verminderung des berechtigenden Klassensteuersatzes und resp. freiwillig waren ausgetreten Stephan Klein und Jacob Gigo. Bei den demgemäß am 28.November des stattgehabten Ergänzungswahlen wurden die Herren Cornel Vandeberg, Peter Prinz, Ludwig Welter, Wilhelm Heinrich Ganser, August Löhr und Karl Stärk und resp. wiedergewählt. Die gleichzeitig stattgehabten Ersatzwahlen fielen auf die Herren Wilhelm Krott jr und Wilhelm Scholl nach erfolgter Bestätigung dieser Wahlen durch den Herrn Landrath wurden die neuen Gemeinde Verordneten am 23.Januar und rsp. 20.Februar @ eingeführt.
Der bei der einklassigen Schule zu Schmithof angestellte Lehrer Johann Adam Borgans wurde vom 1.Mai @ von hier nach Horst versetzt. Wie wohl die Vacanz dieser Stelle sofort und auch beim Schlusse des Sommersemesters d. Jr. durch mehrere öffentliche Blätter ausgeschrieben worden, hat sich dennoch kein Lehrer für Schmithof gemeldet, was einzig und allein dem sehr fühlbaren Lehrermangel zuzuschreiben ist.
Pro 1873 betrugen die Communalsteuern:
a) für allgemeine Bedürfnisse 33 ⅓% der Grund Gebäude und Gemeinde Einkommensteuer
b) für kath. Cultuskosten der Pfarre Walheim 33 ⅓%, Hahn 15% der genannten Steuern der Confessionsgenossen der Pfarrbezirke.
Ungeachtet die königliche Regierung mittelst der Fügung vom 13.Dezember v. Jr. I@ 3126 die Autorisation zur Erhebung einer Umlage
ad a) bis zur Höhe von 53% ertheilt hatte, wurde dieselbe in Folge Beschlusses vom 23.Januar @ des nur bis zur Höhe von 33 ⅓% erhoben, weil man immer noch der Hoffnung lebte, die vom Kreise der Gemeinde erstattete Kreis Unterstützung zur Summe von 700 rl 16 Sgr 3 Sh nicht wieder zurückzahlen zu brauchen. Trotzdem wir uns hierin jedoch getäuscht haben und die Rückzahlung dieser Summe hat erfolgen müssen, ist in der Gemeindekasse wegen des über alle Erwartungen günstigen Resultates des diesjährigen Holzverkaufs ein Deficit nicht entstanden. Nach dem vorgelegten Budget wird die Umlage für allgemeine Bedürfnisse pro 1874 die Höhe von ca. 30% erreichen.
Die Gemeindeschulden welche am 1.Januar d. Js. noch betrugen 4600 rl, ermäßigen sich bis zum ersten Januar Ent. d ? rl 1400 rl Ablage der diesjährigen Rate gd bis auf 3200 Thlr.

Das überaus günstige Resultat des diesjährigen Holzverkaufs das gegen den Etatsansatz einen Mehrerlös neu 4749 rl 18 Sgr 8 S geliefert, hat mich in die sehr angenehme Lage versetzt, dem Gemeinderathe den Vorschlag machen zu können, die Gemeindeschulden durch Vorausbezahlung der Amortisations Raten von 2450 Thlr bei der Rhein. Provinzial Hülfskasse um ein Erhebliches zu reduciren, und gebe ich der Hoffnung Raum, daß Gemeinderath diese Ausgabe bei Pos. 43a des diesjährigen Finalabschlusses genehmigen wird. Die Direktive der Rheinischen Provinzial Hülfskasse hat sich mit der vorzeitigen Ablage dieser Summe einverstanden erklärt.

Der Neubau des Spritzenhauses verbunden mit 2 Arrest Localen im Orte Walheim ist im Frühjahr dieses Jahres fertig geworden. Die Gesammtkosten desselben betragen ca. 460 Thlr und sind bei Pos. 60 der Ausgabe Reste des Finalabschlusses vorgesehen.

Der Bau eines Spritzenremise mit Arrest Lokal im Orte Oberforstbach, welcher durch Beschluß vom 4 ten November vor. Jr. dem Dachdecker Christian Scholl zu Cornelimünster übertragen worden, ist nunmehr auch fertiggestellt. Die Abnahme wird in den irsten Tagen erfolgen. Die Kosten sind mit 320 rl bei Pos. 62 eben daselbst disponibel gestellt.
In dem Vermögensbestande der Gemeinde ist im verflo. Jahre eine Aenderung nicht eingetreten.
Der hinsichtlich der Beeinträchtigung der Weid-Gerechtsame an Prälaten District gegen dessen Eigenthümer, den Erben S.Broich in Raeren seit 1863 geführte Prozeß ist durch Urtheil des königlichen Appelhofes in Cöln vom Januar @ endlich geschlossen worden. Doch eben dieses Urtheil wurden die Erben von Broich zur Zahlung einer Entschädigung von 581 Thlr 5 Sgr nebst Zinsen verurtheilt, welche Beträge nebst den der Gemeinde erstatteten Prozeßkosten bei Pos. 26 und resp. 27 des Finalabschlusses in Einnahme gestellt sind, die von der Gemeinde dagegen verausgabten Kosten dieses Prozesses mither pr. 580 rf sind bei Pos. 53 in Ausgabe gestellt.

Ein mehrfach fühlbar gewordenes Bedürfnis wurde dadurch befriedigt, daß in der Pfarre Walheim auf Antrag des Kirchen Vorstandes eine Vicarsstelle gegründet wurde. Der Gemeinderath bewilligte mittelst Beschlusses vom 11. April 1872 als Cultuskosten Zuschuß im Jahrgehalt von 200 rl für den Vicar und zwar vorläufig so lange, als Herr Pfarrer Schwartz die hiesige Pfarrerstelle verwaltet. Der Vicar Mathias Jacob Schmitz trat am 29.Januar @, von Manderfeld kommend, die hiesige Vicariestelle an.


Walheim d 26. Novbr 1873, der Bürgermeister, Hochstenbach



1874

Bevölkerung
1874 m w
Population
Geburten 50 40 1 unehelich
Todesfälle 35 26
Trauungen
geimpfte Kinder
Liniendienst
Elementarschüler
Viehbestand
Viehstand Stück
Pferde
Rindvieh
Schaafe
Ziegen
Schweine
Acker Erzeugnisse
Acker ErzeugnisseMagd. MorgenBerl. ScheffelPreis pro Berl.Scheffel
Weitzen
Roggen
Gerste
Hafer
Spelz
Buchweizen
Rübsaamen
Kartoffeln
Preise
PREISE ThlrSgrpro
Heu Centner
Stroh Centner
Leinsaamen Berliner Scheffel
Flachs Stein
Butter Pfund
Käse Pfund
Landwolle Pfund
Ackerland Magd.Morgen
gut
mittelmäßig
schlecht
Wiesen- und Weideland
gut
mittelmäßig
schlecht

Die Zunahme der Bevölkerung in der Ortschaft Oberforstbach ließ es nöthig erscheinen, dort eine mit polizeilicher Befugnisse ausgestattete Persönlichkeit zu bestellen und wurde demzufolge mit Genehmigung königlicher Regierung vom 25.October v. Js. ein Ortsvorsteher und zwar durch den Herrn Landrath, mittelst Verfügung vom 7.November pr. No 8677 in der Person des Gemeinde Verordneten Hrn Simon Joseph Menniken zu Oberforstbach auf 6 Jahre ernannt, welcher in der Gemeinderaths Sitzung vom 27.November ???? vereidigt und in sein Amt eingeführt wurde.
Seit dem 1.Mai @ ist die 1 Jahr vakannt gewesene Lehrerstelle an der einklassigen Schule zu Schmithof durch den Schulamtscandidaten Hubert Albertz aus Jackerath wiederbesetzt.
Mit dem Schluss des diesjährigen Sommersemesters wurde der Lehrer Friedrich Wilhelm Kleinen zu Hahn nach Eupen versetzt. Ungeachtet der Lehrerstelle zu Hahn durch mehrere öffentliche Blätter am )* geschrieben worden, hat sich ein qualificirter Lehrer nicht gemeldet und ist die Stelle einem Aspiranten interrimistisch übertragen worden.
In dem Vermögensbestande der Gemeinde ist im ablaufenden Jahre eine Aenderung nicht eingetreten.

Pro 1874 betragen die Gemeinde Umlagen
a) für allgemeine Bedürfnisse 30% der Grund Gebäude & Gemeinde Einkommensteuer der Gemeindeangehörigen.
b) für kath. Cultuskosten der Pfarre Walheim 30%
c) für kath. Cultuskosten der Pfarre Hahn 25% der genannten Steuern von den Confessionsgenossen der rersp. Pfarrbezirke.
Pro 1873 betrugen dieselben ad a) 33 ⅓% ad b) 33 ⅓% und ad c) 15%.Für das Jahr 1875 wurden dieselben eine Erhöhung nicht erfahren.

Der längs der Oberforstbacher Haide führende Grenzweg zwischen der hiesigen und der Gemeinde Eynatten bedurfte einer Instandsetzung. Nach der mit der Gemeinde Eynatten früher getroffenen Vereinbarung hat die hiesige Gemeinde diejenige Hälfte des Weges zu unterhalten, welche von dem Kanale ab auf Schmithof zu liegt. Eine Strecke von 40 tausenden Ruthen dieses im Ganzen ca. Ruthen langen Weges ist im verflossenen Frühjahr ausgebaut worden und zwar mittelst Anwendung der Packlage. Die Kosten belaufen sich auf ha. ha. 200 Thlr, welche bei Pos. 53 des diesjährigen Finalabschlusses disponibel gestellt werden.
Der von Hahn nach Rott führende Weg, dessen Fahrbahn gleichzeitig das Bett eines in gewöhnlichen Zeiten zwar kleinen, bei stärkeren Regengüssen aber rasch anschwellenden Baches war, bedurfte um so mehr einer polizeilich schon gebotenen Instandsetzung, weil in dem Felsenharten Bachbett resp. der Fahrbahn große Steine massenweise hervorstanden, wodurch der Verkehr für Menschen und Vieh gefährlich sein konnte. Die bereitwilligkeit der Adjacenten, das zu einer Erbreiterung der hohlen Gasse erforderliche Terrain unentgeltlich abzutreten, setzte die Gemeinde in die angenehme Lage, dem Bach sein Bett vom Wege streng gesondert anweisen zu können. Zu diesem Zwecke wurde dem Wege ein angemessenes Nivellement gegeben und aus den anstoßenden Wiesen, Grundstücken derart erbreiterte daß seine Fahrbahn durchschnittlich 14 Fuß breit ist und wenigstens 3 Fuß höher als das Bachbett liegt.
Diese Arbeit wurde im Wege der Oeconomie durch sachkundige Arbeiter unter Leitung der GemeindeVerordneten H H Löhr und Plum recht zweckmäßig und in pecuniärer Hinsicht für die Gemeinde auch recht vortheilhaft ausgeführt. Die Kosten belaufen sich bis jetzt auf ca 265 rl und wurden im Ganzen die Summe von 360 rl erreichen. Eine angemessene Erhöhung des vom Gemeinderath am 6.Juli € vorläufig bewilligten Credits wird deshalb nöthig sein.

Mittelst Verfügung vom 22.November 1871 I 1538 O N hatte die königliche Regierung nachgegeben, daß von der Ansammlung eines Kirchenbaufonds für Hahn bis zum Jahre 1875 Abstand genommen wurde. Demgemäß und da die königl. Regierung kürzlich diese Angelegenheit wieder in Anregung gebracht, habe es im nächstjährigen Etat den 1.Beitrag mit 1500 Mark zur Ansammlung vorgeschlagen.
Nachdem die Gemeinde in den letzten Jahren in den Ortschaften Walheim & Oberforstbach angemessene Spritzenhäuser hingestellt, das überall bei den Feuerlösch Geräthen neue Leitern und Brandhaken beschafft hat, muß jetzt auf einen Ersatz der vorhandenen alten Fahrspritzen in Walheim und Schleckheim, welche sich in einem reparaturunfähigen Zustande befinden, hingearbeitet werden. Zu diesem Zwecke habe ich zunächst die Direktion der Aachen Münchener, der Rheinischen Provinzial Feuer Societät und und Magdeburger Versicherungs Gesellschaft um Beihülfe geboten, und freut es mich mittheilen zu können, daß die beiden ersten Direktionen eine Beihülfe vom 100 resp. 50 rl bereits bewilligt haben, wogegen ein Bescheid von der dritten Gesellschaft noch nicht eingegangen ist.
Ich habe überdies im nächstjährigen Budget auch einen Betrag von 600 Mark für diesen Zweck vorgeschlagen; worüber es demnächst dem Gemeinderath Vortrag zum definitiven Beschluss halten werde.

Seit Frühjahr bis jetzt herschte in hiesiger Gegend eine sehr fühlbar gewordene Trockenheit. Alle Bäume und Wasserpfühle litten an Wassermangel, ein Uebel, zu dessen Hebung nicht allein die Vertiefung zweier Brunnen in Walheim, sondern auch der Neubau eines Brunnens in Schmithof erforderlich geworden sind.


Walheim den 15 Oktober 1874, der Bürgermeister, Hochstenbach



1875

Bevölkerung
1875 m w
Population
Geburten
Todesfälle
Trauungen
geimpfte Kinder
Liniendienst
Elementarschüler
Viehbestand
Viehstand Stück
Pferde
Rindvieh
Schaafe
Ziegen
Schweine
Acker Erzeugnisse
Acker ErzeugnisseMagd. MorgenBerl. ScheffelPreis pro Berl.Scheffel
Weitzen
Roggen
Gerste
Hafer
Spelz
Buchweizen
Rübsaamen
Kartoffeln
Preise
PREISE ThlrSgrpro
Heu Centner
Stroh Centner
Leinsaamen Berliner Scheffel
Flachs Stein
Butter Pfund
Käse Pfund
Landwolle Pfund
Ackerland Magd.Morgen
gut
mittelmäßig
schlecht
Wiesen- und Weideland
gut
mittelmäßig
schlecht

Mit dem 8.April d. Jr. ging die Funktionsperiode des Gemeindevorstehers und dessen Stellvertreter der Herren Wilhelm Ganser und Lambert Giesen zu Ende. Mittelst Verfügung des Herrn Landraths vom 15. März@ wurden die beiden genannten auf weitere 6 Jahre ernannt und am 8.April @ wieder in ihr Amt eingeführt.
Der Gemeindeverordnete Prinz zu Schmitthof ist am 22.Juli @ gestorben.

Nachdem die seit Herbst vor. Jr vakante Lehrerstelle bei der Schule zu Hahn bis Ostern d.Jr. durch einen Aspiranten interimistisch verwaltet worden, wurde der.... Ostern d. Jr. aus dem Schullehrer Seminar ent-lassene Schulamts Candidat Hubert Joseph Jansen aus Mulartshütte als Lehrer nach Hahn berufen.
Nachdem durch das Gesetz vom 22.April @ betreffend die Einstellung der Leistungen aus Staatsmitteln für die römisch katholischen Bisthümer und Geistlichen auch die Leistungen der Gemeinden an die Kirchen Kassen eingestellt worden, insofern diese aus Cultuskosten "Umlagen der Pfarrgenossen zum Unterhalt der Geistlichen dienten, ist nach dem Inkrafttreten des Gesetzes vom 20.Juni @, betr. die Vermögens Verwaltung in den katholischen Kirchengemeinden mit dem 1.Oktober d. Jr. jede Leistung der Gemeindekasse an die Kirchenkassen fortgefallen und zwar deshalb, weil diese Leistungen nicht im §1 sondern im §2 des Gesetzes vom 14.März 1845 ihre Begründung hatten. Es wird nun Sache der neu zu bildenden Kirchenvorstände sein, das Deficit der Kirchenkasse durch eine Umlage auf die Pfarrgenossen zu decken, ohne daß hierzu die Gemeinde hülfreiche Hand bietet. In Folge dessen habe ich die Gemeindekasse angewiesen, von den pro ?? @ ausgeschriebenen Cultus-Kosten in der Pfarre Walheim nur 33 ⅓% und in der Pfarre Hahn deshalb thun, weil gemäß Pos. 24 der Ausgabe von 270 Mark 52 ct vorhanden ist, der zur Deckung der diesjährigen Bedürfnisse ausreicht.

Am 24.März d. jr. starb plötzlich der Pfarrer von Walheim Herr Joseph Schwarz aus Bonn, nachdem er etwa 5 Monate lang an der Brustwassersucht gelitten. Die Pfarrerstelle ist seither nicht besetzt worden, weil der Herr Erzbischof von Cöln aus Veranlassung des auf kirchlich-politischem Gebiete entstandenen Conflikts mit der königlichen Staats-Regierung sich weigert, die neu zu ernennenden Pfarrer den sogenannten Maigesetzen gemäß dem Herrn Oberpräsidenten worher namhaft zu machen.
Zum großen Glück der hiesigen Pfarre ist aber, nachdem die Vicariestelle Ende 1872 hier neu creirt worden, ein Vicar am Platze und die Pfarrgemeinde somit nicht verwaist.

In dem Grund Vermögens Bestande der Gemeinde ist seit meinem letzten Berichte eine Aenderung nicht eingetreten.
Nach dem Ende vorigen Jahres der Rest der hiesigen Schulden vorgelegt worden, ist die Gemeinde nunmehr Schuldenfrei.
Die in den letzten 4 bis 5 Jahren abgehaltenen Planmäßigen Holzverkäufe ergaben ein derart günstiges Resultat, daß es nicht allein möglich war, vorzeitig Schulden zu tilgen, wie denn auch im Jahre 1873 geschehen ist, sondern auch neben der Befriedigung der allgemeinen, gewöhnlichen Bedürfnisse wieder eines außerordentlichen Bedürfnisses bei Pos. 45 des Etat mit 1500 Mark zu gedenkens, ohne daß es nöthig geworden, für das Jahr 1876 eine Umlage auf die Gemeinde Angehörigen in Vorschlag zu bringen, ein Resultat, was gewiß mit Freuden zu begrüßen ist.

In baulicher Hinsicht ist seit meinem letzten Berichte eine nennenswerthe Thätigkeit entfaltet worden und zwar in folgenden durch den Gemeinderath beschlossenen Arbeiten: der von Walheim nach der Hasbach führende Fahrweg, bei schlechtem Wetter kaum paßirbar, war schon lange Zeit einer durchgreifenden Instandsetzung und Theilweisen Erbreiterung, sowie angemessenen Profilirung dringend bedürftig.
Diese umfangreiche Arbeit ist im verwichenen Winter ausgeführt worden und sind die Kosten im Betrage von 1600 Mark bei Pos. 51 des diesjährigen Finalabschlussen vorgesehen. Der längs der Oberforstbacher Haide führende, mit der Gemeinde Eynatten gemeinschaftliche Weg hat in diesem Jahre in dem der hiesigen Gemeinde zugewiesenen Theile eine weitere Instandsetzung auf eine Länge von 69 laufenden Ruthen erfahren und sind die Kosten mit 1400 Mark bei Pos. 52 des Abschlusses in Ansatz gebracht.
Nachdem im Jahre 1873 die der Gemeinde gehörende Oberforstbacher Haide zur Entwässerung mit Wasserabzugsgräben versehen worden, mußten in diesem Jahre diese Gräben unter den Cultuswegen mit Brücken versehen worden, welche jetzt in der Ausführung begriffen sind. Die Kosten hierfür ad 300 Mark sind bei Pos. 54 des Finalabschlusses in Ansatz gebracht.

Die unter dem alten Aachener Weg in der Nähe von Bierstrauch vorhandene massive Brücke war im verwichenen Frühjahr in Folge einer Wasserfluth eingestürzt und mußte somit erneuert werden. Da dieser Weg mit der Gemeinde Brand gemeinschaftlich ist, so erfolgte der Neubau der Brücke massiv aus Stein und eines Kanals unter demselben Weg in der Nähe des Kalkofens von Steffens für Rechnung der beiden Gemeinden und begrägt der Kosten Antheil für die hiesige Gemeinde 350 Mark, welche bei Pos. 55 des Finalabschlusses disponibel gestellt sind.
Aus Veranlassung der im Jahre 1874 lang andauernden, außerordentlich fühlbar gewordenen Trockenheit mußte der in der Nähe des Gemeindehauses hierselbst stehende Brunnen eine wesentliche Erbreiterung und Vertiefung erfahren, wonach derselbe mit einer gußeisernen Pumpe versehen worden deren Unterhaltungskosten zu tragen, sich mehrere Nachbarn solidarisch verpflichtet haben; außerdem wurde in Schmitthof ein neuer Brunnen erbaut, der indessen nicht das gewünschte und erwartete Resultat geliefert hat. Zur Bestreitung dieser Kosten habe ich den Credit bei Pos. 14 des diesjährigen Finalabschlusses um 900 Mark erhöht.

Die im Jahre 1873 ausgeführte Restauration des Pfarrhauses in C.Münster hat der hiesigen Gemeinde als Antheil für die zur Pfarre C.Münster gehörenden Ortschaften Nütheim, Schleckheim, Oberforstbach und Eich den Betrag von 934 Mark 16 ct gekostet, und habe ich zu Bestreitung derselben den Credit bei pos. 13 des Finalabschlusses von 600 auf 1400 Mark erhöhen müssen.

Im verflossenen Winter wurde eine neue Fahrbrandspritze für den Ort Walheim im Preise von 260 Thlr von Beduwe in Aachen angeschafft. Außerdem auch zwei transportable Wasserfässer und zwar für die Ortschaften Walheim und Oberforstbach im Preise von je 95 Thlr.
Die Brandspritze in Schleckheim hat in der jüngsten Zeit eine durchgreifende Reparatur erfahren, so daß jetzt alle Feuerlöschgeräthe recht gut im Stande sind. Die Kosten werden...... aus dem auf 990 Mark erhöhten Credit bei Pos. 42 des diesjährigen Finalabschlusses bestritten.

Am 25.Oktober v. Jr. wurde auf dem Kalkofen des Ackerers Carl Stickelmann bei Oberforstbach die Leiche des verbrannten Commis Jacob Hubert Lausberg aus Eupen gefunden,. Wie der Unglückliche auf den Kalkofen gerathen, ist ein Räthsel geblieben.
Am Sonntag den 31.Januar @ Abends gegen 6 ¼ Uhr brach in dem Pferdestalle des Gastwirths Schumacher von Kalkhäuschen Feuer aus, welches das Stall-Scheunengebäude bis auf die Umfassungsmauern zerstörte und die sämmtlichen Stroh und Futtervorräthe verzehrte. Außerdem verbrannten auch alle Scheunen- und Stallgeräthe, sowie ein Pferd des Schumacher.
Die den Erben Rothheut gehörenden Gebäulichkeiten waren bei der Rheinischen Provinzial Feuer Societät, das Mobilar des Schumacher dagegen bei der Aachen-Münchener Gesellschaft versichert.
Am Sonntag den 28.Februar @ Morgens gegen 8 ½ Uhr brach im Wohnhause des Wirthes und Ackerers Johann Wilhelm Heidenthal zu Münsterbildchen ebenfalls Feuer aus, welches das in Steinfachwerk aufgeführte Haus total zerstörte und einen Theil des Mobilars und Futters des Heidenthal vernichtete Wohnhaus und Mobilar waren bei der Aachen Münchener Gesellschaft versichert.
Am Sonntag den 18.April @, Nachmittags gegen 3 Uhr brach im hiesigen Gemeindewalde, im Districte Kirchenhan, Feuer aus, welches trotz aller Anstrengungen der aus Schmitthof, Rott, Roetgen und selbst Raeren zahlreich herbeigeeilten Leute so rasch und bedeutend um sich griff, daß in wenigen Stunden ca. 20 Hektar eingenommen waren. Die in den jungen Schlägen angelegten Pflanzungen sind gänzlich verbrannt, und ist die ganze Fläche abgetrieben und neu bepflanzt worden.

Eine höchst wichtige Angelegenheit ist seit kurzer Zeit der Gegenstand beständiger Sorge und Thätigkeit, nämlich die Frage, ob die hiesige Gemeinde und überhaupt das ganze Münsterländchen demnächst eine Eisenbahn erhalten und dadurch in den Stand gesetzt werden soll, seine hier verborgenen vielen Erz Mineralien und sonstigen Rohprodukte dem Verkehr in viel lohnender Weise überliefern zu können, als dies seither wegen der kostspieligen.......partkosten möglich war.
Wie aus den bis jetzt gepflogenen Verhandlungen bekannt ist, liegt es in der Absicht, eine Eisenbahnverbindung von Luxemburg rsp. Bellingen über St. Vith, Malmedy, Montjoie, Roetgen und von Roetgen über Schmitthof und Cornelymünster nach Aachen herzustellen. Von dem betreffenden Comite wird aber gefordert daß die berührten Gemeinden das zm Bahnbau nöthige Terrain unentgeltlich hergeben, und zwar nicht allein das Gemeinde sondern auch das Privat Eigenthum, gewiß eine bedeutende Forderung, daß die Gemeinden aber an dem Zustandekommen dieses Projektes ein unberechenbares Interesse haben, ist andererseits auch gewiß nicht zu verkennen und darf aus diesem Grunde die Gemeinde von keinem Opfer zurückschrecken, wenn wir dies eben vorliegend der Fall ist. Die Wahl der zu bauenden Eisenbahnstrecke von der Befriedigung der gestellten Forderung abhängig gemacht wird. Ich gebe der Hoffnung Raum, daß die weiteren Verhandlungen in dieser Angelegenheit von diesem Geiste geleitet werden.


Walheim den 10. Oktober 1875, der Bürgermeister, Hochstenbach



Band–3 1876-1899


Original Chroniken aus der Zeit
[2019] Abschrift durch Förderkreis Abteigarten (im Bezirksamt Kornelimünster/Walheim)
[2021] Jetzt im Stadtarchiv Aachen, StAAc GEM 15-8

[1876] Chronik

C h r o n i k

der
Bürgermeisterei Walheim, im Kreise , Regierungs-Bezirks Aachen

Bürgermeisterei Cornelimünster im Kreise Aachen Regierungsbezirk Aachen
Gegenwärtiges Chroniken Buch enthält einhundert Blätter, wovon das erste und letzte Blatt von dem Unterzeichneten paraphirt ist.

Cornelimünster, den 1. ten Februar 1877; der Bürgermeister Hochstenbach





1876

Bevölkerung
1876 m w
Population 14041399 2803
Geburten 41 45 0 unehelich
Todesfälle 31(8)27(3) 1 über 90
Trauungen 17
geimpfte Kinder
Liniendienst
Elementarschüler
Viehbestand
Viehstand Stück
Pferde
Rindvieh
Schaafe
Ziegen
Schweine
Acker Erzeugnisse
Acker Erzeugnissehektarenhektoliter pro hektarePreis pro hektoliter
Weitzen
Roggen
Gerste
Hafer
Spelz
Buchweizen
Rübsaamen
Kartoffeln
Preise
PREISE ThlrSgrpro
Heu 50kg
Stroh 50kg
Leinsaamen Hektoliter
Flachs Stein
Butter Kilogramm
Käse Kilogramm
Landwolle Kilogramm
Ackerland Hektare
gut
mittelmäßig
schlecht
Wiesen- und Weideland
gut
mittelmäßig
schlecht

Die am 1.Dezember 1875 stattgehabte allgemeine Volkszählung ergab in hiesiger Gemeinde eine Gesammtbevölkerung von 2803 Seelen während bei dieser Zählung in 1871 2836 Seelen vorhanden waren, so daß eine Abnahme von 33 Seelen zu registriren ist.
Sämmtliche Einwohner der Gemeinde gehören zur katholischen Religion.

Mit Ablauf des Jahres 1875 schiedem dem Turnus gemäß die Herren Wilhelm Scholl u. Wilhelm Krott beide aus Walheim, Plum Herbert aus Hahn, Giesen Lambert aus Nütheim, Menniken Simon und Plum Wilhelm aus Oberforstbach aus dem Gemeinderathe aus. Der bis Ende 1878 gewählte Peter Prinz aus Schmithof war inzwischen gestorben. Bei den am 29.November 1875 stattgehabten Erneuerungs u. resp. ErsatzWahlen wurden die Herren: Giesen Lambert, Plum Hubert, Krott Wilhelm, Scholl Wilhelm, Mennicken Simon und Stickelmann Karl und als Ersatzmann für den p Prinz der Bertram Radermacher aus Schmithof gewählt, welche, nachdem diese Wahlen durch den Herrn Landrath unterm 18.September 1875 bestätigt worden, am 24. Januar u. resp. 24 April 1876 in ihr Amt eingeführt wurden.
An Stelle des wegen Altersschwäche nicht wieder ernannten zweiten Beigeordneten Heinrich Joseph Kratzenberg von Friesenrath ernannte die königliche Regierung mittelst Verfügung vom 2.April vor. Js. I No 6646 den Müller Herrn Heinrich Plum zu Hahn zum zweiten Beigeordneten der Bürgermeisterei, welcher am 24. April vor. Js. den Herrn Oster zu Burtscheid zum Oberförster der hiesigen Gemeinde, der nach erfolgter Bestätigung durch die königliche Regierung die Stelle am 1.Juli v. Js. definitiv übernommen hat.
Am 30.Januar v. Js. starb der 65 Jahre alte Lehrer Mathias Pick zu Oberforstbach, dessen Stelle zeitweilig durch einen Aspiranten versehen und vom 15.November vor. Js. ab dem Lehrer Mathias Vossen aus Harzheim im Kreise Schleiden provisorisch übertragen wurde. In Folge einer durch den Kreis Schulinspector der königlichen Regierung berichteten Ueberfüllung der Schulklasse in Hahn wurde die Frage der Errichtung einer zweiten Schulklasse dortselbst, sowie in Folge eines desfallsigen Gesuches eines Einwohners die Errichtung einer Schule in Friesenrath in Anregung gebracht. Auf wiederholte dringende Bitte des Gemeinderathes hat die königliche Regierung hiervon jedoch Abstand genommen, weil bei der nachweislichen Abnahme der Bevölkerung in der Pfarre Hahn zu erwarten steht, daß nach einigen Jahren das Bedürfnis einer zweiten Schulklasse gewichen sein wird.
Die höheren Orts angeregte Errichtung von ländlichen Fortbildungsschulen hat Gemeinderath wegen des damit verbundenen Kostenpunktes ablehnen zu müssen geglaubt. Um diese sehr zweckmäßigen Schulen der männlichen Jugend in hiesiger Gemeinde, die durchweg einer Fortbildung dringend Bedarf, zu verschaffen, hat der Bürgermeister Schritte gethan, um die Kosten seitens des Vereins zur Beförderung der Arbeitsamkeit bestritten zu sehen, worüber noch der Bescheid erwartet wird.
In dem Bestande des Grundvermögens aus der Gemeinde ist seit vorigem Jahre eine Aenderung nicht eingetreten. Der am Schlusse des Jahres 1875 vorhandene Baufonds, für die Kirche in Hahn ad 1779 M 40 pf ist Ende 1876 durch die Budgetmäßig angesammelten 1500 Mk gestiegen bis auf 3279 M. 40 pf Gemeindeschulden sind keine vorhanden.

Nachdem durch Gesetz vom 29. Juni v. Js. das EtatsJahr für den Staatshaushalt auf den 1.April bis Ende März jeden Jahres verlegt worden, hat die königliche Regierung bestimmt, daß die Gemeinde Verwaltung bezüglich ihres Etats sich dieser Verlegung anschließe, was zur Folge hatte, daß der Etat pro 1876 für die Zeit bis Ende März dieses Jahres prolongirt worden. Den für diese Zeit vom 3 Monaten zu leistenden Ausgaben der Gemeinde ad Ja. Pr. 5000 Mk steht eine Einnahme von nur ca. 800 Mk gegenüber, sodaß die Mehrausgabe beträgt 4200 Mark.
Die Mehrbedürfnisse der Armenkasse in Folge der durch die ungünstigen Zeitverhältnisse hervorgerufenen, größeren Dürftigkeit, sowie durch permanente Verpflegung der Armen Thoma u. Schornstein betragen ca. 900 Mk. Der weitere Umstand, daß in 1876 erhebliche Kostenbeträge für die neu ins Leben gerufene Provinzial Verwaltung eingezahlt werden mußten, wofür Fonds garnicht vorgesehen waren, z.B. Beitrag zu den allgemeinen Bedürfnissen der Provinzial Verwaltung mit 1688 M. 69 pf. und Kosten der Reorganisation des Irrenwesens ad 675 M 43 pf., welche Beträge gemäß einer Verfügung das Herrn Landrath vom 11. November a. Ja. für das neue Jahr wieder erforderlich sein werden und deshalb auch disponibel gestellt worden sind, in Verbindung mit dem erheblichen Ausfall an Pächten in Folge der am 20. und 23. November vor Js. stattgehabten Wiederverpachtung der Gemeinde "Ländereien ad. pr. pr. 800 Mk, hat das Bedürfniss einer Umlage zur Bestreitung der allgemeinen Bedürfnisse für das Rechnungsjahr 1877 wieder nöthig gemacht und zwar zur Höhe von 35% der Grund Gebäude und Gemeindeeinkommensteuer der Gemeinde Angehörigen, eine Thatsache, die bei den heutigen durchaus ungünstigen Zeitverhältnissen, welche in Folge der lang andauernden geschäftlichen Krisis entstanden, gewiß nicht erfreulich ist.

Der im Winter 1874/75 im Grundbette hergestellte Weg von hier nach der Hasbach hat im vorigen Jahre die nöthige Steindecke erhalten, deren Kosten sich auf 846 Mark 30 pf belaufen und im Etat pro 1877 disponibel gestellt worden sind. Die den Kirchhof zu Walheim von dem Wege abschließende Mauer war durchschnittlich nur 3 Fuß hoch und stellenweise sehr schadhaft, weshalb eine angemessene Erhöhung und Instandsetzung derselben unter Anbringung einer Ziegelkappe vorgenommen worden, deren Kosten, 570 Mk 75 pf im Etat pro 1877 ebenfalls vorgesehen sind.

Am Orte Friesenrath mangelte es an ordentlichen Brunnen, weshalb der in der Wiese des Gemeinde Verordneten Welter belegene Gemeindebrunnen vertieft, ausgemauert und mit einem massiven Gehäuse versehen und ferner in der Nähe des Weges zum Friesenrather Hof eine vorhandene Quelle vertieft, eingefaßt und ebenfalls mit einem massiven Gehäuse umgeben worden.
Mehrere Wege bei Hahn u. a. das Knippchen und Weg von Hahn nach Kitzenhaus waren an mehreren Stellen einer durchgreifenden Reparatur bedürftig, welche erfolgt ist.

Nachdem in 1875 der Platz vor dem Schul und Gemeinde Hause in Walheim mit jungen Lindenbäumen bepflanzt worden, ist im Frühjahr 1876 auch eine solche Pflanzung vor und längs der Kapelle in Oberforstbach ausgeführt worden. Bei einiger sorgfältigen Pflege dieser Bäume werden sie nach wenigen Jahre eine hübsche Zierde des Ortes bilden.
Die Fortsetzung des Ausbaues der Dorfstraße in Nütheim auf Cornelimünster ist in Folge Beschlusses des Gemeinderaths auf eine Länge von 400 Meter am 30.Oktober v.Js. in Verding gegeben worden und wird im Laufe dieses Jahres beendet werden. Die Kosten sind mit 1600 Mark disponibel gestellt.

Die unsere Gegend so lebhaft interessirende Frage einer Eisenbahnverbindung ist seit meinem letzten Chroniksberichte in ein neues Stadium getreten. Sicherem Vernehmen nach hat das diese Angelegenheit betreibende Comite die Conzession zum Ausbau der Strecke von der Luxemburger Grenze über St. Vith, Montjoie, Roetgen und Cornelimünster nach Stolberg und nach Aachen nachgesucht und liegen die Verhandlungen dem hohen Ministerium zur Entscheidung vor.
Für die vielen Arbeiter, welche seit einiger Zeit ohne Beschäftigung sind, wäre es höchst wünschenswerth, wenn eine rasche Erledigung dieser Frage herbeizuführen wäre.

Der seitherige Lauf der Hausnummern in hiesiger Gemeinde war für den Uneingeweihten sehr wenig verständlich, weshalb eine Nummerirung der Häuser vorgenommen wurde, und zwar mittelst Zinkplatten, die vom Gemeinderath übernommene Kosten ad 173 Mark 25 Pfg sind pro 1877 disponibel gestellt worden.

Am 11.Juli vor. Js. explodirte zum dritten Male die in hiesiger Gemeinde unweit Rott gelegene Pulver Fabrik Marienthal, wobei leider der Pulvermeister Jacob Fink von Rott und der Arbeiter Wilhelm Frings von Mulartzhütte ihren Tod fanden. Die Ursache der Explosion ist nicht genau festzustellen gewesen.

Am 11.August v. Js. entstand im Gemeindewalde, District Taubenplei, ein Waldbrand, der den Holzbestand auf einer Fläche von ca. 1 Hektar stark beschädigt hat.
Der bis zum Herbste günstige Zustand der Gemeindekasse gestattete auch Mildthätigkeit nach außen hin zu üben. Den durch mehrmalige Ueberschwemmungen des Rheines arg Heimgesuchten neuen deutschen Brüdern im Elsaß wurde als Unterstützung der Betrag von 100 Mark bewilligt.


Walheim, den 1.Februar 1877, der Bürgermeister, Hochstenbach



1877

Bevölkerung
1877 m w
Population 14041399 3129
Geburten 45 56 1 unehelich
Todesfälle 33 28 0 über 90
Trauungen 24
geimpfte Kinder
Liniendienst
Elementarschüler
Viehbestand
Viehstand Stück
Pferde
Rindvieh
Schaafe
Ziegen
Schweine
Acker Erzeugnisse
Acker Erzeugnissehektarenhektoliter pro hektarePreis pro hektoliter
Weitzen
Roggen
Gerste
Hafer
Spelz
Buchweizen
Rübsaamen
Kartoffeln
Preise
PREISE ThlrSgrpro
Heu 50kg
Stroh 50kg
Leinsaamen Hektoliter
Flachs Stein
Butter Kilogramm
Käse Kilogramm
Landwolle Kilogramm
Ackerland Hektare
gut
mittelmäßig
schlecht
Wiesen- und Weideland
gut
mittelmäßig
schlecht

Die am 1. Dezember 1875 stattgehabte allgemeine Volkszählung ergab in hiesiger Gemeinde eine Gesammt bevölkerung von 2803 Seelen.
Die diesjährige KlassensteuerRolle ergab eine solche von 2802 mithin ein Minus von 1 Seele.
Sämmtliche Einwohner der Gemeinde gehören zur katholischen Religion.

Mit Ablauf dieses Jahres ging die 6 jährige Wahlperiode des hiesigen Kreistags Abgeordneten und dessen Stellvertreter zu Ende, weshalb am 19. vor. mts. eine Neuwahl für die Jahre 1878 bis 1883 stattfand, welche auf Herrn Karl Stickelmann als Abgeordneter und Herr Lambert Giesen als Stellvertreter fiel.
Bemerkenswerthe Thatsache auf dem Gebiete des Kirchen und Schulwesens sind nicht vorgekommen.
In dem Bestande des Grundvermögens der Gemeinde ist eine Aenderung nicht eingetreten.

Der am Schlusse des Jahres 1876 vorhandene Baufonds für die Kirche in Hahn von 3279 Mk 40 Pfg ist durch die in diesem Jahre angesammelten 1500 Mk bis auf 4779 M. 40 pf gestiegen.
Die Hoffnung, daß der zweite Holzverkauf von 1877 einen Erlös von 6000 Mark ergeben werde, wurde bisher getäuscht, es wurden nur 3602 Mark erzielt und blieb für 848 Mk. Holz unverkauft, welches später unter der Hand und unter Taxe losgeschlagen werden mußte.
Um diesen Ausfall in der Einnahme zu decken, wurde die Gemeinde genöthigt, eine Anleihe von 1600 Mark bei der Kreis Communal Kasse des Landkreises Aachen zu machen, damit hiermit die Kosten des Ausbaues des Weges von Nütheim nach Cornelimünster gedeckt werden konnten. Die Tilgung dieser Schuld erfolgt in den beiden nächsten Jahren mit je 800 Mark. Außer dem in der Ausführung begriffenen Ausbau einer Wegestrecke von Nütheim nach Cornelimünster ist eine bauliche Thätigkeit nicht entwickelt worden.
Die ungünstigen Resultate der zwei letztjährigen HolzVerkäufe haben selbstverständlich die meiste Einwirkung auf die Höhe der Communalsteuern. Die diesjährige Höhe betrug 35%, im nächsten Jahre werden sie eine erhebliche Steigerung erfahren.
Auf Anordnung der königlichen Regierung ist das Kirchhofs und Beerdigungs Wesen neu regulirt worden bezüglich des Kirchhofes in Walheim und zwar durch Entheilung desselben für die Leichen von Kindern unter 10 Jahren und für die Leichen älterer Personen, sowie Nummerirung der Gräber und katastermäßigen Nachweis jeder Beerdigung, Hinsichtlich desjenigen von Hahn boten sich Schwierigkeiten, weil dessen Vergrößerung bei dieser Gelegenheit, im Hinblick auf den nach einiger Zeit nöthig werdenden Neubau der dortigen Kirche nöthig erschien und nach langwierigen Verhandlungen erst kürzlich eine Einigung mit dem anstoßenden Besitzer Christian Ostlender dahin zu erzielen gewesen, daß dieser der Gemeinde 9 ?Ruthen aus seiner Wiese zur Vergrößerung des Kirchhofs verkauft.

Am 9.März 1877 wurde in einem Wassergraben bei Hahn der früher in Walheim und zuletzt in Aachen wohnende Steinhauer Johann Joseph Beretz todt gefunden. Derselbe war am 7.März v. Js., Abends in Walheim in total betrunkenem Zustande gewesen und ist ohne Zweifel vom Wege abgerathen und in seinem hilflosen Zustande ertrunken.
Am Dienstag den 12.Juni v. Js. nachmittags 3 Uhr entlud sich in hiesiger Gegend ein heftiges Gewitter. Der Blitz fuhr in den Stall des Ackerers Peter Joseph Prick zu Nütheim und tödtete eine Kuh und ein Rind, auch der an der Kette liegende Hund wurde erschlagen.
Am Sonntag den 24.Juni v. Js., Vormittags 9 Uhr wurde in hiesiger Gegend allenthalben ein heftiges Erdbeben wahrgenommen, welches von einem Donnerähnlichen Getöse begleitet war, die Dauer desselben betrug 3 Sekunden.
Am 14. September, nachmittags 4 Uhr brach im Wohnhause des Wirthes Johann Wilhelm Tourney in Walheim Feuer aus, welches das Haus im Innern größtentheils und einiges Mobilar und Futtervorräthe zerstörte. Wie das Feuer entstanden, ist nicht zu ermitteln gewesen, die gerichtliche Untersuchung hat jedoch dargethan, daß eine böswillige Brandstiftung nicht vorlag.

In Oberforstbach war im Dezember unter dem Rindvieh der Wittwe Wilhelm Broichhausen die Maul und Klauenseuche ausgebrochen, woher die Krankheit eingeschleppt wurde, ist nicht constatirt worden.

Gewerbebetrieb und Handel liegen noch immer total darnieder und ist eine große Anzahl Arbeiter ohne Beschäftigung, was zu ernstlichen Besorgnissen Veranlassung gibt. Die Gegend wird von fremden Vagabunden und Bettlern derart stark heimgesucht, wie nie zuvor, und ist die Unsicherheit der Personen und deren Eigenthums eine bedenkliche geworden, da in letzter Zeit außer einigen gewöhnlichen Veruntreuungen 4 Diebstähle mittelst Einbruchs und 1 Straßenraub durch mich haben instruirt werden müssen.


Walheim den 1.Mai 1878, der Bürgermeister, Hochstenbach



1878

Bevölkerung
1878 m w
Population 14041399 2803
Geburten 39 51 2 unehelich
Todesfälle 32 25 1 über 90
Trauungen 13
geimpfte Kinder
Liniendienst
Elementarschüler
Viehbestand
Viehstand Stück
Pferde
Rindvieh
Schaafe
Ziegen
Schweine
Acker Erzeugnisse
Acker Erzeugnissehektarenhektoliter pro hektarePreis pro hektoliter
Weitzen
Roggen
Gerste
Hafer
Spelz
Buchweizen
Rübsaamen
Kartoffeln
Preise
PREISE ThlrSgrpro
Heu 50kg
Stroh 50kg
Leinsaamen Hektoliter
Flachs Stein
Butter Kilogramm
Käse Kilogramm
Landwolle Kilogramm
Ackerland Hektare
gut
mittelmäßig
schlecht
Wiesen- und Weideland
gut
mittelmäßig
schlecht

Die letzte am 1.Dezember 1875 stattgehabte allgemeine Volkszählung ergab in hiesiger Gemeinde eine GesammtBevölkerung von 2803 Seelen nach der diesjährigen Klassensteuerrolle war 2833 mithin eine Zunahme von 30 Seelen.
Sämmtliche Einwohner der Gemeinde gehören zur katholischen Religion.
Im Jahre 1878 wurden hier geboren männliche Kinder 39, weibliche Kinder 51, gesamt 90.
Davon war ehelich geboren 2.
Zu demselben Jahre starben männliche Personen 32, weibliche Personen 25, sodaß die Zahl der Geborenen 57 um 33 größer ist als die Gestorbenen.
Ueberdies sind in der Zahl der Gestorbenen 5 todtgeborene Kinder entfallen, welche sämmtlich männlichen Geschlechts waren.
Die Zahl der Trauungen in 1878 belief sich auf 19.

Der seitherige Beigeordnete Herr Wilhelm Ganser hierselbst, dessen sechsjährige Amtsperiode zu Ende ging, wurde durch die kgl. Regierung unterm 10.Juli vor. Js. No. 14604 auf weitere 6 Jahre zum Beigeordneten der hiesigen Bürgermeisterei ernannt und am 28.October v. Js. vor versammeltem Gemeinderath wieder eingeführt.
Gegen den hiesigen Gemeindeförster Ludwig Engels wurde in Folge einer gemachten Anzeige über erhebliche Dienstwidrigkeiten desselben die Disziplinar-Untersuchung eingeleitet, welche zur Folge hatte, daß der Engels durch Urtheil der kgl. Regierung als Disciplinar Behörde vom 4.October vor. Js. aus seinem Dienste des Gemeindeförsters entlassen worden. Der Engels hat gegen dieses Urtheil Berufung eingelegt, über welche bis jetzt eine Entscheidung noch nicht ergangen ist. Da der Engels nach Erlaß des Urtheils vom 11.October vor. Js. Kraft des Gesetzes vom Amte suspendirt war, wurde dem Culturarbeiter Mathies Joseph Brusquin zu Rotterdell die Wahrnehmung der Forsthut einstweilen übertragen.

Mit Ende 1878 schieden dem Turnus gemäß die Herren 1. Ganser Wilhelm Heinrich aus Walheim, 2. Radermacher Bertram aus Schmithof, 3. Welter Ludwig aus Friesenrath, 4. Löhr August aus Hahn, 5. Stärk Karl aus Nütheim und 6. Vandeberg Cornel von Wildburg aus dem Gemeinderathe aus, während der Gemeinde Verordnete Herr Hubert Plum aus Hahn gestorben.
Bei den am 21.November vor.Js. stattgehabten Ergänzungswahlen wurden die sub 1, 3 und 6 genannten Herren Ganser, Welter, Vandeberg wiedergewählt und die Herren Plum Heinrich aus Hahn, Peter Hansen Ackerer aus Schmithof und Heinrich Conrads Wirth zu Nütheim neu gewählt, während auf den ausgeschiedenen Hrn August Löhr aus Hahn die für den verstorbenen Plum vorgenommenen Ersatzwahl fiel. Die Einführung der neu und wiedergewählten Gemeinde Verordneten fand heute statt.

Auf Antrag des Presbyteriums der evangelischen Gemeinde Zweifall haben die königl. Regierung und das königl. Consistorium in Coblenz mit Genehmigung des Herrn Ministers der geistlichen Angelegenheiten und des evangelischen Ober Kirchenraths eine definitive Circumscription der evangelischen Gemeinde Zweifall unterm 5. October/25.September vor. Js. erlassen, welche im Amtsblatte No 753 auf Seite 251 publicirt ?? hiernach ist die Gemeinde Walheim mit Ausnahme der Ortschaft Münsterbildchen zur evangelischen Gemeinde Zweifall eingepfarrt.

Der emeritirte Lehrer Johann Löhr zu Hahn, welcher an der hiesigen Gemeinde ein Ruhegehalt von 280 Mark pro Jahr bezog ist am 19/7 @ gestorben. Der Lehrer Johann Joseph Jansen in Schleckheim, welcher in Folge eines Brustleidens bereits seit Jahresfrist dienstunfähig war, wurde durch die kgl. Regierung vom 1.November vor.Js. ab in den Ruhestand versetzt, nachdem die hiesige Gemeinde ihm ein Ruhegehalt von 300 Mark jährlichs bewilligt, das die königl. Regierung durch Gewährung eines Zuschusses von 200 Mk. aus Staatsmitteln auf 500 Mk. erhöhte.
Eine Wiederbesetzung der Lehrerstelle in Schleckheim ist wegen des anhaltenden Lehrermangels bis jetzt noch nicht wieder erfolgt.
In dem Bestande des Gemeindevermögens der Gemeinde ist im abgelaufenen Jahr eine Aenderung nicht eingetreten.
Den am Schlusse des Rechnungsjahres 1877/78 vorhandene Baufonds für den Neubau der Kirche in Hahn ad 4779 M. 40 pf. wird durch die Budgetmäßig angesammelten 1500 M Ende März d. Js. die Höhe von 6279 M 40 pf erreichen.
Von der im Jahre 1877 bei der Kreis Communalkasse des Landkreises Aachen aufgenommenen Schuld ad 1600 Mark werden Ende März d. Jr. 800 Mark und der Rest zum gleichen Betrage im kommenden Rechnungsjahre getilgt werden. Andere Schulden hat die Gemeinde nicht.

Der in 1877 in Angriff genommene Ausbau der 1.Hälfte des Weges von Nütheim nach C.Münster ist im vor. Jahre fertig geworden, und haben sich die die Kosten auf 1500 Mark belaufen.
Nachdem die langwierigen Verhandlungen über den Ankauf des zur Vergrößerung des Kirchhofs in Hahn erforderlichen Terrains aus der Ostlender 'schen Wiese endlich durch Erwerbung des Terrains zu Ende geführt worden, muß, sobald die Witterung dies gestattet, mit der Ausführung einer Einfriedigungsmauer um den neuen Theil des Kirchhofs vorgegangen werden, Termine zur Verdinggabe ist bereits anberaumt und die Kosten von 850 Mk sind disponibel gestellt.
Der bereits vor 10 Jahren angeregte Neubau einer Kirche in Hahn ist neuerdings der Gegenstand der Verhandlungen zwischen dem dortigen Kirchenvorstande und der Gemeindeverwaltung gewesen. Nachdem der erstere unter Vorlage eines Projektes des Landraths Katz in Cöln den Neubau einer Kirche an Stelle der jetzigen mehrfach schadhaften und stellen baufälligen Kirche bei der Gemeinde vom 1.August vor. Js. beantragt hat, da die Kirchenfabrik in Hahn einiges Fabrikvermögen besitzt, welches event. zu den Baukosten hergegeben ist, der Kirchenvorstand sich hierüber aber in verbindlicher Weisung nicht ausgesprochen hat, konnte die Genehmigung königlicher Regierung zu dem vom Gemeinderathe in Anerkennung des Bedürfnisses am 9. Septbr v. Js einstimmig beschlossene Neubau eines Kirche nach Maaßgabe des Katz'schen Projektes bis jetzt noch nicht nachgesagt werden.

Wiewohl die nunmehr schon über 5 Jahre andauernden wirtschaftlich sehr ungünstigen Zeitverhältnisse es höchst wünschenswerth erscheinen ließen, die Communal steuern sich ermäßigen anstatt erhöhen zu sehen, so war es bei aller Sparsamkeit im Gemeinderathe nicht möglich, für das nächste Jahr eine Erhöhung zu vermeiden, einestheils deshalb, weil für den Wegebau bei Ritscheid und die Instandsetzung des Kirchhofes in Hahn außerordentliche Fonds disponibel gestellt werden mußten, anderentheils weil die hiesige Gemeinde durch die Provinzialverwaltung verpflichtet worden, zur Ausgleichung der Kriegsleistungen von 1870/71 unter den Gemeinden der Rheinprovinz die Summe von 2093 Mark zu zahlen, wovon ergangener Verfügung gemäß das erste drittel mit 697 M. 66 pf im nächsten Budget disponibel gestellt werden müssen.
Die königliche Regierung hat angeordnet, daß für das Armenrechnungswesen, welches nach dem preußischen Gesetze vom 8/3 1871 über die die Ausführung des den Unterstützungswohnsitz betreffenden Reichsgesetzen vom 6/6 1870 und mehr einen integrirenden Theil des Gemeinderechnungswesens bildet, in Zukunft nicht mehr besondere Etats und Rechnungen aufgestellt, die Einnahmen und Ausgaben desselben in den Gemeinde Etat und zwar unter besonderen Abtheilungen aufgeführt werden sollen.

Die Bedürfnisse der Armenpflege vermehren sich von Jahr zu Jahr, was zum größten Theil in der durch die wirtschaftlich schlechten Zeitverhältnisse entstehende größere Hülfsbedürftigkeit der ärmeren Klasse seinen Grund hat. Außerdem fielen aber auch im verwichenen Jahre wieder 2 vermögenslose Waisenkinder der Gemeinde zur Last.

Auf Veranlassung des am 7.Februar vor. Js. erfolgten Ablebens des Papstes Pius IX fand in den Kirchen hiesiger Gemeinde feierlicher Gottesdienst statt.

In der Nacht vom 12. zum 13. Februar vorigen Jahres brach im Wohnhause des Ackerers und Holzhändlers Christian Schmitz zu Münsterbildchen Feuer aus, welches die der Gräfin von Nellissen zu Aachen gehörenden Wohn und Oeconomie Gebäulichkeiten total zerstört, einen Theil des Schmitz‘schen Mobilars vernichtete. Sowohl die Gebäude wie das Mobilar waren gegen Feuerschaden versichert.
Am 23.Febr. vr. Js. brach in der Döll'schen Lohmühle zu Friesenrath Feuer aus, welches diese bis auf die Umfassungsmauern zerstörte und eine Parthie vorhandene Loh und einiges Mobilar vernichtete. Sowohl die Mühle als Mobilar waren gegen Feuerschaden versichert.
In der Nacht vom 22. zum 23. März v. Js. wurde beim Wirthen Kohl zu Schmithof ein bedeutender Diebstahl an Kleidungsstücken, Geld etc. mittelst Einsteigens ausgeübt. Den unausgesetzten Nachforschungen gelang es der Diebe und auch größtentheils der gestohlenen Sachen Habhaft zu werden und zwar in Verviers.
Unter den Dieben befand sich auch ein in Schmithof bekannter wegen Munds und Mordsversuchs steckbrieflich verfolgte Wilhelm Recker nebst der ihn begleitenden Ehefrau Schillings von Ichenberg bei Eschweiler und haben alle Verbrecher vom kgl. Assisenhofe zu Aachen die wohlverdiente Strafe erhalten.
Die vom 11.Mai und am 2.Juni vor. Js. von ruchloser Hand verübten Attentate auf das Leben Sr. Majestät unseres Kaisers und Königs Wilhelm haben in allen Schichten der Bevölkerung die tiefste Entrüstung hervorgerufen. Nicht geringer war aber auch die Freude über die nach langer schmerzlicher Krankheit erfolgte Genesung des allgemein hochgeachteten und verehrten Landesvaters.
Am Sonntag den 16.Juni Nachmittags zwischen 5 u. 6 Uhr brach im Hause des Wirthen und Bäckers Hubert Kreischer zu Hahn Feuer aus welches glücklicherweise noch so rechtzeitig beherrscht und gedämpft wurde, daß nur ein kleiner Theil der größten Dachfläche wegbrannte und der Schaden nicht erheblich wurde.
Am 26.August vor. Js. vormittags 8 Uhr 55 Minuten wurde in hiesiger Gegend unter donnerähnlichem Getöse eine starke Erderschütterung wahrgenommen, die von Süd-Westen kam und in der Richtung nach Nord-Osten sich verlief. Um 9 Uhr 8 Minuten erfolgte eine zweite und um 11 Uhr 4 Minuten eine dritte. Obgleich in hiesiger Gegend die Häuser stark erbebten und vielfach das Schwanken von Gegenständen in den Häusern wahrgenommen wurde, sind glücklicher Weise Unglücksfälle nicht zu constatiren gewesen.
Der Gastwirth und Steingrubenbesitzer Johann Wilhelm Tornay zu Walheim, 69 Jahre alt, machte am 16. August vor. Js. seinem Leben durch Erhängen auf dem Speicher seines Hauses ein Ende. Eine in Folge von verlorenen Prozessen an Wahnsinn grenzende Aufregung wird allgemein als die Ursache der unseligen That angenommen.
Am 26.Juni vor. Js. Nachmittags 4 Uhr entstand beim Steinhauer Johann Jacob Ostlender hierselbst eine Feuersbrunst, welche nicht allein dessen Wohnhaus, Stall und Scheune nebst vielen Möbel und Geräthen, sondern auch die Gebäulichkeiten und Fruchtvorräthe etc. des Viehhändlers Christian Krott und der Wwe. Karl Frings ergriff und zum größten Theil zerstörte. Sämmtliche Gebäude und Möbel waren gegen Feuerschaden versichert.
Am 30.Juli Morgens 5 Uhr brach beim Maurer Anton Bohl zu Schmithof ebenfalls Feuer aus, welches dessen Wohnhaus nebst Stall und Scheune bis auf die Umfassungsmauern zerstörte und einen Theil der Möbel verzehrte. Auch hier waren Gebäude & Mobilar versichert.
Am 19.Septbr, Nachmittags 3 Uhr entstand in einem zu Königsmühle gelegenen, dem Wirthen Conrads zu Nütheim gehörenden Hause Feuer, welches das Haus größtentheils zerstörte und die geringen Habseligkeiten des Miethers Brandenberg zum Theil vernichtete. Letztere waren gegen Feuersschaden nicht, das Haus dagegen wohl versichert.
Drei Tage später, am 22.Septbr v. Js. brach in einem zu Schmithof gelegenen Hause, welches der in Köln wohnenden Wwe. Johann Wilhelm Möres gehört, ebenfalls Feuer aus und zerstörte dasselbe bis auf die Umfassungsmauern und vernichtete einen Theil des Mobilars des Miethers Berger. Haus und Mobilar waren gegen Feuerschaden versichert.
Das verwichene Jahr hat demnach nicht weniger als 7 größere Feuersbrünste in hiesiger Gemeinde aufzuweisen, was gewiß in hohem Grade Besorgnis erregend ist, zumal die eingeleiteten Untersuchungen und in ein paar Fällen ergeben haben, daß die Brände ohne Schuld dritter entstanden sind, während in allen anderen Fällen die Ursache derselben nicht positiv festgestellt werden konnten.

Walheim, den 20.Februar 1874, der Bürgermeister, Hochstenbach



1879

Bevölkerung
1879 m w
Population 14041399 2803
Geburten 58 52 0 unehelich
Todesfälle 26 28 1 über 90
Trauungen 17
geimpfte Kinder
Liniendienst
Elementarschüler
Viehbestand
Viehstand Stück
Pferde
Rindvieh
Schaafe
Ziegen
Schweine
Acker Erzeugnisse
Acker Erzeugnissehektarenhektoliter pro hektarePreis pro hektoliter
Weitzen
Roggen
Gerste
Hafer
Spelz
Buchweizen
Rübsaamen
Kartoffeln
Preise
PREISE ThlrSgrpro
Heu 50kg
Stroh 50kg
Leinsaamen Hektoliter
Flachs Stein
Butter Kilogramm
Käse Kilogramm
Landwolle Kilogramm
Ackerland Hektare
gut
mittelmäßig
schlecht
Wiesen- und Weideland
gut
mittelmäßig
schlecht

Die letzte am 1.December 1875 stattgehabte allgemeine Volkszählung ergab in hiesiger Gemeinde eine Gesammt Bevölkerung von 2803 Seelen. Nach der diesjährigen Klassensteuerrolle war eine solche vorhanden von 2833 Seelen mithin eine Zunahme von 30 Seelen.
Sämmtliche Einwohner der Gemeinde gehören zur katholischen Religion.
Die Berufung des Gemeindeförsters Engels gegen das seine Dienstentlassung verfügende Urtheil der königlichen Regierung vom 11. October 1878 wurde in der Ministerial Instanz am 29.Mai 1879 verworfen und der Engels demnach mit dem 30.Juni 1879 definitiv entlassen. Beide Urtheile haben ihm eine auf 2 Jahre aus Gemeindemitteln zu zahlende Unterstützung von 4/5 der ihm sonst gebührenden Pension zuerkannt, welche durch den mit ihm am 21.October 1879 abgeschlossenen Vertrag auf 240 Mark jährlichs vereinbart worden. An Stelle des zur Wahrnehmung der Försterstelle angestellten Culturarbeiters Brüsquin zu Rotterdell ist vom 1.Februar 1879 ab der Forstgehülfe Sevens aus Deidenberg betraut worden.

Nachdem der Gemeinderath die Försterstelle mit einem Jahrgehalte von 900 Mark neben freier Dienstwohnung und 1 ha Dienstland ausgestattet, hat die königliche Regierung verfügt, daß der Versuch zur Erlangung eines Forstversorgungsberechtigten Försters durch Ausschreibung der Stelle gemacht werde und ist die Ausschreibung der Stelle am 19.Januar 1880 erfolgt.
Der Gemeinde Verordnete August Löhr in Hahn reichte in Folge der Uebernahme des Küster-Amtes bei der Pfarrkirche in Hahn seine Entlassung am 12.April ein und wurde bei der am 26.Mai stattgehabten Ersatzwahl der Ackerer Johann Croussen zu seinem Nachfolger erwählt und am 19.Juni in sein Amt eingeführt.
An Stelle des nach Ablauf seiner Funktions-Periode auf seinen Wunsch nicht wieder ernannten Ortsvorstehers Herr Karl Stickelmann zu Ritscheiderhof durch den Herrn Landrath auf 6 Jahre zum Ortsvorsteher für Oberforstbach ernannt und am 1.December 1879 in sein Amt eingeführt.
Mit der am 1.October 1879 eingetretenen Justizreorganisation fiel das seitherige Friedensgericht in Burtscheid, zu dessen Bezirk die hiesige Gemeinde gehörte, fort und wurde diese alsdann dem in Aachen neu errichteten Amtsgerichte zugetheilt. In Folge der gleichzeitigen Einführung der Schiedsmanns-Ordnung, eines in der Rheinprovinz bis dahin unbekannten Instituts, wurde der Beigeordnete und Gemeinde Verordnete Herr Plum zum Schiedsmann und Gemeinde Verordnete Herr Lambert Giesen zu dessen Stellvertreter, beide auf 3 Jahre, gewählt.
Die im Jahre 1879 begonnenen Verhandlungen über den Neubau einer Pfarrkirche in Hahn sind, nach Beilegung der Differenzen mit dem Kirchenvorstande in Bezug auf die Hergabe des vorhandenen Vermögens der Kirchenfabrik, inzwischen so weit gediehen, daß die königliche Regierung unterm 22.October 1879 ihre Genehmigung zu dem beschlossenen Kirchenbau ertheilt hat und demnach die Vorbereitungen zur Verdinggabe des Baues getroffen werden konnten. Der Termin zur Eröffnung der Submissions Offerten ist auf Donnerstag den 29. Januar 1880 anberaumt worden und wird nach demnächstiger Wahl des Unternehmers der Bau alsbald in Angriff genommen werden können, damit er jedenfalls vor dem künftigen Winter unter Dach gebracht wird, um im Jahre 1881 vollständig fertiggestellt zu werden.
Die auf 41780 Mark veranschlagten Kosten des Baues wurden
1) durch das bei der Kirche vorhandene Fabrik Vermögen zur Summe von 5054 M. 65 pf
2) durch die seitens der Gemeinde bereits angesammelten Kirchenbaufonds ad 7717 M. 74 pf
12772 M. 39 de
und der Rest ad 29007 M. 61 de
oder sind 29000 Mark durch eine bei der Sparkasse in Soest gegen 4 ½% Zinsen zu realisirende Anleihe, deren Amortisation bis zum Jahre 1898 erfolgt, beschafft.
Die Genehmigung königlicher Regierung zu diesem Schuldentilgungsplan ist nachgesucht, aber noch nicht eingegangen. Als erste Rate dieser Anleihe sind im nächstjährigen Budget 15000 Mark angesetzt worden.

An Stelle der in den Ruhestand versetzten Lehrers Gansen von Schleckheim wurde vom 15.Februar 1879 ab der Lehrer Franz Joseph Hoever aus Düren von der königlichen Regierung berufen.
Die seit mehreren Jahren vacante und durch Aspiranten verwaltete Lehrerstelle zu Schmitthof wurde durch die königliche Regierung mit dem Lehrer Christian Thelen aus Langbroich vom 17.November 1879 ab besetzt.

In dem Bestande des Gemeindevermögens der Gemeinde ist seit dem letzten Jahre nur die eine Aenderung eingetreten, daß der aus dem Zehntertrag bei Oberforstbach in der Richtung nach der Eich-Oberforstbacher-Straße führende Fußweg aufgehoben und das Terrain dieses Fußweges den Besitzern von der davon betroffenen Grundstücke verkauft wurden.
Die königliche Regierung hat die Aufstellung eines neuen Betriebsregulirungs und Ertragsberechnungswerkes des Gemeindewaldes angeordnet und genehmigt, daß die damit verbundenen Kosten ad 1638 Mark durch einen extraordinairen Holzschlag beschafft wurden.
Zur Bestreitung der Kosten des Ausbaues des Weges bei der Kier hierselbst hat die Gemeinde den Betrag von 3000 Mark bei der Kreis-Communal Kasse des Landkreises Aachen am 1.Juni 1879 aufgenommen, deren Tilgung mit je 1500 Mark Ende März 1881 und 1882 erfolgen wird.
An den Schulden hat die Gemeinde nicht, doch wird, wie vorhin bereits bemerkt, in nächster Zeit eine Anleihe zur Bestreitung der Kirchenbaukosten von Hahn zur Höhe von 29000 Mark realisirt werden müßen.

Nachdem im Rechnungsjahr 1878/79 das zur Vergrößerung des Kirchhofs in Hahn erforderliche Terrain angekauft worden, wurde dieser in den Kirchhof gezogen und mit einer neuen Mauer umgeben, die neuen Wege des Kirchhofs hergestellt und demnach die in Gemäßheit des erlassenen Beerdigungs Reglements erforderliche planmäßige Beerdigung begonnen. Die Kosten betragen 680 Mark.
Der Ausbau eines Weges von der Eich-Oberforstbacher Straße zum Gute Ritscheiderhof ist im Jahre 1879 beendigt worden und hat 1845 Mark gekostet.

Nachdem im Jahre 1876 der Anfang mit dem planmäßigen Ausbau von Holzabführungen im Gemeindewalde und zwar im Distrikte Kull gemacht worden, im Wege der Oeconomie, ist im Jahre 1879 eine weitere Strecke von ca. 400 m dortselbst im Wege des öffentlichen Verdings fertig gestellt worden, welche 1084 Mark gekostet hat.

Der Weg von der Königsmühle nach Nütheim, welcher seiner bedeutenden Steigung wegen für beladenes Fuhrwerk nicht passirbar war, hat nach möglichster Ausgleichung der Steigungs Verhältnisse eine gründliche Instandsetzung erfahren. Die Kosten ad 300 Mark, wozu die Wittwe Palm zu Königsmühle einen Beitrag von 90 Mark geleistet hat, werden aus dem Fonds "Wegerolle" bestritten.
Die bei der Mühle zu Schmithof über den Bach führende hölzerne Fußbrücke war seit längerer Zeit in einem solchen Zustande, daß ihre gänzliche Erneuerung unumgänglich nöthig war. Diese ist im Jahre 1879 in sehr solider Weise durch Anwendung eiserner Träger und eines eisernen Geländers erfolgt. Die Kosten betragen 145 Mark.
Die 2 Wege zu Entenplatz haben im Jahre 1879 eine dringend nöthige Instandsetzung erfahren, worauf ihre Anwohner längere Zeit Anspruch erwerben. Der Kostenbetrag ad. 250 Mark wird aus dem Fonds "Wegerolle" bestritten werden.

Einem längst gefühlten Bedürfniß ist durch den in Angriff genommenen Ausbau des Weges über die Kier im Orte Walheim abgeholfen worden. Der Terrain zur Fertigstellung derselben war allerdings auf den 15.November 1879 festgesetzt worden, während das Grundbett heute nicht einmal fertig ist. Der Unternehmer derselben Wilhelm Scholl ist aber von einem Brandunglück betroffen worden, was ihm in etwa zur Entschuldigung gereicht. Die Kosten des Wegebaues sich 2200 Mark veranschlagt.
Die Bedürfnisse der Armenpflege mehren sich von Jahr zu Jahr, was hauptsächlich seinen Grund in der durch die mehrere Jahre hindurch andauernden wirthschaftlich schlechten Zeitverhältnisse entstandenen größern Hülfsbedürftigkeit der arbeitenden Klasse hat. Dazu kommt, daß der zum Zwecke eines Kurversuchs in der Irrenanstalt zu Düren untergebrachte Irre Lambert Klein von Schmithof als unheilbar der Spital-Armenpflege der Gemeinde anheim gefallen und die alte vermögenslose und beständig kranke Jungfer Elisabeth Grief von Oberforstbach auch der dauernden Spitalpflege hat überwiesen werden müssen.
Die hierzu erforderlichen größeren Credite, die nachjährige größere Rate zur Tilgung der Schulden und dergl. mehr haben eine Steigerung der 90% der Grund-Gebäude sowie Gemeinde-Einkommensteuer betragenden diesjährigen Umlage unvermeidlich gemacht.

Am Abend des 13.Februar 1879 entstand im Wohnhause der Wittwe Ludwig Meuser zu Oberforstbach auf unerklärte Weise Feuer, welches das ganze Wohnhaus der Wittwe Meuser und das angebaute der Wittwe Joseph Hilligsmann zerstörte und einiges Mobilar verzehrte. Die beiden Häuser waren gegen Feuerschaden versichert, nicht aber die Mobilien der Beschädigten.
In der Nacht vom 17. zum 18. April 1879 brach beim Steinhauer Johann Schornstein in Schmithof Feuer aus, welches auch die Nachbargebäude des Ackerers Johann Ostlender und des Schreiners Jacob Vonttenen in Asche legte. Sowohl die Gebäulichkeiten wie die Mobilien der 3 Familien waren gegen Feuerschaden versichert. Die eingeleitete Untersuchung hat keine Momente zu einem strafrechtlichen Vorgehen ergeben.
Am 4.Mai 1879 Mittags gegen 1 Uhr brach in der Scheune des Bäckers Theodor Stollenwerk zu Oberforstbach Feuer aus, welches sehr rasch um sich griff, indessen doch auf Dach und obere Etage zweier Häuser beschränkt wurde ; auch hier waren beide Häuser, sowie auch die Mobilien derer Bewohner gegen Feuerschaden versichert, Die Ursache der Feuersbrunst ist in diesem Falle mit ziemlicher Sicherheit auf fahrlässiges Aufbewahren von noch glimmenden Kohlen-Asche zurückzuführen.
Am 9.Juni 1879 brach in der Scheune des Bergmannes Peter Schlütz in Schmithof ebenfalls Feuer aus, welches das Wohn- Stall- und Scheunengebäude des Schlütz bis auf die Umfassungsmauern vernichtete und das Mobilar theilweise zerstörte. Sowohl Gebäude wie Mobilar waren gegen Feuerschaden versichert. Die Ursache der Feuersbrunst schien hier durch kleine Kinder, die mit Schwefelhölzchen gespielt hatten, herbeigeführt worden zu sein.
Am 23. Juli 1879 Abends entstand in der Werkstätte des Zimmermannes Alex. Hub. Vaehsen in Oberforstbach Feuer, welches aber von den Nachbaren glücklicherweise noch so rechtzeitig entdeckt wurde, daß es auf einige Mobilien beschränkt blieb.
Am 7.September 1879 Abends brach in dem Kuhstalle des Holzhändlers Engelbert Kremer in Walheim Feuer aus, welches alsbald das Dach ergriffen hatte und nun die Oeconomie sowie das damit zusammengebaute Wohngebäude bis auf die Umfassungsmauern total ausbrannte; neben einigen Möbeln wurden auch 2 Kühe, 2 Schweine und einige Hühner ein Raub der Flammen. Ueber die Entstehung dieser Feuersbrunst ist Positives nicht ermittelt worden.
Am 29.October 1879 Abends 11 Uhr brach in einem unbewohnten Hause zu Itbahn, dem zu Kitzenhaus wohnenden Wilhelm Joseph Itbunger gehörend, Feuer aus, welches 2 Nachbarhäuser größtentheils und das Dach eines dritten Hauses zerstörte und einige Möbel der Nachbarn vernichtete. Die noch schwebende gerichtliche Untersuchung hat Positives über die Entstehungs Ursache, die immerhin verdächtig bleibt, noch nicht ergeben.
Das Jahr 1879 hat demnach schon wieder nicht weniger als 6 größere Feuersbrünste und 1 kleinere in hiesiger Gegend aufzuweisen.

In Oberforstbach und in Schleckheim wurde im Monat August 1879 ein Fall von Milzbrand bei Rindvieh constatirt, doch hat die Krankheit keine weitere Ausdehnung genommen.

Der Monat Juli 1879 hätte mit Recht der Regenmonat genannt werden können; nur wenige Tage waren trocken und hierselbst dabei mitunter eine Kälte, daß der Aufenthalt in nicht geheizten Räumen fast unerträglich war, so z.B. am 10. und 11. Juli, wann geheizt werden mußte. Die späteren Monate August und September brachten aber bessere Witterung, indessen nur ganz vereinzelt heiße Tage und war der vorigjährige Sommer ein auffallend kühler.
Die Erndte hatte sich durchweg um 14 Tage bis 3 Wochen verspätet; hinsichtlich des Heu und der Halmfrüchte war sie durchweg befriedigend ; auch bezüglich der Frühkartoffeln, dagegen zeigte sich die Fäulniß bei den Spätkartoffeln allenthalben ganz erheblich.

Gewerbebetrieb und Handel lassen, nachdem sie von dem Drucke der Crisis, in welcher selbige sich bisheran befanden, einigermaßen befreit worden, eine Wendung zum Bessern merken, was allerseits mit Freuden begrüßt wird.


Walheim, den 1.Juni 1880. I.? V. der 1.Beigeordnete, Hansen



1880

Bevölkerung
1880 m w
Population 14751474 2949
Geburten 45 47 0 unehelich
Todesfälle 35 27 1 über 90
Trauungen
geimpfte Kinder
Liniendienst
Elementarschüler
Viehbestand
Viehstand Stück
Pferde
Rindvieh
Schaafe
Ziegen
Schweine
Acker Erzeugnisse
Acker Erzeugnissehektarenhektoliter pro hektarePreis pro hektoliter
Weitzen
Roggen
Gerste
Hafer
Spelz
Buchweizen
Rübsaamen
Kartoffeln
Preise
PREISE MPfgpro
Heu 50kg
Stroh 50kg
Leinsaamen Hektoliter
Flachs Stein
Butter Kilogramm
Käse Kilogramm
Landwolle Kilogramm
Ackerland Hektare
gut
mittelmäßig
schlecht
Wiesen- und Weideland
gut
mittelmäßig
schlecht

Die am 1.December 1875 stattgehabte allgemeine Volkszählung ergab in hiesiger Gemeinde eine Bevölkerung von 2803 Seelen, während die am 1.December 1880 vorgenommene allgemeine Volkszählung eine solche von 2949 Seelen mithin eine Zunahme von 146 Seelen oder 29 1/5 = 1,01% pro Jahr ergeben hat.
Mit Rücksicht darauf, daß in jedem Jahre die Zahl der hier vorgekommenen Geburten nicht unbedeutend bezeichnet werden. So überstieg z.B. die Zahl der hier Geborenen diejenige der hier Gestorbenen in:
187617
187740
187838
187955
Von diesen Einwohnern wohnen im Pfarrbezirke
Walheim 1123 Katholiken, 1 Evangelischer
Hahn 640 Katholiken
in den zum Pfarrbezirk Cornelimünster gehörende Ortschaften 1168 do
und in dem zum Pfarrbezirk Roetgen gehörenden Münsterbildchen 17 do
Summa (...... ) 2949 Seelen.

An Stelle des aus dem Dienste entlassenen Gemeindeförsters Engels wurde der bisherige Gemeindeförster von Reifferscheid, Reserve Jäger der Klasse A. II. Hermann Frömbling am 20.Mai vom Gemeinderathe mit einjähriger Probezeit zum Gemeindeförster erwählt. Nachdem die königliche Regierung diese Wahl unterm 28.Mai pr. genehmigt, hat der h. Frömbling die Stelle am 1.October pr. angetreten.
Der Gemeinde Verordnete Ludwig Welter zu Friesenrath ist am 6. Juni 1889, der Gemeinde Verordnete Heinrich Conrads aus Nütheim am 28.Juni 1880, und der als geborenes Mitglied dem hiesigen Gemeinde-rathe angehörende Rittergutbesitzer Friedrich Graf Beissel von Gymnich zu Schloß Frenz bei Horrem am 8.Januar 1881 gestorben.
Der als Wegearbeiter seit vielen Jahren in hiesiger Gemeinde beschäftigte Mathias Frings hierselbst hatte bereits in 1879 wegen Altersschwäche seinen Dienst aufgeben müssen, und ist zufolge Gemeinderaths Beschlusses am 4.November 1880 der Tagelöhner Wilhelm Koch aus Hahn zu dessen Nachfolger bestellt worden.
Der seit dem 15.Februar 1879 bei der Schule in Schleckheim angestellte Lehrer ist vom 15.Januar 1881 ab an eine Lehrerstelle bei der Schule zu Schneidmühle Gemeinde Büsbach, versetzt worden. Die vor der Hand ein qualificirter Lehrer für die Stelle in Schleckheim nicht zu erlangen ist, wird dieselbe vorläufig wieder durch einen Aspiranten verwaltet werden müssen.
Durch das am 4.Mai 1880 in Rechtskraft getretene Gesetz vom 14. Maerz 1880, betreffend die Bestreitung der Kosten für die Bedürfnisse der linksrheinischen Kirchen-Gemeinden sind.
1.) Die hier belegene Pfarrkirche, Theil der Parzelle Flur 6 No. 1238/599
2.) Das hier belegene Pfarrhaus nebst Hofraum und Garten Flur 6 No. 1229/572 in das Eigenthum der Kirchengemeinde Walheim.
3.) das Pfarrhaus nebst Hofraum zu Hahn in das Eigenthum der Kirchengemeinde Hahn übergegangen. Zur Zeit der Emanation dieses Gesetzes war die alte Pfarrkirche in Hahn zum Zwecke des Kirchen Neubaues abgebrochen, und wird die Uebergabe der neuen Kirche nach deren Fertigstellung stattfinden.
Bei der mit dem Kirchenvorstande von Cornelimünster aufgenommenen Verhandlung bezüglich der Feststellung der diesem Eigenthums Uebergang unterliegenden Realitäten ist zum Zwecke der Bestätigung etwaiger späterer Irrthümer und Zweifel seitens der Gemeinde Verwaltung ausdrücklich anerkannt worden, daß die Kapellen in Schleckheim und Oberforstbach bereits vor Erlaß des fraglichen Gesetzes unbestrittenes Eigenthum der Kirchengemeinde von Cornelimünster waren.

Im Laufe dieses Rechnungsjahres ist von dem Gemeinde Grundvermögen nur ein 2 a 69 ?m. oder 18,96 ?Ruthen großer Abspliß zu Eich, neben demBesitzthum der Ww Meurer gelegen, zum Preise von 4 ½ Mark pro ?Ruthe, ausmachend 82 Mk. 32 Pfg. veräußert worden.
Mit der Aufstellung des neuen Betriebs Regulirungs und Ertrags Berechnungswerkes für den Gemeindewald ist seitens der königlichen Regierung des Oberförster Candidat Bollig betraut worden, welcher diese Arbeit unter der Leitung des Oberförsters Herrn Oster in der nächsten Zeit in Angriff nehmen wird.

Von der für den Kirchenbau in Hahn erforderlichen Anleihe zur Höhe von 29000 Mk. werden bis Ende des laufenden Rechnungsjahres aufgenommene 15000 Mark, während der Rest ad 1400 Mark im künftigen Jahre realisirt werden wird. Außerdem hat die Gemeinde von Wegebaukosten noch 1500 Mark, so daß die Schuld des Jahres 1880/81 beträgt 16,500 Mark.
Nachdem der Gemeinderath am 17.Februar vorigen Jahres den zu Aachen wohnenden Bauunternehmer Joh. Pet. Radermacher die Ausführung des Kirchenbaues übertragen, hat dieser alsbald den Abbruch der alten Kirche vorgenommen und den Neubau in Angriff genommen. Wiewohl derselbe den Bedingungen gemäß verpflichtet war, den Rohbau bis zum 1.October vorigen Jahres fertig zu stellen und unter Dach zu bringen, ist ihm dieses seither nicht gelungen, und hat er den Bau des Thurmes und bis zur Höhe der Gewölbe der Kirche fördern können, ohne daß ihm triftige und entschuldbare Hinderungsgründe zur Seite ständen. Es wird nun seine Sache sein, bei Eintritt der frostfreien Witterung mit doppelter Energie die Arbeit wieder aufzunehmen und so zu fördern, daß die Kirche bis zu dem auf den 15.Juni 1881 festgesetzten Endtermin vollständig fertig gestellt wurde; für allen aus der entstandenen Verzögerung der Gemeinde etwa erwachsende Schaden und Nachtheil ist der Unternehmer Radermacher verantwortlich gemacht worden.

Der Ausbau des Weges bei der Kier hierselbst im Sommer des Jahres 1880 fertig und abgenommen worden, und ist die Schlußberechnung mit dem Unternehmer Scholl erfolgt.
Der Ausbau ( des Weges ) einer ferneren 200 m langen Strecke des Holzabfuhrweges im Walddistricte Astert soll in diesem Jahre erfolgen, und hat die desfallsige Verdinggabe bereits stattgefunden.
Um einem längst fühlbaren Bedürfniß abzuhelfen, wird es nöthig sein, die Dorfstraße in Nütheim auf eine fernere Länge von deren 400 m. auszubauen und zwar in der Fortsetzung des in 1877 ausgebauten Strecke auf Cornelimünster zu. Wiewohl zur Bestreitung der auf 2250 Mark veranschlagten Kosten keine Fonds im nächstjährigen Budget disponibel gestellt sind, würden die Kosten sich doch in folgender Weise beschaffen lassen:
a.) durch Verwendung des bei Position 49a der Ausgabe Reste des diesjährigen Final Abschlusses vorhandenen aus einer Anleihe zu Wegebauzwecken herrührenden Betrages von 800 Mark
b.) durch Verwendung des bei Position 54 daselbst vorhandenen aus Grundverkäufen herrührenden Substanzfonds ad 124 Mark 67 Pfg.
c.) durch Verwendung von aus dem Mehrerlös des kürzlich abgehaltenen diesjährigen Holzverkaufs 1325 Mark 33 Pfg. = 2250 Mark
Eine Beschlussfassung in diesem Sinne wird dem Gemeinde Rathe unterbreitet werden.

Im Armenwesen ist eine besonders bemwerkenswerthe Aenderung nicht eingetreten, und sind die Anforderungen desselben gegen das Vorjahr um ca. 100 Mark geringer.
Wenn von dem Mehrerlös des kürzlich abgehaltenen diesjährigen Holzverkaufes ad 2856 Mark 30 Pfg. zur Bestreitung eines Theiles der Kosten des Ausbaues der Dorfstraße in Nütheim, wie vorbemerkt, verwendet werden sollen 1325 Mark 33 Pfg. so würde der Rest ad 1530 Mark 97 Pfg. zur Ermäßigung der nächstjährigen Umlage dienen können, und würden diese alsdann kaum eine Erhöhung gegen das laufende Jahr, in welchem sie zur Höhe von 125 Procent der Grund Gebäude und Gemeinde Einkommensteuer erhoben worden, erfahren.

Nach dem ganz erheblich schroffen vorigjährigen Winter, welcher eine feste Schneedecke von Ende November 1879 bis anfangs Februar vorigen Jahres geliefert und, abgesehen von einigem Thauwetter in den letzten Tagen des December, einen andauernden und starken Frost gebracht hatte, folgte in der Zeit von anfangs Maerz bis Mitte Mai vorigen Jahres eine derart trockene Witterung, daß Gärten und Aecker, und besonders die Wiesen und Weiden erheblich darunter litten, letztere in dem Maaße, daß das Gras in allen nicht feuchten Lagen und namentlich an Bergabhängen vertrocknete. Dieser leidige Zustand brachte den Landmann in recht große Verlegenheit und zwang manchen Viehbesitzer, wegen Mangels an ausreichendem Futter, seinen Viehbestand zu verringern, was wiederum zur Folge hatte, daß der Preis des Rindwiehes merkenswerth wich. Unter der großen Trockenheit litt von den Feldfrüchten am meisten der Roggen, welcher eine ordentliche Entwickelung entbehren mußte. Gegen Mitte Mai kam indessen der Regen gar reichlich, und wurde hierdurch noch Manches nachgeholt, so daß die Erndte in fast allen Getreidearten viel günstiger ausfiel, als die Aussichten im Frühjahr hatten hoffen lassen; nur der erste Schnitt des Grases und des Klee waren unerheblich, um so reichlicher aber auch der Nachwuchs. Die Kartoffel Erndte war im Allgemeinen befriedigend, sowohl hinsichtlich der Quantität wie der Qualität.
Wiewohl der diesjährige Winter außerordentlich früh und zwar am 22.October vorigen Jahres seine Ankunft furch eine dünne Schneedecke anzeigte, hat er im Gegensatz zu seinem Vorgänger bis Anfang dieses Jahres gar wenig Härte fühlen lassen. Außer der leichten Schneedecke und wenigen Tagen intensiven Frostes hat derselbe bis dahin keine winterliche Witterung gebracht, dagegen meist milde Temperatur und während des Monats Dezember fast anhaltenden Regen, mitunter mit orkanartigen Sturm verbunden. Mit dem Eintritte des neuen Jahres jedoch hat derselbe seine Physiognomie geändert und einen stärkeren Frost gebracht.
Nicht allein der vorigjährige Winter in seiner Härte und die anhaltende Trockenheit im Frühjahre, sondern auch die milde Witterung bis fast December kann als abnorm bezeichnet werden.

Am Montag, den 25.October 1880 Abends gegen 5 ½ Uhr brach in einem Stalle des Ackergutes Nerscheid Feuer aus, welches nicht allein das Stallgebäude und die anstoßende Scheune nebst den darin befindlichen Frucht und Futtervorräthen zerstört, sondern auch mehrere Stück Rindvieh, die nicht rechtzeitig gerettet werden konnten, verzehrt hat. Nach Lage der Sache kann hier nur eine böswillige Brandstiftung vorliegen; die eingerichtete gerichtliche Untersuchung hat indessen über die Person des Urhebers nichts ergeben.
Leider hat der Kirchenbau in Hahn auch ein Menschenleben gekostet. Am 4.November 1880 stürzte der Maurer Friedrich August Schreiber, 28 Jahre alt, ledigen Standes und zu Roetgen wohnhaft, von einer Mauer der Kirche herunter und blieb auf der Stelle todt. Die Schuld eines dritten an dem Unglücksfalle hat sich nicht ergeben, vielmehr soll eigene Unvorsichtigkeit des Verunglückten die Ursache gewesen sein.


Walheim, den 15. Februar 1881, der Bürgermeister, Hochstenbach



1881

Bevölkerung
1881 m w
Population 14751474 2949
Geburten 49 44 2 unehelich
Todesfälle 16 27 0 über 90
Trauungen 11
geimpfte Kinder
Liniendienst
Elementarschüler
Viehbestand
Viehstand Stück
Pferde
Rindvieh
Schaafe
Ziegen
Schweine
Acker Erzeugnisse
Acker Erzeugnissehektarenhektoliter pro hektarePreis pro hektoliter
Weitzen
Roggen
Gerste
Hafer
Spelz
Buchweizen
Rübsaamen
Kartoffeln
Preise
PREISE MPfgpro
Heu 50kg
Stroh 50kg
Leinsaamen Hektoliter
Flachs Stein
Butter Kilogramm
Käse Kilogramm
Landwolle Kilogramm
Ackerland Hektare
gut
mittelmäßig
schlecht
Wiesen- und Weideland
gut
mittelmäßig
schlecht

Die am 1.December 1880 abgehaltene allgemeine Volkszählung ergab in hiesiger Gemeinde eine Bevölkerung von 2949 Seelen, während die kürzlich aufgestellte Klassensteuerrolle pro 1882/83 eine solche von 2937" mithin gegen das Jahr 1880 eine Abnahme von 12 Seelen ergeben hat.
Mit dem 8.April 1881 ging die Amtsperiode des Gemeindevorstehers Hr. Wilhelm Heinrich Ganser und dessen Stellvertreters Hr. Lambert Giesen zu Ende. Durch Verfügung vom 21.Januar 1881 wurden diese beiden seitens des Hr. Landraths auf weitere 6 Jahre ernannt und am 11.April in ihr Amt wieder eingeführt. Nachdem Hr. Giesen in Folge der nicht geschehenen Wiederwahl zum Gemeinde Verordneten mit dem 1.Januar 1882 aus dem Gemeinderathe ausgeschieden, hat er auch die Qualification zum Stellvertretenden Gemeinderathe hier verloren.
Dem Wahlturnus gemäß schieden mit Ende des Jahres 1881 die Herren 1.) Wilhelm Krott, 2.) Wilhelm Scholl aus Walheim, 3.) Johann Crousen aus Hahn, 4.) Lambert Giesen aus Nütheim, 5.) Carl Stickelmann und 6.) Simon Mennecken zu Oberforstbach aus dem Gemeinderathe aus. Bei den dieserhalb erforderlichen Ergänzungswahlen für die Jahre 1882/87 wurden die Herren Scholl, Stickelmann und Mennecken wiedergewählt und an Stelle der übrigen Leonhard Hamacher aus Walheim, Peter Wilhelm Koenigs aus Hahn und Heinrich Siemons aus Nütheim neu gewählt. An Stelle der gestorbenen Gemeinde Verordneten Ludwig Welter und Heinrich Conrads wurden für den Rest der Periode bis Ende 1884 Friedrich Kratzenberg von Friesenrath und Joseph Stärk aus Nütheim gewählt. Nachdem der Hr. Landrath diese Wahlen mit Ausnahme derjenigen des auf seinen Wunsch entbundenen Heinrich Siemons bestätigt, fand heute die Einführung der neu resp. Wiedergewählten Gemeindeverordneten statt.
Bei der am 16.Januar 1882 stattgehabten Ersatzwahl für Heinrich Siemons wurde der Ackerer Hubert Siemons aus Nütheim gewählt. Der seit dem 1.October 1880 probeweise fungirende Gemeindeförster Frömbling wurde vom Gemeinderathe am 20.October 1881 definitiv zum Gemeindeförster gewählt und von der kgl. Regierung unterm 2.December 1881 bestätigt.
Am Sonntag den 9.October 1881 hielt die Pfarrgemeinde Hahn ihren feierlichen Einzug in die neue Pfarrkirche. Der ganze Ort Hahn hatte zur Feier des denkwürdigen Tages ein Festgewand angelegt, wie es früher noch nicht gesehen worden, und bekundete die allgemeinste Theilnahme aus Nah und Ferne. die große Freude, die Pfarrgemeinde Hahn mit einer zierlichen neuen Kirche beglückt zu sehen. Letztere gab aber auch durch ihre Vertreter ihrer Dankbarkeit für die Erbauung des neuen Gotteshauses durch die Gemeinde Walheim in den wärmsten Worten Ausdruck.

Mit dem Beginn des Winterschulsemesters, dem 17.October 1881 wurde die 2.Lehrerstelle zu Walheim mit dem Schulamtscandidaten Wilhelm Zimmermann aus Oberkammerstein im Kreise Neuwied, und die Lehrerstelle zu Schleckheim mit dem Candidaten Joseph Darius aus Erkelenz provisorisch besetzt.
Meinem Vorschlage entsprechend, hat der Gemeinderath genehmigt, daß bei den Schulen zu Walheim, Schleckheim und Oberforstbach Obstbaumschulen angelegt werden, damit die männliche Schuljugend dort Gelegenheit zur Vorbildung in der Obstbaumzucht finde und damit den Kern lege zur Hebung dieses wichtigen Zweiges der Landwirthschaft und Förderung des Wohlstandes der Gemeinde Angehörigen.
Wiewohl der Kirchenbau in Hahn vertragsmäßig am 15. Juni 1881 fertig sein sollte, hat die Abnahme derselben bis jetzt noch nicht erfolgen können, weil die Abpflasterung der Baugurtte noch nicht fertig geworden. Der Termin zur Abnahme derselben ist auf Donnerstag, den 26.Januar 1882, angesetzt.
Der Holzabführweg im Walddistrict Astert wurde im Jahre 1881 um weitere 200 meter Länge ausgebaut. Von dem durch den Gemeinderath angeregten Ausbau einer weitern Strecke von 260 meter muß deshalb Abstand genommen werden, weil die kgl. Regierung die Beschaffung der Kosten ad 900 Mark durch einen extra-ordinairen Holzverkauf nur für den Fall genehmigt hat, daß der ordinaire Schlag nicht ein Uebergebot von diesem Betrage ergebe.
Nachdem vor einigen Jahren die Bechemerstraße in Hahn eine Erbreiterung erfahren, fanden seit einiger Zeit in der steil gewordenen Böschung der nebenanliegenden Wiesen Rutschungen statt, zu deren fernern Verhütung im vorigen Jahre die Gemeinde eine trockene Futtermauer anbringen ließ.
Nicht an allen geeigneten Stellen befinden sich vorgeschriebene Wegweiser, und sollen diese mit gußeisernen Ständern in der nächsten Woche aufgestellt werden.

Im Armenwesen ist bemerkenswerthes nicht eingetreten. Die Bedürfnisse der Armenverwaltung für das kommende Jahr stellen sich um 200 Mark geringer gegen das laufende Rechnungsjahr.
Das neue Betriebs Regulirungs und Ertragsberechnungswerk für den hiesigen Gemeindewald ist seitens des Oberförstercandidaten Bollig bis jetzt noch nicht in Angriff genommen worden, weil es mit den ähnlichen Arbeiten für die Gemeinde Brand und Büsbach noch nicht zum Abschluss gekommen.
Die auf meinen Vorschlag eingeführte Einrichtung der Ertheilung von Erlaubnißscheinen zum Sammeln von Raff und Leseholz im Gemeindewalde hat sich vollständig bewährt. Während dieselbe auf der einen Seite der Gemeinde eine durchaus gerechtfertigte neue Einnahmequelle eröffnet, hat sie andrerseits auf die Verminderung des Holzfrevels günstig eingewirkt.
Die für den Kirchenbau in Hahn erforderliche Anleihe von 29000 Mk ist im laufenden Rechnungsjahre vollständig realisirt worden.

Zur Bestreitung des Einschusses der Gemeinde zu den Kosten der Einquartirung sind sodann ferner 2500 Mk aufgenommen worden, so daß die Schulden am 1.April S. 31500 Mk betragen. Im kommenden Rechnungsjahre wird sodann die erste Rate mit 1200 Mark der Kirchenbau Anleihe, und außerdem die Hälfte der Einquartierungs Anleihe mit 1250 Mark amortisirt worden.
Die Gemeindesteuern, welche pro 1881/82 100% der Grund und Gebäudesteuer und 140% der Gemeinde Einkommensteuer betrugen, werden in Folge der theilweisen Tilgung des Kirchneubau und der Einquartirungsanleihe eine unvermeidliche Erhöhung erfahren müssen bis auf 150% sowohl der Grund und Gebäude, wie der Gemeinde Einkommensteuer.

Die nicht allein die Eifel, sondern auch die ganze hiesige Gegend so lebhaft interessirende Frage einer Eisenbahn Verbindung kann in Folge des großen Entgegenkommens Sr. Excellenz des Hr. Ministers für öffentliche Arbeiten im Frühjahre 1881 neuerdings in Fluß. Dies veranlaßte die Vertretungen der Gemeinden Cornelimünster, Brand und Walheim, in einer Petition vom 30.Maerz vorigen Jahres, dem Hr. Minister die Gründe vorzutragen, die für den Bau der Eisenbahn durch das Cornelimünsterländchens sprechen. Diese Bitte fand geneigtes Gehör, und der Herr Minister veranlaßte sofort die erforderlichen Vorarbeiten, welche in kurzer Zeit so rasch gefördert wurden, daß der Herr Minister bereits unterm 19 ten September sich für den Bau der Bahn von Rothe Erde über Brand, Cornelimünster, Walheim, Raeren, Roetgen, Montjoie bis St. Vith entschied und die Verhandlungen bezüglich der Hergabe des Terrains zu dem Bahnbau seitens der interessirten Kreise und Gemeinden mit der Absicht eröffnete, den demnächst zusammentretenden Häusern des Landtags einen Gestzentwurf über die staatsseitigen Ausbau der Bahn vorzulegen, wenn die Terrainfrage befriedigend erledigt wird.
Der hiesige Gemeinderath hat in seiner Sitzung vom 9.November vorigen Jahres beschlossen, das von der Bahnlinie berührte Grundeigenthum unentgeltlich dem Staate zur Verfügung zu stellen und das erforderliche Privateigenthum anzukaufen und dem Staate zu überweisen, wenn die königliche Staatsregierung eine Beihülfe von 2/3 der Grunderwerbskosten leistet. Das Opfer der Gemeinde ist allerdings kein kleines, aber in Anbetracht der großen Bedeutung der Eisenbahn für die hiesige Gegend aus dem Grund zugesichert worden, weil die Eisenbahnverbindung ohne erhebliche Opfer nicht zu erlangen war. Die Lage des projectirten Bahnhofs Walheim, neben der Prämienstraße am Usenbruch, kann nur als eine den Interessen der Ortschaften Walheim, Schmitthof, Friesenrath und Hahn entsprechende bezeichnet werden und hat hier allgemein befriedigt. Die Verhandlungen der am 14.Januar 1882 zusammengetretenen beiden Häuser des Landtags haben daher für die hiesige Gegend ganz besonderes Interesse, und dürfen wir denselben freudig und hoffnungsvoll entgegen sehen.

Im August und September 1881 fanden bei Cornelimünster größere militairische Uebungen statt. In Folge dessen war die hiesige Gegend mit Einquartirung stark belegt, und zwar in der Zeit vom 26/8 bis 2/8 1881 der Ort Walheim mit 2 Compagnien, Hahn und Schmitthof mit je 1 Bataillonsstab und 1 Compagnie und die Ortschaften Oberforstbach, Schleckheim und Nütheim zusammen mit 1 Regimentsstab und 2 Compagnien des 2. rheinischen Infanterie Regiments No 28 aus Koblenz und ferner in der Zeit vom 3. bis 6.September Walheim und Friesenrath mit 1 Batterie und Hahn mit einer halben Batterie des II rheinischen Artillerie Regiments No 8 in Jülich. Auf diesseitigen Wunsch erfolgte die Einquartirung der Truppen mit Verpflegung, und leistete die Gemeinde zu der Verpflegungs Entschädigung des Reiches ad 71 Pfg. pro Mann und Tag einen Zuschuß bis zur Höhe von 1 Mark 15 Pfennigen.
Der hierzu erforderliche Betrag von 2500 Mark wurde im Wege der Anleihe beschafft um in den Jahren 1882/83 und 1883/84 mit je 1250 Mark getilgt zu werden. Wiewohl das militairische Schauspiel recht viel Leben und Bewegung gebracht hat, so kann angesichts der durch die Einquartirung entstehende große Belastung der Gemeinden eine Wiederholung derselben diesseits keineswegs gewünscht werden.

Die Lage der Landwirthschaft in hiesiger Gegend läßt es dringend nothwendig erscheinen, Mittel und Wege zu finden, um den wirthschaftlichen Betrieb zu einem bessern und höhern Ertrage zu bringen. Dies veranlaßte mich die Bildung eines landwirthschaftlichen Casinos für die Gemeinden Cornelimünster, Brand und Walheim in die Hand zu nehmen, und berief ich zu diesem Zwecke eine Versammlung der Landwirthe auf Sonntag, den 30. October 1881 ; in derselben wurde die Constituirung des Casinos beschlossen. Das Institut zählt bis jetzt ( Monat Februar 1882 ) 41 Mitglieder und ist in seiner Sitzung vom 6. des Mts. Januar 1882 und dem Rahmen der Verhandlungen zu dem Beschlusse einer ersten That übergegangen, die in der Beschaffung von vier ostfriesischen Zuchtstieren besteht. Das grosse Interesse, welches dem Casino bis jetzt entgegen gebracht wird, läßt hoffen, daß derselbe seinen dauernden Bestand erhalten und zur Förderung des Wohlstandes der Gegend beitragen wird.

Am 18.November 1881, Nachts 11 Uhr 18 Minuten, wurde in hiesiger Gegend allgemein ein Erdbeben wahrgenommen, das sich zwischen Nordwest und Südost wellenförmig bewegte und 8 bis 10 Secunden dauerte. Ein starkes Getöse, das manche Leute aus festem Schlafe weckte, ging der ziemlich starken Bewegung unmittelbar voran. Beschädigungen an Gebäuden sind nicht bekannt geworden.

Die diesjährige Erndte de 1881 hat nicht den Ertrag geliefert, wie ihn der Stand der Feldfrüchte vor der Blüthezeit erwarten ließ, da nämlich die anhaltend nasse Witterung im Monat August sowohl die Reife als auch später die Erndte sehr beeinträchtigt hat. Bei den Kartoffeln fand sich in Folge der andauernden Nässe allenthalben eine sehr starke Fäulniß,.wohingegen dieselben in trockenem opulenten Nachwuchs zeigten, so daß deren Erndte in beiden Fällen nicht befriedigte. Die Futterkräuter waren qualitativ gut, quantitativ mangelhaft.

Der Winter hat bisheran in mehrfacher Hinsicht viel mit seinem Vorgänger gemein. Die Witterung war, abgesehen von einigen Frösten, bis jetzt keineswegs winterlich, sondern mehr lenzartig, da er für die Wintersaaten außerordentlich günstig, die im durchweg nassen Herbste zur Bestellung gekommen und mithin leicht hätten Schaden nehmen resp. schwachen Fortgang zeigen können. Die Saaten haben durchweg einen recht befriedigenden Stand. Nicht minder günstig war die bisherige Witterung, aber auch für die Viehbesitzer, die ihren Viehstand aus Mangel an genügendem Stallfutter bis vor Kurzem auf die Weide schicken konnten. Wenn die letztere selbstredend auch nur halbes Futter gewährte, so kann der Landmann das über manche Verlegenheit hinweg, und unterlag es keinem Zweifel, daß der Viehstand hätte decimirt werden müssen zum größten Nachtheil der Besitzer, wenn die Witterung den Nothbehelf nicht gewährt hätte. Von Schnee ist noch kaum eine Spur zu sehen gewesen.


Walheim, den 20. Februar 1882, der Bürgermeister, Hochstenbach



1882

Bevölkerung
1882 m w
Population 1475 1474 2949
Geburten 48 45 2 unehelich
Todesfälle 0 über 90
Trauungen
geimpfte Kinder
Liniendienst
Elementarschüler
Viehbestand
Viehstand Stück
Pferde
Rindvieh
Schaafe
Ziegen
Schweine
Acker Erzeugnisse
Acker Erzeugnissehektarenhektoliter pro hektarePreis pro hektoliter
Weitzen
Roggen
Gerste
Hafer
Spelz
Buchweizen
Rübsaamen
Kartoffeln
Preise
PREISE MPfgpro
Heu 50kg
Stroh 50kg
Leinsaamen Hektoliter
Flachs Stein
Butter Kilogramm
Käse Kilogramm
Landwolle Kilogramm
Ackerland Hektare
gut
mittelmäßig
schlecht
Wiesen- und Weideland
gut
mittelmäßig
schlecht

Die am 1.Dezember 1880 abgehaltene Volkszählung ergab in hiesiger Gemeinde ein Bevölkerung von 2949 Seelen, während in kürzlich aufgestellte Klassensteuer Rolle pro 1883/84 eine solche von 2912 Seelen, mithin eine Abnahme ergibt von 37.
Im Jahre 1881 wurden hier geboren: männliche Kinder 48, weibliche Kinder 45, Sa. 93
Davon waren 2 unehelich geboren.
In denselben Zeitraum starben: männliche Personen 17, weibliche Personen 22, Sa. 39, so daß die Zahl der geborenen diejenige der Gestorbenen um 54 übersteigt. Ueberdies sind in der Zahl der Gestorbenen 4 todtgeborene Kinder enthalten.
Im Jahre 1881 wurden hier 11 Trauungen vollzogen.

Der am 16.Januar vor. Js. für die Jahre 1882/87 zum Gemeinde. Verordneten gewählte Ackerer Hubert Siemons aus Nütheim wurde am 2. März pr. in sein Amt eingeführt. Der Gemeinde Verordnete Johann Hansen zu Schmithof ist am 15. Januar vor. Js. gestorben. An Stellle des in Folge Ausscheidens aus dem Gemeinderathe als stellvertretender Gemeinde Vorsteher nicht mehr qualificirten Lambert Giesen aus Nütheim wurde der 2. Beigeordnete Herr Heinrich Plum zu Hahn durch Verfügung des Herrn Landrathes vom 6.Februar vor.Js. zum stellvertretenden Gemeinde Vorsteher ernannt und am 2.März in sein Amt eingeführt, da der H. Giesen auch stellvertretender Kreistags Abgeordneter war, müßte auch ein Ersatzmann für dieses Amt für den Rest der Wahl, gerirdt bis Ende des laufenden Jahres gewählt werden. Die am 27.März pr. stattgehabte Wahl, fiel auf den Gemeindeverordneten und Wirthen Leonard Hamacher von hier, gegen dessen Qualification nichts zu erinnern war.
Am 15.Juni vor. Js. fand die Wieder Einführung des wegen Ablaufs der Functions Periode durch die königliche Regierung auf 6 weitere Jahre ernannten zweiten Beigeordneten Herrn Heinrich Plum statt.
Am 1.October vor.Js. ging die 3 jährige Wahlperiode des Schiedsmannes der hiesigen Gemeinde und dessen Stellvertretung zu Ende. Der Beigeordnete Müller Heinrich Plum wurde am 2.October vom Gemeinderathe als Schiedsmann und der Ackerer Lambert Giesen zu Nütheim als Stellvertreter auf 3 Jahre wiedergewählt.
Der königliche Landrath des Landkreises Aachen Herr Hasenclever hat, nach mehr als 32 jähriger rastloser Thätigkeit an der Spitze des Kreises mit dem 1.Januar lfd. Js. von der Majestät dem Kaiser und König die erbetene Versetzung in dem wohlverdienten Ruhestand erhalten und ist allerhöchsten Orts zum geheimen Regierungsrath ernannt worden. Leider ist sein Gesundheitszustand derart, daß er die ihm angebotene allgemeine Ovation als Ausdruck der Dankbarkeit und Hochachtung ablehnen mußte. Demnach erübrigte mir, daß die Bürgermeister des Landkreises im Namen der Verwalteten dem geehrten Herrn in einer Gesammt Adresse ihr lebhaftes Bedauern über das erfolgte Ausscheiden aus dem Amte bekundeten, womit sie sodann den Wunsch verknüpften, daß die wohlverdiente Ruhe seine Gesundheit wieder befestigen und er noch recht lange seiner Familie und seinen zahlreichen Freunden erhalten bleiben möge.
Mit der interrimistischen Verwaltung des Landraths Amte des Landkreises ist der Regierungs Assessor Herr Freiherr von Coels von der Brüggen aus Aachen betraut worden.

Kirchen und Schulwesen haben seit dem letzten Berichte keine Aenderung erfahren.

Wiewohl der Kirchenbau in Hahn bereits im Sommer vor. Js. abgenommen worden, hat die Abrechnung mit dem Unternehmer noch immer nicht stattfinden können, weil die sehr umfangreiche Revision der Rechnung noch nicht zu Ende geführt worden. Im Laufe der nächsten Wochen darf dem Abschluß entgegen gesehen werden.
Der Spielplatz bei der Schule in Schleckheim wird in den nächsten Tagen eine angemessene Bepflanzung mit Lindenbäumen erhalten.

Der in der Nähe des Katzensteines liegende Theil des Ortes Hahn entbehrte bis dahin eines practicablen Weges, der Wasserlauf der dort vorhandenen reichen Quelle hatte sein Bett mit dem Wege gemeinsam. Im vorigen Jahre ist diesem Zustande ein Ende gemacht und eine Instandsetzung des Weges herbeigeführt worden, so daß letzterer nunmehr einer Dorfstraße ähnlich ist.
Im Keller des Forsthauses der Gemeinde wird momentan ein neuer Brunnen abgeteuft, um einem längst gefühlten Bedürfniß abzuhelfen.

Die Verbindung der Ortschaften Nütheim, Schleckheim und Oberforstbach mit der Ortschaft Walheim auf einem directen Wege, welche in den Jahren 1857 bis 1864 Gegenstand eingehender Verhandlungen gewesen, damals aber wegen der Kostspieligkeit des Wegebaues nicht weiter verfolgt worden, ist seit vorigem Jahre wieder in den Vordergrund getreten. Daß der Gemeinderath sich zur Zeit zum Ausbau des Weges nebst Brücke über den Bach, veranschlagt zu pr. pr. 19000 Mark noch nichts entschließen kann, weil noch garnichts abzusehen, um welchen Betrag der Kirchenbau in Hahn den Credit überschritten und welche Opfer der bevorstehende Grund Erwerb für den Eisenbahnbau von der Gemeinde fordert kann gewiß nicht auffallend erscheinen. In Anbetracht des dringenden Wunsches, den Bach beim sogenannten Hammer überbrückt zu sehen, ist Gemeinderath jedoch dem Gedanken näher getreten vor der Hand hier eine Brücke zu bauen und damit allerdings einem Nothstande abzuhelfen, während der Bau des Weges vor und hinter der Brücke späteren Zeiten vorbehalten bleiben soll. Die definitive Beschlußfassung über diesen Brückenbau hat heute stattgefunden.
Im Armenwesen ist seit dem letzten Berichte bemerkenswerthes nicht eingetreten. Die Bedürfnisse der Armen-Verwaltung für das kommende Jahr haben sich um über 400 Mark gegen das laufende Jahr geringer gestellt.
Ein Verkauf von Gemeinde Grund Vermögen hat seit dem letzten Berichte nichts stattgefunden. Die Vorbereitungen zum Verkaufe der hin und wieder noch liegenden, früher unverkauft gebliebenen Wege Absplisse sind eingeleitet und wird die Abschätzung der Absplisse in den nächsten Tagen beginnen.

Die Gemeindeschulden betrugen am 1.April 1882 31500 M., haben eine Erhöhung nicht erfahren und werden sich auch die planmäßige Ablage von 2450 M bis zum 1.April des Js. ermäßigen bis auf 29050 M

Die königliche Regierung hat den Oberförster Candidaten Bollig von der contractlich übernommenen Ausarbeitung des neuen Waldbetriebs und Regulirungs-Werkes entbunden. Mit der Anfertigung dieses Werkes für den Gemeindewald von Cornelimünster ist der Oberförster Candidat Geltz betraut worden, der dieselbe nahezu zum Abschluß gebracht hat. Demnach wird der hiesige Gemeindewald von ihm bearbeitet werden.
Die Communal Umlage welche für das Jahr 1882/83 die Höhe von 145% der Grund und Gebäude, sowie Einkommensteuer betrug, wird eine unvermeidliche Erhöhung von circa 5% um deßwillen erfahren müssen, weil der Ertrag des diesjährigen Holzverkaufs um mehr als 2000 Mark gegen den vorigjährigen Erlös zurückbleiben wird.

Die hochwichtige Frage des Eisenbahnbaues von Rothe Erde (Aachen) über hier nach Montjoie und St.Vith etc. ist Dank der energischen Fürsorge der königlichen Staats Regierung für die armen Kreise Montjoie und Malmedy in ein Stadium gerückt, das die baldige Inanspruchnahme der Ausführung des Projects in nahe Aussicht stellt, falls die dabei interessirten Kreise und Gemeinden ihr Interesse durch Bewilligung der geforderten Beihülfe zum Grunderwerb bestätigen.
Durch Gesetz vom 15.Mai vor. Js. ist die königliche Staats Regierung am Ausbau der beregten Bahn für den Fall ermächtigt worden, daß die Interessenten den zum Bahnbau vorübergehend und dauernd erforderlichen gesammten Grund und Boden der königlichen Staats Regierung unentgeltlich zur Verfügung stellen, wogegen die königliche Staats Regierung eine Beihülfe von 343,000 M oder der Hälfte des bei den Vorarbeiten auf 686,000 Mark geschätzten Werthes des Terrains an Staatsmitteln gewährt. Die Verhandlung zwischen der hiesigen Gemeinde und dem zum Vertreter aller Interessenten ernannten königlichen Landrathe Herrn Rennen in Montjoie sind soweit gediehen, daß die hiesige Gemeinde sich bereit erklärt hatte, dort sämmtliche in der hiesigen Gemeindealso auch im Prälaten District und in der Flur Abtheilung bei Münsterbildchen zum Bahnbau erforderliche Terrain bei den Vorarbeiten auf 50,750 Mark geschätzt auf eigenes Risico anzukaufen und zur Verfügung zu stellen, wenn der Gemeinde die Summe von 35000 Mark aus der staatlichen Beihülfe überlassen wird.
Herr Landrath Rennen findet diese Forderung um wenigstens 3000 Mark zu hoch und wird die Ausgleichung dieser, bei der Wichtigkeit des Bahnbaues nicht mehr erheblichen Differenz im Interesse der raschen Forderung des Vertrags Absplisses wohl keine Schwierigkeiten finden.
Die Pläne über das Project sind eingetroffen und in der Zeit vom 20. bis 27. dieses Mts. zu Jedermanns Einsicht offen gelegt worden. Die Landespolizeiliche Prüfung des Projectes wird am Montag den 29. des Mts. vor der Hand für die Strecke von Rothe Erde bis Schmithof stattfinden.

Das für die Gemeinden Cornelimünster, Walheim und Brand Ende 1881 ins Leben gerufene landwirthschaftliche Casino zu Cornelimünster hat im ersten Jahre seiner Thätigkeit eine erfreuliche Entwicklung genommen. Die Zahl der Mitglieder, welche bei der constituirenden Versammlung nur 17 betrug, vermehrte sich in jeder Sitzung und ist bis jetzt auf 76 herangewachsen. Seine Leistungen auf dem Gebiete des Garten und Obstbaues haben bei Gelegenheit der landwirthschaftlichen Ausstellung zu Weiden eine lobende Anerkennung mit Diplom gefunden, die Verbesserung der Rindviehzucht war eines der ersten Augenmerke desselben. Auf seine Anregung hin wurden im Frühjahr vor. Js. vier Stück reine holländischen Zuchtstiere in Holland gekauft und hier ausgestellt. In diesem Jahre hat dasselbe eine Prämiirung bewilligt. Allerseits verspricht man sich den besten Erfolg von dieser Einwirkung auf die Beschaffung besserer Zuchtstiere. Als weiteres Product der Thätigkeit des Casinos kann die am 21. dss. Mts. geschehene Gründung einer auf Gegenseitigkeit beruhenden Pferde und Rindviehversicherung für die Gemeinden Cornelimünster, Walheim und Brand und die Ortschaften Dorff und Krauthausen mit dem Sitze in Cornelimünster, der sofort 24 Viehbesitzer beitragen, bezeichnet werden. Inzwischen sind schon mehrere Beitritts Erklärungen erfolgt und noch weitere in Aussicht gestellt.

Am 13. Dezember vor. Jahres tagte zu Cornelimünster eine von mir behufes Gründung einer Pfennigsparkasse für denselben Bezirk und die Ortschaften Lichtenbusch und Hitfeld einberufene öffentliche Versammlung, an welcher circa 50 Einwohner aus allen Ortschaften Theil nehmen, so daß die Versammlung eine stattliche genannt werden konnte. Mit seltener Einmüthigkeit wurde das vorgeschlagene Project aufgenommen, der vorgelegte Statuten-Entwurf durchberathen und festgestellt und der Verein constituirt, der gestern seine Thätigkeit eröffnet hat. Diese beiden Vereine sind wohl geeignet wunde Stellen zu heilen und zur Förderung der Wohlfahrt und guten Sitten mächtig mitzuwirken. Möge daher der erhoffte Erfolg nicht ausbleiben.

Am Sonntag den 19.Februar vor. Js. Vormittags 11 Uhr brach im Hause des Wirthen Johann Frings zu Walheim Feuer aus, welches aber durch die bald zahlreich herbeigeeilten Einwohner energisch bekämpft und beherrscht wurde, bevor es größere Dimensionen angenommen. Der am Hause erlittene Schaden belief sich auf nur 148 Mark. Der schlechte Zustand des Raumes läßt vermuthen, daß dieser die Ursache der Feuersbrunst abgegeben hat.
Am 1.Juni vor. Js. Morgens zwischen 10 und 11 Uhr, entstand in dem zu Walheim gelegenen Wohnhause des Bäckers Leonard Völl Feuer, dasselbe hat das doch zu etwa 3/5 zerstört und die Zimmerdecke der oberen Etage an einzelnen Stellen beschädigt. Haus und Mobilar, welche zum geringen Theil beschädigt worden, waren versichert. Hinsichtlich der Entstehung des Feuers liegt die Vermuthung nahe, daß bei den an dem betreffenden Tage herrschenden Nord Ostweide Funken aus dem Kamin des Backofens, welcher eingeheizt war, auf das Dach und an die leicht Feuer fangenden Waldgras hergestellten Daken getrieben worden. Am 31.August crepirte eine Kuh der Wittwe Schumacher in Oberforstbach und ergab die Obduction durch den telegraphisch herbeigerufenen Departements Thierarzt Herrn Dr. Schmiedt daß die Kuh am Milzbrand verendet ist. Demnach wurden sofort die vorgeschriebenen Vorsichtsmaßregeln angeordnet und hat eine Weiterverbreitung der Seuche nicht stattgefunden.
In der Nacht vom 2. zum 3.November brach im Hause des Wirthen Caspar Sistermann zu Oberforstbach Feuer aus, welches bei dem starken Winde eine rasche Ausdehnung gewonnen und das Haus bis auf die Umfassungsmauern zerstört hat. Die eingeleitete Untersuchung hat den Verdacht der Brandstiftung gegen den Eugen Sistermann ergeben, weshalb derselbe verhaftet und die gerichtliche Untersuchung gegen ihn eingeleitet worden ist.
Am 4.November vor. Jahres Nachmittags zwischen 2 und 3 Uhr brach im Hause des Steinbrechers Wilhelm Prick zu Walheim Feuer aus, welches bei dem starken Winde ebenfalls rasch um sich griff und das Haus mit Stall und Scheune bis auf die Umfassungsmauern zerstört hat. Bei der Untersuchung hat sich die Vermuthung ergeben, daß die Feuersbrunst in dem mangelhaften Zustand des Kamins wie er in den hiesigen alten Bauernhäusern durchgängig gefunden wird, ihren Grund haben m

Im Laufe des vorigen Sommers sind einer älteren Bestimmung entsprechend an allen geeigneten Stellen Wegweiser aus Gußeisen und an freistehende gußeiserne Säulen befestigt, angebracht worden.

Der Winter 1881/82 war fast spurlos vorübergegangen. Nur ein Paar Wochen frostigen Wetters verriethen sein Dasein. Der Monat März brachte eine lenzartige Witterung die vermuthen ließ, daß der Frühling bereits seinen Einzug gehalten; die Hecken fingen an zu grünen und die Kern-Obstbäume zeigten die Knospen in großer Menge, als der 22.März ein kaltes, winterliches Wetter mit einer indeß nur wenige Stunden andauernden Schneedecke und einen Nachtfrost brachte, wohl zur Mahnung vor der Täuschung, daß der Winter nichts mehr vermö

Der Stand der Feldfrüchte war im Uebrigen im Allgemeinen recht günstig und mußten das Herz jeden Landmannes wahrhaft erfreuen, bis zur ersten Hälfte des Monats Juni, wenn andauerndes Regenwetter, verbunden mit einer empfindlichen Kälte eintrat. In den Wiesen herrschte eine seltene Ueppigkeit und Fülle und die Heu???ernte hat wohl nicht wenige Landleute in einer Weise befriedigt, wie dies seit vielen Jahren nicht erlebt worden. Die bis dahin so reiche Aussichten auf Obst wurden dagegen durch einen Nachtfrost am 18. Juni fast vollständig vernichtet. Das im Juni eingetretene Regenwetter hielt leider mit kurzen Unterbrechungen während der ganzen Erndtezeit an und vernichtete die schönsten Hoffnungen auf die Erndte. Nicht allein, daß die letztere erheblich verspätet, wurde sie auch zum großen Theile beeinträchtigt. Roggen und Waizen konnten durchweg nur mit knapper Noth eingeholt werden während der Hafer, der eine besondere Ueppigkeit entfaltet hatte Ende September noch im Felde stand und zum großen Theile verdarb. Auch die Kartoffeln litten unter der andauernden regnerischen Witterung derart erheblich, daß an manchen Stellen die Fäulniß einen solchen Umfang angenommen, daß kaum mehr als das Saatgut geerndtet wurde. War hier nach die vorigjährige Erndte eine solche auf die der Landmann nur mit Wehmuth zurückblicken kann, so ist der jetzige Stand der Wintersaaten ebenso wenig geeignet freudigeren Herzens in die Zukunft zu blicken. Die bis vor wenigen Tagen andauernde nasse Witterung hat die Bestellung der Wintersaaten hin und wieder unmöglich gemacht und dort wo sie stattgefunden, ist ein vernichtend wirkender Schneckenfraß eingetreten, der eine wiederholten Saat erforderlich gema

Der diesjährige Winter, welcher am 14.November pr. durch eine 10 cm hohe Schneedecke von geringer Dauer seine Ankunft meldete, hat bis jetzt eine Härte kaum gezeigt, dagegen Ende November und in den Weihnachtstagen in den Gebiets Gegenden des Rheines und seiner Nebenflüsse durch Ueberschwemmungen, wie sie in diesem Jahrhundert noch nicht dagewesen, Noth und Elend in einem Umfange verbreitet, der ärger kaum gedacht werden kann.
Die herzzerreißenden Nothrufe der Ueberschwemmten, die Hab und Gut verloren und vielfach ihre Existenz vernichtet sahen, haben die staatliche Beihülfe nicht minder wie die Privatwohlthätigkeit in erfreulicher Weise sich bethätigen sehen, und wenn auch die hiesige Gemeinde, nach dem ersten Hochwasser ihr Scherflein bereits beigetragen hat, so kann ich mich doch der Hoffnung nicht verschließen, daß sie in Anbetracht und durch das zweite Hochwasser in noch empfindlicherer Weise hervorgerufenen Elend der Ueberschwemmten durch Bewilligung einer namhaften Unterstützung aus der Gemeindekasse ihren Wohlthätigkeitssinn neuerdings bethätigen wird.


Walheim, den 25.Januar 1883, der Bürgermeister, Hochstenbach



1883

Bevölkerung
1883 m w
Population
Geburten 0 unehelich
Todesfälle 0 über 90
Trauungen
geimpfte Kinder
Liniendienst
Elementarschüler
Viehbestand
Viehstand Stück
Pferde
Rindvieh
Schaafe
Ziegen
Schweine
Acker Erzeugnisse
Acker Erzeugnissehektarenhektoliter pro hektarePreis pro hektoliter
Weitzen
Roggen
Gerste
Hafer
Spelz
Buchweizen
Rübsaamen
Kartoffeln
Preise
PREISE MPfgpro
Heu 50kg
Stroh 50kg
Leinsaamen Hektoliter
Flachs Stein
Butter Kilogramm
Käse Kilogramm
Landwolle Kilogramm
Ackerland Hektare
gut
mittelmäßig
schlecht
Wiesen- und Weideland
gut
mittelmäßig
schlecht

Die am 1.Dezember 1880 abgehaltene allgemeine Volkszählung ergab in hiesiger Gemeinde eine Bevölkerung von 2949 Seelen während die kürzlich aufgestellte Classensteuer Rolle pro 1884/85 eine Hoehe von 2935 " mithin eine Abnahme ergeben hat von 14.
Mit Ausnahme von 1 Evangelischen gehören alle Einwohner zur katholischen Religion.
Im Jahre 1882 wurden hier geboren: männliche Kinder 39 Seelen, weibliche Kinder 51, Sa. 90
Davon war keins unehelich geboren.
In demselben Zeitraume starben: männliche Personen 28, weibliche Personen 29, Sa. 57
so daß die Zahl der Geborenen diejenige der Gestorbenen um 33 übersteigt.
Ueberdies sind in der Zahl der Gestorbenen 6 todtgeborenen Kinder enthalten.
Im Jahre 1881 wurden hier 18 Trauungen vollzogen.

Der Verwalter des Landraths Amtes des Landkreises Aachen, Herr Dr. Freiherr von Coels von der Brügghen wurde von den Kreisständen des Landkreises am 30.October vor.Js. einstimmig als ihren Candidaten für das Landraths Amt präsentirt. Nachdem Se. Majestät der König in Folge dessen den Erwählten zum Landrathe ernannt haben, steht die Einführung desselben in der nächsten Zeit bevor.
Am 23. März vor. Js. erlag der Polizei und Gemeindediener sowie Feldhüter Wilhelm Staude einem acuten Brustleiden. Nach einer fast 12 jährigen treuen und gewissenhaften Pflicht-Erfüllung im Amte. Zu seinem Nachfolger wurde auf diesseitigen Vorschlag der Schreiner Anton Krott von hier durch das königliche Landraths Amt zunächst auf einjährige Probezeit ernannt und der den Dienst am 21.Mai vor. Js. angetreten hat.
Mit dem 1.Juli vor. Js. ging die 6 jährige Wahlperiode der hiesigen Armen Vorsteher zu Ende und wurden die sämmtlichen seitherigen Mitglieder vom Gemeinderath auf weitere 6 Jahre wiedergewählt.
Die Functionsperiode das hiesigen Kreistags Abgeordneten und Stellvertreters lief mit Ende Dezember vor. Jahres ab und wurden vom Gemeinderathe die Herren Heinrich Plum zum Abgeordneten und Leonard Hamacher zum Stellvertreter für die 6 Jahre 1884/89 neu gewählt.
Für die am 6.September vor. Js. beginnende neue 6 jährige Functionsperiode wurden zu Mitgliedern des Schul-Vorstandes ernannt für die Schulen zu:
a. Walheim die bisherigen Mitglieder Peter Jansen und Jacob Hubert Krott zu Walheim.
b. Schmitthof das bisherige Mitglied Theodor Heinrich Radermacher sowie ferner Jacob Pick zu Schmithof.
c. Hahn der Ackerer Peter Wilhelm Königs zu Hahn und der Steinhauer Johann Schilder zu riesenrath.
d. Schleckheim die bisherigen Mitglieder Lambert Giesen zu Nütheim und Carl Siemons zu Schleckheim
e. Oberforstbach die bisherigen Mitglieder Carl Stickelmann zu Ritscheid und Cornelius Sandelenz zu Wildburg.
Der Lehrer Thelen zu Schmithof wurde durch die königliche Regierung vom 5.November ab an eine Lehrerstelle zu Büsbach versetzt und dem Schul Amts Candidaten Carl ?????? aus Cornelimünster die Lehrerstelle in Schmithof übertragen, welche er am 15. selbigen Mts. angetreten hat.
Die Zahl der die Schulen besuchenden Kinder betrug Ende Dezember vor. Jahres.

Walheim 60 85 145
Schmitthof 65 65
Hahn 112 112
Schleckheim 59 59
Oberforstbach 72 70 142

Die Abrechnung bezüglich des Kirchenbaues in Hahn hat im Laufe des Jahres stattgefunden. Die Gesammtkosten belaufen sich demnach auf 47388 M. 21 wovon die Kirchen Gemeinde gedeckt hat 5054 M. 65 so daß zu Lasten der Civil Gemeinde verbleiben 42333 M. 56
Die schon seit vielen Jahren ventilirte Frage der Wegeverbindung zwischen Walheim und Nütheim ist insofern in ein neues Stadium getreten, als die königliche Regierung bei Genehmigung der vom Gemeinderathe vorläufig beschlossenen Ausführung des Brückenbaues auch die Ausführung des Reuter'schen Projectes für die Straße und zwar durch die Mulde oberhalb Königsmühle, genehmigt hat. Bevor zur Ausführung des Brückenbaues geschritten worden, ist der Antrag auf Bewilligung einer Beihülfe aus Provinzialfonds im August vor. Js. gestellt worden, worauf eine Entscheidung bis jetzt nicht ergangen ist und täglich erwartet wird.

Seit dem letzten Berichte ist im Armenwesen Bemerkenswerthes nicht eingetreten. Die Bedürfnisse der Armen Verwaltung sind allerdings um 400 Mark gegen das Vorjahr gestiegen, hauptsächlich in Folge der nothwendig gewordenen Unterbringung des blödsinnigen Peter Braun aus Friesenrath in einer Anstalt.
Ein Verkauf von Grund Eigenthum der hiesigen Gemeinde hat seit dem letzten Berichte nicht stattgefunden.
Auf Antrag der betroffenen Grundstücksbesitzer sind mit Genehmigung königlicher Regierung
1.) der vom alten Schulhause hierselbst bis zu dem nach Pingsheim führenden Fußwege unterhalb des Kirchhofs
2.) der vom Hause des Hubert Jung in die Flur Abtheilung " auf in Knopp" führende Fußweg und
3.) derjenige von der Hohlgracht durch die Wunertsbenden hierselbst bis in den durch die Pfarrwiese kommenden Fußweg als öffentliche Wege aufgehoben worden, nachdem die Grundstücksbesitzer das Terrain derselben zu der vom Gemeinderathe festgesetzten Tage bezahlt haben.
Der im vorigen Jahre vom Gemeinderathe in Aussicht genommene Drainirung eines Theiles der Kuhheide konnte wegen gänzlichen Mangels der erforderlichen Geldmittel nicht mehr getreten werden.

Die Besitzerin des Waldcomplexes Prälatendistrict Frau Wittwe Landvogt in Düsseldorf auf die seitens der Gemeinde angeregte freiwillige Ablösung der der Gemeinde in dem Prälaten District zustehenden Waldweide nicht mehr eingegangen und wird daher wohl nichts erübrigen, als den Antrag auf Einleitung des Ablösungsverfahrens zu stellen.
Der Forstassessor Herr Geltz hat die Ausarbeitung des neuen Waldbetriebswerkes für den hiesigen Gemeindewald fertig gestellt und der königlichen Regierung zur Prüfung vorgelegt, wonach zu erwarten steht, daß dasselbe in Bälde dem Gemeinderathe zur Beschlußfassung vorgelegt werden kann.
Der Ausbau einer weiteren Strecke des Holzabfuhrweges im District Astert ist im vorigen Jahre fortgesetzt worden.

Die Gemeindeschulden betrugen am 1.April 1883 29050 Mark, hiervon werden im Laufe dieses Jahres planmäßig abgelegt 2550 M., bleiben 26,500 M.
Zur Bestreitung der Mehrkosten des Kirchenbaues in Hahn müssen aber noch 5600 M., sowie als 1.Rate zur Bestreitung der GrunderwerbsKosten für den Eisenbahnbau 20000 M., Sa. 25600 M. aufgenommen worden, so daß die Schulden der Gemeinde am 1.April 1884 betragen werden 52100 M. der gegen alle Erwartung ungünstige Ausfall des Holzverkaufs im vorigen Jahre hat die finanziellen Verhältnisse der Gemeinde empfindlich geschädigt. Der von der Forstverwaltung vorgelegte Fällungsplan ergab die Summe von 8785 M., wähend der Verkauf einen Erlös von nur 4937 M., mithin einen Ausfall ergeben hat von 3848 M. in Folge dessen sich das Deficit des diesjährigen muthmaßlichen Final Abschlusses auf die ungewöhnliche Höhe von 6800 Mark beziffert. Trotz dieser für die Gemeinde so unangenehmen Erfahrung wurde seitens der Gemeinde Oberförster Oster für das Jahr 1884 wiederum ein Holzschlag vorgeschlagen, der zweifelsohne dieselbe Erfahrung geliefert haben würde. Auf die wohlbegründete Vorstellung der Gemeinde ist der Vorschlag dann auch verworfen, leider dann aber eine Holzfällung zur Höhe von nur 4517 M. geplant worden, während die Ausgaben für Culturen, Gehälter, Steuern des Waldes p.p. pro Jahr 4474 M. betragen, sollte die Gemeinde aus ihrem 589 ha großen Gemeindewalde pro 1884/85 eine Netto Einnahme von nur 43 M. haben. Die hiergegen bei der königlichen Regierung erhobene weitere Vorstellung hat nur den geringen Erfolg gehabt, daß nunmehr eine Erhöhung des Fällungsplanes auf 6501 Mark zugestanden worden, während der Gemeinderath eine Erhöhung bis auf 7500 Mark erbeten hatte. Wiewohl der Entwurf des Etats für das neue Jahr die letztere Summe in Einnahmen vorsieht, sollen die Gemeinde Umlagen welche pro a cur. 150% des Grund Gebäude und Gemeinde Einkommensteuer betrugen, für das nächste Jahr eine Erhöhung bis über 200% der genannten Steuern erfahren müssen, eine Thatsache, die um so unangenehmer ist, als es zweifellos feststeht, daß dieser Verlegenheit bei einigem Entgegenkommen der Forstverwaltung wohl hätte vorgebeugt werden können, ohne der nachhaltigen Bewirthschaftung des Gemeindewaldes wesentlichen Eintrag zu thun.

Nachdem die langwirigen Vorverhandlungen bezüglich des Grund Erwerbs für den Eisenbahnbau Rothe Erde (Aachen) über hier nach Montjoie, St. Vith p.p. mit den interessirten Kreisen und Gemeinden ihren Abschluß gefunden, traf im Juni vor. Js. das Bau Büreau für die Abtheilung von Rothe Erde bis Roetgen in Cornelimünster eine, um die Einleitungen zur Inangriffnahme des Baues zu treffen, die letzteren wurden derart gefördert, daß die Grundsteinlegung zu dem ersten Bauwerke, dem Itterbachviaducte bei Cornelimünster und somit gleichsam zum ganzen Bahnbau am 17.September vorigen Jahres vorgenommen werden konnte.
Der Grund Erwerb des innerhalb der hiesigen Gemeinde zum Bahnbau erforderlichen gesammten Terrains bei den Vorarbeiten auf 50750 Mark veranschlagt, ist seitens der hiesigen Gemeinde auf eigenes Risico übernommen worden, wogegen sie aus der staatlichen Beihülfe den Betrag von 34000 Mark erhält, und ist derselbe soweit vorgeschritten, als eine gütliche Einigung mit den Grundstücksbesitzern auf Grund der Taxation der vom Gemeinderathe gewählten Sachverständigen erreicht werden konnte. Die Einleitung des Enteignungs Verfahrens gegen einige Grundstücksbesitzer die unverhältnismäßig hohe Forderungen stellten, ist indessen unvermeidlich gewesen und steht der Termin zur Abschätzung durch die von der königlichen Regierung ernannten Delegirten in den nächsten Tagen bevor.

Das landwirthschaftliche Casino zu Cornelimünster zu dessen Bezirk auch die hiesige Gemeinde gehört, hat ununterbrochen eine rege Thätigkeit an den Tag gelegt und nicht allein für die bei Gelegenheit der Jubelfeier des landwirthschaftlichen Vereins für Rheinpreußen im September vor. Js. in Bonn ausgestellten Producte des Garten und Obstbaues sondern auch für seine rege Thätigkeit im Allgemeinen eine bronzene Medaille mit Diplom erhalten. Die im vorigen Jahre eingeführte Prämiirung der besten Zuchtstiere hat anerkanntermaßen auf die Qualität der bei der Körung vorgeführten Stiere derart gut eingewirkt, daß eine Wiederholung derselben beschlossene Sache ist. Der für den Casinobezirk am 1.März vor. Js. eröffnete Vieh Versicherungs Verein zu Cornelimünster hat sich zu überraschender Weise allseitig Eingang verschafft und heute bereits einen Versicherungs Bestand von über 400 Stück Rindvieh mit 76000 Mark Versicherungssumme. Bis jetzt hat derselbe 3 Schäden prompt regulirt.

Der am 23. Januar vor. Js. eröffnete Betrieb der Pfennig Spar Kasse für das Münsterländchen hat auch einen recht ansehnlichen Umfang angenommen. Die bis jetzt gemachten Einlagen beziffern sich auf 3185 Mark, wovon 685 Mark bei der Prämienkasse zu Cornelimünster für Rechnung der Einlagen deponirt und der Rest seitens des Sparkassen Vereins verbucht wird.

In der Nacht vom 20. zum 21. Mai vor. Js. brach beim Ackerer Peter Hansen zu Schmithof Feuer aus, welches das Dach des Wohnhauses nebst Stall und Scheune, sowie die Decke der oberen Etage des Wohnhauses vollständig zerstört hat. Ueber die Ursache der Feuersbrunst hat die gerichtliche Untersuchung Positives nicht ergeben.
Am 3.November 1883 Nachmittags gegen 3 Uhr brach in der Scheune des dem Maurer Hubert Komuth zu Entenplatz bei Oberforstbach zugehörigen Hauses Feuer aus, welches sowohl dieses Gebäude als das daran angrenzende des Peter Joseph Knorr bis auf die Umfassungsmauern zerstört hat, das vorhandene Heu und Stroh sind mitverbrannt, das Mobilar dagegen gerettet worden. Die sämmtlichen Mobilien der Brandbeschädigten waren nicht versichert.Die stattgehabte Untersuchung hat die Ursache der Feuersbrunst nicht ergeb

Am 3.September vor. Js. constatirte der Departements Thierarzt den Ausbruch der Maul und Klauenseuche unter den Viehbeständen des Gutspächter Stickelmann zu Ritscheiderhof und Offergeld zu Nerscheiderhof. Bis zum 28. October erfolgten fortwährend weitere Anmeldungen des Seuchen Ausbruchs, und war dieselbe nicht allein in hiesiger, sondern auch den Nachbargemeinden Cornelimünster und Brand aufgetreten. Nunmehr ist die Seuche wieder erloschen und sind die angeordneten Schutzmaßregeln bereits wieder aufgehoben worden. Im Ganzen wurden von derselben betroffen: die Viehbestände von 15 Einwohner der hiesigen Gemeinde, 4 der Gemeinde Cornelimünster und 7 in Brand. Die Seuche trat im Allgemeinen nicht bösartig, vielmehr spontan auf.

Während der Landmann, gedrückt durch die Mißernten, der letzten Jahre, auch im Frühjahre 1883 angesichts des schlechten Standes der Saaten noch mißmuthig in die Zukunft blickte, belebte sich beim Eintritte günstigerer Witterung und dem unerwartet besseren Gedeihen der Feldfrüchte bald wieder sein Gemüth ; sowie neu erwachten Hoffnungen befestigt den sich immer mehr und entsprach die Erndte denselben in befriedigendem Maaße, das Herbstwetter war ebenfalls befriedigend und konnten die Wintersaaten allenthalben rechtzeitig bestellt werden. Bis gegen Ende des Monats November herschte Frostwetter und traten alsdann Regentage ein, bis sich am 4.Dezember eine dünne Schneedecke bildete, mit Frost begleitet. Noch vor einigen Tagen trat wieder Regenwetter ein und hat dieses mit wenigen Unterbrechungen, bis jetzt angehalten, und zwar keineswegs zu Gunsten der Feldfrüchte, da diese bereits darunter leiden.


Walheim, den 30.Januar 1884, der Bürgermeister, Hochstenbach



1884

Bevölkerung
1884 m w
Population 2533
Geburten 46 0 unehelich
Todesfälle 32 0 über 90
Trauungen 12
geimpfte Kinder
Liniendienst
Elementarschüler
Viehbestand
Viehstand Stück
Pferde
Rindvieh
Schaafe
Ziegen
Schweine
Acker Erzeugnisse
Acker Erzeugnissehektarenhektoliter pro hektarePreis pro hektoliter
Weitzen
Roggen
Gerste
Hafer
Spelz
Buchweizen
Rübsaamen
Kartoffeln
Preise
PREISE MPfgpro
Heu 50kg
Stroh 50kg
Leinsaamen Hektoliter
Flachs Stein
Butter Kilogramm
Käse Kilogramm
Landwolle Kilogramm
Ackerland Hektare
gut
mittelmäßig
schlecht
Wiesen- und Weideland
gut
mittelmäßig
schlecht

Nachdem der seitherige Bürgermeister Hochstenbach nach 13 jähriger Verwaltung der Gemeinde Walheim Cornelimünster und Brand die auf ihn gefallene Wahl zum Bürgermeister der Stadt Jülich angenommen, wurde der königliche Lieutenant ad und cand. jur. Theodor Freiherr von Brachel aus Jülich mit der commissarischen Verwaltung der beiden Bürgermeistereien Cornelimünster und Walheim betraut und fand diesen Einführung und Vereidigung am 28. Juli durch den königlichen Landrath Herrn Dr. jur. Freiherrn von Coels statt.
Der 1. Beigeordnete Herr Wilhelm Heinrich Hansen, dessen Amts-Periode abgelaufen, wurde durch Verfügung königlicher Regierung vom 6.September 1884 auf eine weitere Amtsdauer von sechs Jahren ernannt. Für den nicht mehr zum Gemeindeverordneten gewählten I. Beigeordneten Hansen wurde durch Verfügung des Herrn Landraths vom 5 ten Januar 1885 No 83 der Gemeinde Verordnete Carl Stickelmann zu Ritscheiderhof zum Gemeinde Vorsteher ernannt.

Die durch Gesetz vom 15. Juni 1833 angeordnete Gemeinde-Kranken Versicherung wurde für die Gemeinde Walheim am 1.Dezember 1884 ins Leben gerufen. Höherer Anordnung zu Folge wurde die Beschaffung und Anlegung der erforderlichen Bücher bewirkt und wurden mit Arzt und Apotheker Verträge wegen Behandlung der Kranken Mitglieder resp. Lieferung von Medicamenten für dieselben abgeschlossen. Für die Einnahmen und Ausgaben der Kranken Versicherung wurden im Etat pro 1885/86 die nöthigen Positionen eingeführt.
An Stelle des verstorbenen königl. Kreis Schul Inspectors Herrn Schönbrod wurde dem bisherigen Kreis Schul Inspectors des Kreises Heinsberg Herrn Dr. Keller durch Verfügung der königlichen Regierung vom 1.September v. Js. die Schul Inspektion im hiesigen Bezirke übertragen.
An die Stelle des an die neu errichtete Knabenzahl Schule zu St.Jacob in Aachen versetzten Lehrers Darius zu Schleckheim ist der Lehrer Hermann Vieth berufen worden. Derselbe hat sein Amt am 16.October 1884 angetreten.
Die Zahl der die Schule besuchenden Kinder betrug Ende Dezember 1884 in Walheim 150, in Schmithof 68, in Hahn 119 und in Oberforstbach 137.
Größere Bauten und Wege Anlagen sind im abgelaufenen Jahre nicht ausgeführt worden.

Zu dem projectirten Ausbau des Weges zwischen Walheim und Nütheim ist der Gemeinde auf deren Antrag eine Beihülfe von 2000 Mark aus der Provinzial Kasse zugebilligt worden, deren Zahlung dann erfolgen wird, wenn die Gemeinde nachgewiesen, daß sie den doppelten Betrag auf den qu. Weg verordnet und den Bau innerhalb 5 Jahren beendet habe.

Auch in der Armenverwaltung ist im verflossenen Etatsjahre besonders Bemerkenswerthes nicht hervorgetreten. Die Bedürfnisse der Armen Kasse wachsen indessen mit jedem Jahre, ja fast mit jedem Quartale bedeutend an, und haben auch pro 1884/85 die Credite zur Bestreitung der Armenpflege nicht ausgereicht. Die Spitalpflege Kranker, Verletzter und Geisteskranker Personen verursacht der Gemeinde bedeutende Kosten.
Verkauf von Eigenthum der Gemeinde hat seit dem Vorjahre nicht stattgefunden. Im kommenden Jahre werden indeß die vielen Absplisse und Restestücke von dem zum Eisenbahnbau hergegebenen Terrain zum Verkaufe gelangen müssen, theils um Nachtheile für das Gemeinde Vermögen durch längeres Aussetzen der Veräußerung zu verhüten, theils aber auch um Mittel zu bekommen, das für den Grunderwerb zum Eisenbahnbau angeliehene Kapital wenigstens theilweise zu tilgen.
Im Rechnungsjahre 1884/85 ist nicht allein die nach dem Tilgungsplan vorgesehene Rate im Betrage von 1300 Mk sondern auch noch die aus 1883/84 rückständig gebliebene Kapitalrate von 2550 Mk also zusammen 3850 MK Schuld zu tilgen gewesen.
Die beabsichtigte Tilgung des aufgenommenen Kapitals zur Bestreitung der Kosten des Grunderwerbs kann bis zum 1.April 1885 nicht erfolgen, da der Gemeinde der contraktmäßig zustehende Staatszuschuß ad 34000 Mk. noch nicht ganz geleistet ist.
Am 1.April 1885 beträgt die noch zu tilgende Kapitalschuld bis zum Jahre 1901 plus der Schuld für den Eisenbahngrunderwerb noch 30800 Mark.
Die pro 1884/85 200 Procent der Staatssteuern betragende Gemeinde Umlage wird sich pro 1885/86 auf 191 bis 192 Procent der Grund Gebäude und Einkommensteuer reduciren. Bei dieser Berechnung sind natürlich noch die Staatssteuern zu Grunde gelegt worden.

Auch im verflossenen Jahre ist bedacht darauf genommen worden, die Löschgeräthschaften der Gemeinde zu vervollständigen resp. zu verbessern.

Es haben in 1884/85 5 Brände statt gefunden, nämlich:

10.1 bei Siemons Johann Wilhelm zu Oberforstbach
7.5 bei Frings Joseph in Walheim
15.8 bei Wwe Conrads in Nütheim
19.11 Gier Karl Ludwig in Walheim
11.12 Kockartz Joseph in Oberforstbach

Der Ausbau der neuen Eisenbahn Linie Prüm-Rothe Erde ist bezüglich der in der Gemeinde Walheim liegenden Strecke nahezu vollendet. Es ist bereits ein regelmäßiger Verkehr mit Materialzügen eingerichtet. Auch das Bahnhofs Gebäude geht seiner Vollendung entgegen. Die Verhandlungen wegen Ausführung einer Bahnstrecke Walheim-Breinig-Stolberg sind im Gange.

Der für den Casino Bezirk Cornelimünster bestehende Viehversicherungs Verein erfreute sich eines erheblichen Zuwachses, indem bis jetzt schon 626 Stück Rindvieh versichert sind.

Im verflossenen Jahre sind in hiesiger Gegend verschiedene Unglücksfälle auch im Bezirke der Gemeinde Walheim vorgekommen, welche theilweise auf Rechnung des Eisenbahnbaues zu schreiben sind.


Walheim den 22.Januar 1885, der @. Bürgermeister, Frhr v Brachel



1885

Bevölkerung
1885 m w
Population 1485 1510
Geburten 59 40 0 unehelich
Todesfälle 38 34 0 über 90
Trauungen 22
geimpfte Kinder
Liniendienst
Elementarschüler
Viehbestand
Viehstand Stück
Pferde
Rindvieh
Schaafe
Ziegen
Schweine
Acker Erzeugnisse
Acker Erzeugnissehektarenhektoliter pro hektarePreis pro hektoliter
Weitzen
Roggen
Gerste
Hafer
Spelz
Buchweizen
Rübsaamen
Kartoffeln
Preise
PREISE MPfgpro
Heu 50kg
Stroh 50kg
Leinsaamen Hektoliter
Flachs Stein
Butter Kilogramm
Käse Kilogramm
Landwolle Kilogramm
Ackerland Hektare
gut
mittelmäßig
schlecht
Wiesen- und Weideland
gut
mittelmäßig
schlecht

Die am 1.Dezember 1885 abgehaltene allgemeine Volkszählung ergab in hiesiger Gemeinde eine Bevölkerung von 2993 Seelen, während die Klassensteuer Rolle pro 1886/87 die Zahl 2975 " nachweist, mithin eine Abnahme von 18 Seelen.
Hiervon gehören der katholischen Religion 2991 Personen, der evangelischen 2 an.
Im Jahre 1885 wurden geboren: männliche Personen 59, weibliche 40, Sa. 99
In demselben Zeitraum starben: männliche Personen 38, weibliche 34, Sa. 72
so daß die Zahl der Geborenen die der Verstorbenen um 27 übersteigt.
Eheschließungen fanden im verflossenen Jahre 22 statt.

Am 12.August 1885 erfolgte die definitive Ernennung des seither mit der commissarischen Verwaltung ver-traut gewesenen unterzeichneten Bürgermeister. Da die dreijährige Amts Periode des Schiedsmannes und Stellvertreters / der Herrn Heinrich Plum zu Hahn und Lambert Giesen zu Nütheim / abgelaufen war, so wurden dieselben vom Gemeinderathe wiedergewählt und so dieselben die Wahl annahmen vom königlichen Landgerichte auf eine weitere dreijährige Dauer für besagtes Amt ernannt.
Es wurde von der ganzen Bevölkerung mit Freuden begrüßt, daß der frühere Bischof von Ermeland auf den erzbischöflichen Stuhl zu Cöln versetzt worden. An die Stelle des Lehrers Zimmermann von Walheim wurde von Seiten der königlichen Regierung der Lehrer Mennicken nach Walheim beordert und nachdem dieser eine definitive Anstellung an der Schule in Brand erlangt hatte der Lehrer Joseph Dackweiler aus Hotorf Kreis Jülich hierhin berufen.

Für die Beschaffung der gänzlich fehlenden Turngeräthe und mehrerer fehlenden Schulbänke wurde Sorge getragen und auch die Mängel an der innern Einrichtung der Schulzimmer nach Ausgabe der disponiblen Mitteln abgestellt.

Die schon seit langer Zeit bestehende Ueberfüllung der einklassigen Schule in Hahn ließ die Nothwendigkeit hervortreten, eine zweite Schulklasse zu bilden. Dieser Gegenstand beschäftigte wiederholt den Gemeinderath sowie den Schulvorstand namentlich trat eine Meinungsverschiedenheit darüber zu Tage, ob die neue Schulklasse in Hahn oder Friesenrath errichtet werden sollte, welch letzterer Ort mit Kitzenhaus zusammen 45 Kinder bislang zur Schule nach Hahn geschickt hatte. Die Verhandlungen sind noch zu keinem definitiven Abschluß gelangt, jedoch ist in der Beziehung eine Einigung erzielt und von der königlichen Regierung auch gebilligt worden, daß vorläufig ein Local miethweise beschafft wurde soll um abwarten zu können, ob der demnächst Neubau in Hahn oder Friesenrath angezeigt erscheint.
Die Zahl der die Schule besuchenden Kinder betrug Ende Dezember vor. Js. in

Walheim 164
Schmitthof 69
Hahn 121
Schleckheim 63
Oberforstbach 142

Größere kostspielige Bauten und Wegeanlagen sind in diesem Etatsjahre nicht vorgekommen. Dagegen war in Walheim an der alten Schule eine große Reparatur nothwendig; ebenso konnte auf die Anlage eines größeren Wasserbehälters an der Kirche in Walheim in Anbetracht die Möglichkeit eines Brandunglückes mitten im Orte nicht weiter hinausgeschoben werden.

Eine größere bauliche Anlage die Aachener Wasserleitung wurde durch einen Theil der Bürgermeisterei Walheim durchgeführt und der Gemeinde von Seiten der Stadt Aachen eine einmalige Entschädigung von
1450 Mark gezahlt, eine Summe, welche von dem Gemeinderathe theils zu der Beschaffung der vorerwähnten Turngeräthe und Schulbänke bestimmt wurde, theils Verwendung finden sollte zur Deckung der im Etatsjahre 1885/86 ganz unerwartet eingetretenen Mehrausgaben für die Armenverwaltung.

Zum Bau einer fernern Brücke zwischen Walheim & Nütheim wurde in Gemäßheit des Beschlusses der Gemeindevertretung zur Bildung eines Baufonds die Summe von 1000 Mark im Etat disponibel gestellt und soll so vorangeschritten werden bis die erforderliche Summe vorhanden, so daß keine weiteren Anleihen gemacht zu werden brauchen. Was die Anlage der Wasserleitung in Nütheim anlangt, so wird dieselbe, nachdem endlich, das letzte Hinderniß geschwunden ist, bei günstiger Witterung alsbald in Angriff genommen wurden.
Mehr denn je ist in diesem Jahre die Ausgabe für vom Gemeindeangehörige und für die in Hospitälern im Waisenhaus und in der Irrenanstalt verpflegte Kranken gestiegen; so darf die vorhin genannte extra ordinatio, Einnahme mit der Summe von 6000 Markzur Deckung der Mehrkosten verwendet werden müßte.
Mit Ausnahme des Verkaufs einer kleinen Parzelle Oedland bei Roetgen zum Preise von 4.7.85. Heute hat kein weiterer Verkauf von Gemeinde-Eigenthum stattgefunden in dem der in Aussicht genommene Verkauf der durch den Bahnbau entstandenen Absplisse nicht erfolgen konnte, da die ganze Bahnanlage noch nicht in die Katasterkarten eingetragen und somit die zum Verkauf nothwendigen Katasterauszüge noch nicht zu beschaffen sind.
Die Unterdrückung zweier Fußwege bei Walheim ist von Seiten der königlichen Regierung genehmigt worden; desgleichen diejenige eines Fußweges bei Hahn und sind von den beantragenden Interessenten die von der Gemeindevertretung verlangten Entschädigungen gezahlt worden.

Ueber die Größe des zum Bahnbau abgetretenen Gemeindeterrains läßt sich noch keine andgültige Angabe machen, so die durch Verfügung der königlichen Regierung angeordnete nothwendige Erbreiterung des Feuerschutzstreifens im Walheimer Walde noch nicht stattgefunden hat.
Der am 24.August v.Js. neu aufgestellte Schuldentilgungsplan weist eine Kapitalschuld von 49600 Mark auf, wovon 15000 Mark zur Deckung der Kosten des Grunderwerbs der Eisenbahn und die übrigen 34600 Mark zum Kirchenbau in Hahn aufgenommen und verwandt wurden. Die Gesammtschuld nebst Zinsen wird laut Tilgungsplan in dem Etatsjahre 1900/01 abgetragen sein.

Die pro 1885/86 auf 194% herabgesetzte Communalsteuer wird für das nächste Jahr wiederum eine Verminderung erfahren und zwar um 52%. Der Grund ist hauptsächlich darin zu finden, daß die noch zu tilgenden Summen 20000 M. Grunderwerbskosten durch die Anleihe von 15000 M. in 1885 gänzlich beseitigt worden ist, deren Amortisation auf den jetzigen Zeitraum von 14 Jahren vertheilt ist; ferner darin, daß der Finalabschluß nicht wie der letzte mit einem bedeutenden Deficit sondern mit einem Bestand von 2344,54 Mrk abschließt.

Es haben im Jahre 1885/86 folgende Brände stattgefunden:
1.) in Oberforstbach bei Wittwe Joh. Wilhelm Stärk
2.) am Bierstrauch bei Johann Meuser
3.) in Schmithof bei Jacob Gier
Im nächsten Etat ist ein Credit von 100 Mark zur Bildung eines Fonds behufs Anschaffung von Löschgeräthen vorgesehen worden.

Ein sehr beklagenswerthes Ereignis hat sich in denselbem Zeitraum zugetragen, in dem der Gastwirth Mathias Schnuch auf dem Wege nach Hause überfallen und ermordet worden ist. Diese That ist umso mehr zu beklagen, als es sich hier augenscheinlich um einen Racheact handelte, in dem der Ermordete nicht beraubt war. Die eingehende Untersuchung hat jedoch bis jetzt das Dunkel, welches über dieser That schwebte, leider nicht geleistet.
Durch Blitzeinschlag am 6.Juni 1885 wurde das halbe Wohnhaus der Wittwe Wilhelm Stärk in Oberforstbach zerstört; zugleich erschlugen auf der Höhe des Nerscheiderhofes 2 Kälber.

Am selbigen Tage Abends 7 Uhr entgleiste bei Hahn in der Curve ein Güterzug mit der Maschine und der Hälfte der Wagen. Hierbei sind Unglücksfälle nicht vorgekommen.

In das Jahr 1885 fiel die für unsere Gegend so überaus wichtige Eröffnung der neuen Bahnlinie Rothe Erde-Montjoie, welcher bereits bis nach Malmedy der Verkehr übergeben worden ist. Es ist zu hoffen, daß von dem Verkehr unsere seither fast gänzlich abgeschlossene arme Gegend nunmehr einer bessern Zeit entgegengeführt wurde. Ferner sind die Vorarbeiten zum Bau der Bahnlinie Walheim-Stolberg bereits soweit vorgeschritten, daß die definitive Feststellung der Bahnaxe im Monat Mai @ zu erwarten ist. Die neue Bahnlinie brachte uns die hohe Ehre des Besuches Sr. kaiserlichen und königlichen Hoheit des Kronprinzen, welcher, auf allen Bahnhöfen und an allen an die Bahnlinie angrenzenden Orten von Alt und Jung herzlich begrüßt, die Ueberzeugung gewonnen haben wird, daß auch unsere Gegend fest steht zu Kaiser und Reich.


Walheim den 15.Februar 1886, Der Bürgermeister, Frhr v Brachel



1886

Bevölkerung
1886 m w
Population 2978
Geburten 37 45 0 unehelich
Todesfälle 29 24 0 über 90
Trauungen 20
geimpfte Kinder
Liniendienst
Elementarschüler
Viehbestand
Viehstand Stück
Pferde
Rindvieh
Schaafe
Ziegen
Schweine
Acker Erzeugnisse
Acker Erzeugnissehektarenhektoliter pro hektarePreis pro hektoliter
Weitzen
Roggen
Gerste
Hafer
Spelz
Buchweizen
Rübsaamen
Kartoffeln
Preise
PREISE MPfgpro
Heu 50kg
Stroh 50kg
Leinsaamen Hektoliter
Flachs Stein
Butter Kilogramm
Käse Kilogramm
Landwolle Kilogramm
Ackerland Hektare
gut
mittelmäßig
schlecht
Wiesen- und Weideland
gut
mittelmäßig
schlecht

Die am 1.Dezember 1885 stattgehabte allgemeine Volkszählung für die hiesige Gemeinde hat folgendes Ergebnis gehabt: 2982, die kürzlich aufgestellte Klassensteuer Rolle ergibt 2978, so daß eine Verminderung von 4 Seelen zu verzeichnen ist.
Im Jahre 1886 betrug die Anzahl der geborenen männlichen Kinder 37, der weiblichen Kinder 45, Sa. 82.
Die Zahl der verstorbenen männlichen Personen betrug 29, u. die der weiblichen Personen 24, Sa. 53,
so daß die Zahl der Geburten, diejenige der Todesfälle um 29 übersteigt.
In demselben Zeitraum fanden 20 Trauungen statt.

Im verflossenen Jahre verlor der Gemeinderath ein Mitglied durch den Tod, nämlich der Rentner Wilhelm Scholl aus Walheim. Außerdem schied aus dem Collegium der Schreiner Phil. Thelen aus Schmithof aus, indem derselbe nach Eilendorf verzog.
Für den seitherigen Schiedsmann Herrn Heinrich Plum, welcher das Amt nicht länger verwalten zu können erklärte, ist die Neuwahl angeordnet.

Die Pfarrgemeinden der Bürgermeisterei betheiligten sich an dem großen Feste, welches anläßlich der Anwesenheit des hochwürdigsten Herrn Bischof Dr. Korum von Trier in Cornelimünster veranstaltet wurde, woselbst derselbe das Sakrament der h. Firmung spendete.

An Stelle des Lehrers Jansen zu Hahn wurde der Lehrer Wilhelm Veit aus Trier ernannt. Außerdem trat eine wesentliche Aenderung in der Schule zu Hahn dadurch ein, daß eine zweite Schulklasse errichtet wurde, für welche von der kgl. Regierung die Lehrerin @ Louis ernannt wurde. Ebenfalls erfuhr die Schule in Oberforstbach eine Veränderung, indem an Stelle des nach Brand versetzten Lehrers Küppenbender der Lehrer Wilhelm Löhrer aus Huppenbroich ernannt wurde.

Ende Dezember besuchten die Schulen in
Schule Kinder
Walheim 153
Schmithof 71
Hahn 115
Schleckheim 62
Oberforstbach 164
im Ganzen 565

Größere Bauten sind in dem verflossenen Rechnungsjahre nicht ausgeführt worden.
In dem verflossenen Jahre war die Zahl der aus der Armenkasse unterstützten Personen im Vergleich zu den früheren Jahren nicht unbedeutend gestiegen.

In dem unter Walheim gelegenen Cornelimünster Gemeindewalde war am 2/4 1886 ein großer Brand ausgebrochen, an dessen Bewältigung viele Einwohner von Hahn und Kitzenhaus sich in hervorragender Weise betheiligten.
Im Laufe des Etatsjahres 1886/87 sind Veränderungen in der Substanz des Gemeinde Grund Vermögens insofern vorgekommen, als durch die erforderliche Erbreiterung des Feuer Schutz Streifens im Gemein-dewalde eine Fläche von 1,70 h des Waldes abgetreten werden mußte.
Sobald die Abgrenzung der Bahnlinie definitiv stattgefunden, sollen die Trennstücke, welche die Gemeinde übernehmen mußte, veräußert werden.
Die der Gemeinde im sogenannten Prälaten-Distrikt zustehende Waldweidegerechtsame, welche vor dem Bau der Bahnlinie Rothe Erde-Montjoie kaum noch ausgeübt wurde, und nach dem Ausbau nicht mehr ausgeübt werden konnte, wurde durch notariellen Vertrag mit dem Besitzer des Waldes, den Erben Landvoigt für die Summe von 2500 Mark abgelöst.

Im verflossenen Rechnungsjahre sind die laut Schulden Tilgungsplan abzutragenden Schuldenquoten nebst Zinsen im Betrage von ad 1. Mk 2500 ad 2. M 1923 getilgt worden.
Die Gesammtschuld, welche bis zum Jahre 1901 getilgt sein wird, beläuft sich auf Mk Kapital und Mk Zinsen.

Im vorigen Jahre wurde die durch Auflösung der Reichstages nothwendig gewordene Neuwahl eines Reichstagsabgeordneten abgehalten.

Leider ist in diesem Jahre ein Unglücksfall zu verzeichnen, indem der Ackerer H.J. Kratzenberg aus Nütheim von seinem eigenen Fuhrwerk überfahren wurde und sofort todt blieb.
Kurze Zeit grassirte unter den Schweinen eine seuchenartige Krankheit, durch welche mancher Einwohner einen harten Verlust erlitten hat. Die Krankheit hörte indessen auf, nachdem die Einfuhr von Schweinen aus Belgien eingestellt worden war.


Walheim den 1.März 1887, der Bürgermeister, Frhr v Brachel



1887

Bevölkerung
1887 m w
Population 3018
Geburten 47 43 0 unehelich
Todesfälle 29 32 0 über 90
Trauungen 20
geimpfte Kinder
Liniendienst
Elementarschüler
Viehbestand
Viehstand Stück
Pferde
Rindvieh
Schafe
Ziegen
Schweine
Acker Erzeugnisse
Acker Erzeugnissehektarenhektoliter pro hektarePreis pro hektoliter
Weitzen
Roggen
Gerste
Hafer
Spelz
Buchweizen
Rübsaamen
Kartoffeln
Preise
PREISE MPfgpro
Heu 50kg
Stroh 50kg
Leinsaamen Hektoliter
Flachs Stein
Butter Kilogramm
Käse Kilogramm
Landwolle Kilogramm
Ackerland Hektare
gut
mittelmäßig
schlecht
Wiesen- und Weideland
gut
mittelmäßig
schlecht

Die Seelenzahl betrug bei der am 1.Dezember 1885 abgehaltenen allgemeinen Volkszählung 2982, diejenige bei der Aufnahme der Bevölkerung zur Anlegung der Steuerrolle 3018, so daß ein Zuwachs seit vorgenanntem Termin von36 Seelen zu verzeichnen ist.
Auf die einzelnen Religionsbekenntnisse vertheilen sich dieselben, wie folgt:
Es gehören zur katholischen Religion 3015 Personen, evangelischen-, jüdischen-, Summa 3018 Personen.
Im Jahre 1887 betrug die Zahl der Geburten: männliche 47 Kinder, weibliche 43, Sa. 90 Kinder.
Die Anzahl der Todesfälle beziffert auf männliche 29 Personen, weibliche 32, 61 Personen, so daß die Zahl der Geburten diejenige der Todesfälle um 29 übersteigt.
In dem gleichen Zeitraum fanden 20 Eheschließungen statt.

In dem verflossenen Jahre 1887 fanden die regelmäßigen Ergänzungs und Ersatzwahlen zum Gemeinderathe statt. Einige der ausscheidenden Mitglieder wurden wiedergewählt. Neu gewählt wurden die Herren Palm August, Löhr August, Rotheut Cornelius, Kauhsen Wilhelm, Scholl Franz u. der 1.Beigeordnete Herrn Hansen, welche nach erfolgter Genehmigung der Wahl in der Sitzung des Gemeinderaths vom 4.Januar @ eingeführt wurden.
Die vom Gemeinderathe gethätigte Wahl eines Gemeindevorstehers und dessen Stellvertreters, welche auf die Herren Carl Stickelmann resp. Hubert Siemons fiel, hat ebenfalls die Bestätigung gefunden und sind die beiden Herren für die sechsjährige Amtsperiode beginnend mit dem 1.Januar @ vorschriftsmäßig in ihr Amt eingeführt worden.
Für den seitherigen Schiedsmann Herrn Heinrich Plum aus Hahn, welcher das Amt niederlegte, wurde Herr Klein aus Walheim in Vorschlag gebracht, ernannt und vereidet. Die Uebergabe der Bücher p.p. hat vorschriftsmäßig stattgefunden.

Unter den Herren Geistlichen und Schullehrern ist, in diesem Jahre keine Veränderung eingetreten.
Zu bemerken wäre nur, daß für die Local Schulinspektion der Schule zu Schleckheim, welche dem Herrn Pfarrvikar Hochhausen, welcher als Pfarrer nach Eynatten versetzt ist, übertragen war, der unterzeichnete Berichterstatter ernannt worden ist.
Neubauten oder größere Reparaturbauten sind in dem abgelaufenen Jahre nicht auszuführen gewesen.

Wiederum hat die Armenverwaltung im Vergleich zu früheren Jahren bedeutende Mehrausgaben machen müssen, welche größtentheils darauf berufen, daß mittellose Leute in Hospitäler oder, in der Irrenanstalt untergebracht werden mußten.
An Stelle des von Cornelimünster verzogenen seitherigen Armenarztes Dr. med. Wachendorf wurde Herr Dr. med. Scheen zu Cornelimünster gewählt.
In der Substanz des Gemeinde Vermögens wird in dem laufenden Etatsjahr dadurch eine Veränderung eintreten, daß die Genehmigung zum Verkauf des Eicherheidchens ertheilt worden ist. Da der Verkauf indessen noch nicht stattgefunden hat, so konnte eine Eintragung resp. Berichtigung im Lagerbuch noch nicht vorgenommen werden.
Nachdem die Bahnlinie Rothe Erde-Montjoie nunmehr definitiv ausgesteint worden, so daß die Eintragungen in die Kataster Documente gemacht werden können, steht nichts mehr im Wege, daß die Gemeinde die Veräußerung der übrig gebliebenen Reststücke beantrage.
Die im Etatsjahr 1887/88 zu tilgenden Schulden beziffern sich auf M 2500 Kapital und M 1815,5 Zinsen gegen M 2600 Kapital und M 1708 Zinsen, welche in dem nächsten Etatsjahr abzutragen sind. Im Ganzen beläuft sich die Gesammtschuld incl. Zinsen auf M 47861, welche laut Schuldentilgungsplan bis zum Jahre 1901 getilgt werden.
Die Gemeinde Umlage, welche pro 1887/88 auf 149% der Grund Gebäude und Gemeinde Einkommensteuer festgestellt werden mußte, wird für das kommende Etatsjahr auf 142% fallen.
In diesem Jahre waren bei Gelegenheit der Herbstübungen der Truppentheile einzelne Compagnien u. Batterien bei den Einwohnern der Ortschaften Walheim, Schmithof, Oberforstbach, Nütheim und Schleckheim einquartirt. Dadurch, daß die Gemeinde für die Quartirgeber einen Zuschuß gewährt, war letzterer die Möglichkeit gegeben für die untergebrachten Soldaten bestens sorgen zu können, was auch geschehen ist und von dem Befehlshaber der Truppen lobend anerkannt worden ist.
Auch in dem abgelaufenen Jahre sind wieder einige Unfälle zu verzeichnen. Am 22/3 87 verunglückte auf dem Eisenbahn Uebergange bei Schmithof der Bäcker Schumacher aus Raeren. Bei Gelegenheit der Walheimer Kirmes zog sich der Tagelöhner Johann Prost aus Walheim beim Abfeuern der Böller derartige Verletzungen zu, daß er nach wenigen Augenblicken starb, und in Aachen stürzte der Handlanger Johann Schornstein bei einem Neubau so unpünktlich vom Gerüst, daß derselbe auch bald nachher verschied.
Unter den Kindern herrschte im abgelaufenen Jahre die Masern so stark, daß die Schulen zu Oberforstbach, Schmithof, Walheim u. Hahn auf 4 Wochen geschlossen werden mußten.


Walheim den 30.Januar 1888, der Bürgermeister, Frhr v Brachel



1888



1889

Bevölkerung
1889 m w
Population
Geburten
Todesfälle
Trauungen
geimpfte Kinder
Liniendienst
Elementarschüler
Viehbestand
Viehstand Stück
Pferde
Rindvieh
Schaafe
Ziegen
Schweine
Acker Erzeugnisse
Acker Erzeugnissehektarenhektoliter pro hektarePreis pro hektoliter
Weitzen
Roggen
Gerste
Hafer
Spelz
Buchweizen
Rübsaamen
Kartoffeln
Preise
PREISE MPfgpro
Heu 50kg
Stroh 50kg
Leinsaamen Hektoliter
Flachs Stein
Butter Kilogramm
Käse Kilogramm
Landwolle Kilogramm
Ackerland Hektare
gut
mittelmäßig
schlecht
Wiesen- und Weideland
gut
mittelmäßig
schlecht

Bei der am 1.Dezember des 1885 abgehaltenen allgemeinen Volkszählung betrug die Zahl der Einwohner des hiesigen Bezirks 2982; nach Maßgabe der Bevölkerungs Aufnahme bei der diesjährigen Klassensteuer Veranlagung sind vorhanden 3078 Seelen, so daß in den verflossenen 4 Jahren ein Zuwachs von 96 Seelen zu verzeichnen ist.
Zu den einzelnen Religionsbekenntnissen gehören:
a. zur katholischen Religion 3071 Personen
b. zur evangelischen 7"
Sa. 3078"
Im abgelaufenen Kalenderjahr betrug die Zahl der Geburten 102.
Hiervon waren 41 männliche, 61 weibliche, Sa. 102
Die Zahl der Verstorbenen betrug in demselben Zeitraum 56;
Hiervon waren 28 männliche, 27 weibliche, Sa. 56 und unter diesen befanden sich 4 männliche und 2 weibliche Totgeburten, so daß die Zahl der Geborenen diejenige der Verstorbenen um 46 übersteigt.
Eheschließungen fanden im Jahre 1889 17 statt.

Unter die Beamten der Gemeinde und den Gemeindeverordneten ist keine Aenderung vorgekommen.
Bei der in diesem Jahre vorzunehmenden Neuwahl zum Gemeinderat wird sich die Zahl der Gemeindeverordneten von 12 auf 18 erhöhen in Anbetracht der Zunahme der Bevölkerung.
Die regelmäßigen Neuwahlen der Schulvorstände haben stattgefunden. In jüngster Zeit ist die Versetzung des Herrn Pastor Hoegel von Hahn, woselbst derselbe während 18 Jahren in jeder Hinsicht in der segensreichsten Weise gewirkt, nach Kuckhoven im Kreise Erkelenz bekannt geworden. Seine Thätigkeit als Mitglied des Armenvorstandes und namentlich als Localschulinspector, sowie seine rege Teilnahme an allen Instituten, die Allgemeine Wahl betrafen, sichern ihm auch über die Grenze seines Pfarrbezirks hinaus ein dauerndes ehrenvolles Andenken.
Auch in dem Orte Oberforstbach, welcher zum Pfarrbezirk Cornelimünster gehört ist ein Wechsel in der Person des dort seit längeren Jahren an der Kapelle angestellten Rectors eingetreten, indem der seitherige Rector Grohsimlinghaus, welcher ebenfalls Local-Schulinspector und Mitglied des Armenvorstandes war versetzt und an seiner Stelle Herr Vikar Winkels aus Lontzen ernannt wurde. Die Localschulinspection wurde von der königl. Regierung dem Herrn Pastor Miehsen in Cornelimünster übertragen.
Der seitherige Lehrer an der zweiklassigen Schule in Hahn, Herr Veith wurde an die Elementarschule zu Burtscheid berufen und an seine Stelle der Lehrer Kamps aus Lamersdorf versetzt.
Für den zur Central Turnanstalt nach Berlin abkommandirten Lehrer Nellen wurde als Vertreter der Schulamtskandidat Hermandung aus Aachen ernannt.
Vor kurzem erfolgte die definitive Ernennung des seit lang commissarisch angestellten Lehrers Löhrer in Oberforstbach.

Bis vor einigen Wochen war der Gesundheitszustand im Allgemeinen und auch in den Schulen ein guter zu nennen; kürzlich mußte aber wegen Erkrankung einiger Lehrpersonen und einer großen Anzahl von Schulkindern die sämtlichen Schulen auf die Dauer von zehn Tagen geschlossen werden.
In diesem Etatsjahre war die Gemeinde gezwungen mehrfache Reparaturen und Verbesserungen an dem in baulicher Beziehung höchst mangelhaften Forsthause vorzunehmen. Desgleichen mußten einige unaufschiebbare umfangreiche Reparaturen an Brücken, namentlich an der gemeinschaftlichen Brücke an dem Wege nach Rott vorgenommen werden.

An Stelle des aus dem Armenvorstande ausgeschiedenen Rector Grohsimlinghaus von Oberforstbach wurde Herr Siemons Joh. Wilh. vom Gemeinderathe gewählt und hat die Funktion bereits übernommen.
Für den in Kürze von hier verziehenden Herrn Pastor Hoegel hat eine Neuwahl noch nicht stattgefunden.
Auch in diesem Jahre ist wieder eine bedeutende Inanspruchnahme der öffentlichen Armenunterstützung zu verzeichnen sind wenn man der Sache auf den Grund geht, so muß computirt werden, daß in den meisten Fällen solche Leute unterstützungsbedürftig sind, welche früher in besseren Verhältnissen gelebt haben und durch die heutzutage Ueberhandnehmenden Genußsucht soweit gekommen sind, daß sie der Armenpflege anheimfallen. Die ganze Ausdehnung des Bürgermeisterbezirks die vermehrte Inanspruchnahme der Beamten, sowie die damit in notwendigem Zusammenhange stehende vermehrte Arbeitslast des Polizeidieners, ließ es als eine unabweisbare Notwendigkeit erscheinen, in dem neuen Etat auf die Anstellung eines zweiten Polizeidieners Bedacht zu nehmen. Die Einteilung des Ganzen Bezirk müßte dann in der Weise erfolgen, daß dem einen die Ortschaften Walheim, Schmithof, Hahn und Friesenrath und dem zweiten die Orte Oberforstbach, Eich, Nütheim und Schleckheim zugewiesen würden.
Vielfach sind in dem verflossenen Jahre Bestrafungen von jungen Burschen wegen groben Unfugs, Körperverletzung p.p. vorgekommen, welche fast insgesammt darauf zurückzuführen sind, daß der Sinn für Häuslichkeit im Schwinden begriffen und daß das Wirthshausleben und die Vergnügungssucht an ihre Stelle getreten sind.

In den letzten Wochen wurden die beiden Ortschaften Nütheim und Schleckheim durch verschiedene Einbrüche bei Nacht in nicht geringe Aufregung versetzt. Wie immer, so wurde auch in diesen Fällen die Polizeibehörde erst mehrere Tage nach geschaffener That eine Anzeige erstattet, so daß eine erfolgversprechende Untersuchung kaum stattfinden konnte. Indessen ist es am 14. @ dennoch gelungen den Thäter dingfest zu machen, einen 18 jährigen übel beleumundeten jungen Burschen aus Cornelimünster, welcher sein Versteck in einem Heuspeicher in Schleckheim hatte, woselbst er und fast alle gestohlenen Gegenstände aufgefunden wurden.
Nachdem es vor kurzem noch den Anschein hatte, daß die Gemeinde endlich Gelegenheit gegeben werde, ihre im Walheimer Walde gelegene Concession auf Eisenstein zu verwerten, indem die Gemeinde Behörde mit einem Pachtinhaber in Verbindung getreten war, scheinen sich jetzt wegen der schwierigen Abfuhrverhältnisse die Verhandlungen zu zerschlagen. Von dem Gemeindeeigentum sind mit Genehmigung des Kreis Ausschusses durch Act von Notar Giesen vom 30.Oktober 1889:
1. ein Wegeabspliß in Oberforstbach
2. eine Weidefläche auf der Kuhheide
3. dergl. auf dem Hahner Hussenbruch
4. eine Wiesenparzelle auf dem Hasselt.
Die im Etatsjahr 1889/90 zu tilgende Schuld nebst Zinsen betrug 2700 M. resp. 1596 M., im Ganzen 4296 M.
Überhaupt beläuft sich die in das Jahr 1900/01 noch zu tilgende Schuld auf 39552 M. Eine Erhöhung dieser Schuldenlast steht der Gemeinde noch aus dem Grunde bevor, weil der Bau einer neuen Schule in Hahn zur Notwendigkeit geworden ist.
Gegen früher ist ein Rückgang der steuerzahlenden Kräfte zu verzeichnen; nach Maßgabe der letzten Einschätzung ist in dem hiesigen Gemeindebezirk kein einziger Einkommensteuerpflichtiger und, Niemand, welcher in der 11 oder 12 Stufe steuerte. Aus diesem Grunde sowie in Folge des höchst ungünstig abgelaufenen diesjährigen großen Holzverkäufe ist eine Erhöhung der Beischläge unabwendbar geworden.
Während dieselben im laufenden Etatsjahr 163% betrugen mußten dieselben für das Etatsjahr 1890/91 auf 183% erhöht werden.

Nachdem kaum ein Jahr verflossen, seitdem das Herrscherhaus und mit ihm das ganze Land in tiefe Trauer versetzt worden ist durch den Tod der beiden ersten deutschen Kaiser, ist nunmehr wiederum eine Trauerbotschaft eingetroffen, daß nämlich die Gemahlin des hochseligen Kaisers Wilhelm I. Ihre Majestät die Kaiserin Wittwe Augusta, am 7.v.Mts. verschieden ist.
Mit dem Herrscherhause trauert wiederum ganz Deutschland, es trauert um seine erste Kaiserin und um die Landesmutter, welchen ehrenden Namen allerhöchstdieselbe im vollsten Maaße verdiente.

Walheim, den 10. Dezember 1890, der Bürgermeister, Frhr v Brachel




1890

Bevölkerung
1890 m w
Population
Geburten 46 41
Todesfälle 34 34
Trauungen 17
geimpfte Kinder
Liniendienst
Elementarschüler
Viehbestand
Viehstand Stück
Pferde
Rindvieh
Schaafe
Ziegen
Schweine
Acker Erzeugnisse
Acker Erzeugnissehektarenhektoliter pro hektarePreis pro hektoliter
Weitzen
Roggen
Gerste
Hafer
Spelz
Buchweizen
Rübsaamen
Kartoffeln
Preise
PREISE MPfgpro
Heu 50kg
Stroh 50kg
Leinsaamen Hektoliter
Flachs Stein
Butter Kilogramm
Käse Kilogramm
Landwolle Kilogramm
Ackerland Hektare
gut
mittelmäßig
schlecht
Wiesen- und Weideland
gut
mittelmäßig
schlecht

Bei der am 1. Dezember des Jahres 1885 abgehaltenen allgemeinen Volkszählung belief sich die Zahl der Einwohner der Gemeinde auf 2982 Seelen.
Dieselbe betrug nach dem Resultat der Zählung am 1.12.90 3087 Seelen so daß also in dem fünfjährigen Zeitraum eine Zunahme von 105 Seelen zu verzeichnen ist.
Die Bevölkerung gehört zum weitaus größten Teil zur katholischen Religion und befinden sich unter denselben nur 3 protestantische Familien mit 10 Personen.
Im Jahre 1890 betrug die Zahl der Geburten 87 gegen 102 im vorhergehenden Jahre. Von diesen sind 46 männlichen und 41 weiblichen Geschlechts. Dazu kommen noch sechs Totgeburten. Die Zahl der Verstorbenen in demselben Jahre beträgt 68, hiervon sind 34 männliche Personen und 34 weibliche.
Unter berücksichtigung des Umstandes, daß von den Verstorbenen 2 Fremde unbekannte Leute gewesen, ergibt sich ein Überschuß der Geburten über die Todesfälle von 11.
In demselben Zeitraum fanden 17 Eheschließungen statt.

Nachdem die Amtsperiode des als erster Beigeordneter fungierender Herr Ganser aus Walheim im vorigen Jahre abgelaufen, wurde derselbe von dem Gemeinderate einstimmig für eine ferner sechsjährige Amtsperiode in Vorschlag gebracht und hat, da die Wiederernennung desselben erfolgt ist, seine Einführung stattgefunden.
Eine wesentliche Veränderung ist insofern zu verzeichnen als auch der Copfzahl der Gemeinde Eingesessenen nicht mehr 12 sondern 18 Gemeindeverordnete zu wählen waren. Die Wahl hat im v. J. nach Maßgabe der von dem Kreis Ausschusse festgesetzten worden Einteilung der Gemeindebezirke und eine den gesetzlichen Bestimmungen stattgefunden, so daß Gemeinderat dieselben als gültige bezeichnen konnte. Die Bürgermeisterei Walheim hat somit vom Beginn des Jahres 1891 ab 18 Gemeindeverordnete.
Nachdem der Polizeidiener Anton Krott aus Walheim sein Amt niedergelegt, wurde vom Gemeinderat der Jagdhüter Wilhelm Herold aus Ruhrich zum Polizeidiener gewählt und auch bestätigt.
Für die Polizeidiener, die Wegewärter und die von der Gemeindebeschäftigten Wege und Waldarbeiter ist mit dem 1.Januar l. J. die Alters und Invaliditäts-Versicherung in Kraft getreten und sind dieselben den gesetzlichen Bestimmungen entsprechend in die III Lohnklasse versichert worden.

Für die Gemeinden hat die Invaliditäts und Altersversicherung welche eine sehr verschiedene Beurteilung gefunden hat, eine nicht zu unterschätzende Bedeutung, denn es muß mit der Reihe der Jahre der Fall eintreten, daß der Armen Etat durch diese Einrichtung eine ganz wesentliche Erleichterung erfährt.
Die Pfarreien und das Rektorat Oberforstbach hatte im verflossenen Jahre die Ehre des Besuches Sr. Bischöfl. Gnaden, des hochwürdigsten Herrn Weihbischofs Dr. Fischer aus Köln der Empfang, welcher dem hohen Herrn überall zu Teil wurde, war ein überaus glänzender und hat den hohen Herrn wiederholt veranlaßt, seinen Dank für denselben auszusprechen.
Der an Stelle des Herrn Rektor Grohsimlinghaus nach Oberforstbach versetzten Herrn Vikar Winkels aus Contzen sollte nicht lange seines neuen Amtes walten. Nach kurzer Krankheit erstarb derselbe kurz nach seinem Eintreffen und wurde an seine Stelle Herr Vicar Cleudt aus Waldfeucht ernannt.
Der zweite Lehrer an der Volksschule zu Oberforstbach Löhrer wurde nach Burtscheid bersetzt und ist für seine Stelle der Lehrer Wilhelm Tselg ernannt worden.
Der Umstand, daß die Schülerzahl in Oberforstbach so bedeutend gestiegen ist, daß die Errichtung einer dritten Schulklasse notwendig wurde, ließ in Anbetracht der Thatsache, daß die Erteilung des Unterrichts in den weiblichen Handarbeiten noch vieles zu wünschen übrig ließ, den Schulvorstand zu dem Entschluss kommen den Antrag zu stellen eine Lehrerin für Oberforstbach einzustellen.
Mit der genannten Einrichtung sind einige bauliche Änderungen erforderlich, indem aus der einen Lehrerwohnung der dritte Schulsal hergerichtet werden soll.
Für Schleckheim, woselbst größere bauliche Reparaturen notwendig geworden ist die Errichtung einer Lehrerwohnung durch Anbau an die alte Schule bereits beschlossen worden.
Dazu kommt noch die Notwendigkeit, daß in Hahn eine neue Schule gebaut werden muß, weil im Jahre 1892 der Vertrag bezüglich des gemieteten Hauses abläuft und eine Erneuerung desselben in Anbetracht des schlechten baulichen Zustandes des Hauses nicht wünschenswert erscheinen kann.
Die hierdurch der Gemeinde erwachsenden Kosten sind sehr bedeutende und zwar so groß, daß dieselben unmöglich durch die Umlage aufgebracht werden können, sondern im Wege der Anleihe gedeckt werden müssen.
Für die Lehrpersonen ist insofern eine wesentliche Besserung ihres Gehaltsverhältnisse eingetreten, als denselben je nach der Länge der Dienstzeit Alterszulage gezahlt werden, welche für den Lahrer Hütten 400, den Lehrer Vohsen 300 und den Lehrer Vieth 100 Mark betragen. Außerdem wurde für die beiden Lehrerstellen in Walheim, unter der Bedingung jederzeitigen Widerrufs Beträge von 200 resp. 100 Mark von der kgl. Regierung gewährt.
Außer den bereits im Vorstehenden erwähnten in Angriff genommen oder noch zu beginnenden Bauten ist noch besonders hervorzuheben der Ausbau des Communalweges von Nütheim nach C.Münster, zu welchem Zwecke ein Zuschuß aus der Kreiskasse gesichert ist. Ferner die notwendig gewordene Neulegung der Brücke bei der Königsmühle, zu welcher ebenfalls ein Zuschuß aus der Kreiskasse in Aussicht gestellt ist.
An Stelle des von Hahn versetzten Herrn Pastor Holzel wurde das Mitglied des Gemeinderats Herr Aug. Löhr aus Hahn in den Armenvorstand gewählt. Die Mittel, welche die Gemeinde zur Verpflegung von armen Gemeindezugehörigen aufwenden mußte, sind wiederum sehr bedeutend gewesen, namentlich bilden die Ausgaben für Hospital, Kranken und Irrsinnige einen ganz bedeutenden Teil der Gesammtausgaben der Gemeinde. Die hiesige Armenkasse mußte die Fürsorge für eine im Orte Walheim aufgegriffene, irrsinnige ältere männliche Person übernehmen du dieselbe in Düren unterbringen. Alle Bemühungen etwas Näheres über die Person zu erfahren, selbst die Insertion in dem öffentlichen Anzeiger sind erfolglos geblieben, und ist doch alle nochmals der Antrag an den Herrn Landesdirektor eingereicht worden, die Landarmen qualität der qu. Person anzuerkennen.

In dem verflossenen Jahr fand die technische Revision der Maaße und Gewichte statt und mußten, trotzdem die Revision rechtzeitig bekannt gemacht worden, so daß Mängel sehr leicht hätten abgestellt werden können, eine überaus große Anzahl von Gewichten und Maaßen beschlagnahmt und die Besitzer derselben bestraft werden.

Am 10.8. v. J. wurden die Gebäulichkeiten des Tournay Carl Ludw. und Koch Lambert aus Hahn, welche durch einen Blitzstrahl …tz angezündet worden, bis auf die Umfassungsmauer zerstört. Auch in Oberforstbach wurde die Behausung des Spechhansen Aug. durch den Blitz in Brand gesteckt und fast ganz zerstört.
Bei dieser Gelegenheit kann ich der Gemeindevertretung die erfreuliche Mitteilung machen, daß zu dem Fonds von 500 Mark, welchen die Gemeinde zur Beschaffung einer guten neuen Feuerspritze auf meinen Vorschlag angesammelt hat, durch ein von mir beantragtes Geschenk des Herrn Landesdirektors im Betrage von 600 Mark uns die Möglichkeit gegeben worden ist, sofort die Beschaffung einer nach den neuesten Erfahrungen construirten Feuerspritze vorzunehmen. Dieserhalb habe ich bereits die nötigen Schritte bei dem bekannten Brandspritzenfabrikanten Bedonie in Aachen gethan und wird die Spritze in einigen Monaten fertig sein.
Derselbe jugendliche Einbrecher, welcher im vorletzten Jahr ertappt und mit 9 Monaten Gefängnis bestraft wurde, beging am Tage nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis, in demselben Hause wie vordem einen Einbruchdiebstahl, wurde endlich wieder aufgegriffen und kürzlich mit 2 Jahren Zuchthaus und 5 Jahren Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt.
Die Zahl der Unglücksfälle war eine verhältnismäßig hohe. Zunächst verunglückte das kleine Kind des Verwalter Kerres zu Schmithof, indem derselbe in den stark angeschwollenen Bach stürzte und später in demselben als Leiche aufgefunden wurde.
In der Nütheimerhecke wurde von einem zufällig in diese kleine Waldparzelle eintretenden Mann ein großer unbekannter Mensch erhängt vorgefunden. Die sofort eingeleitete Untersuchung und die spätere Recherchen konnten, da die betreffende Person keinerlei Papiere p.p. bei sich hatte, über die Persönlichkeit nichts Näheres feststellen, dieses war auch um so schwieriger, weil die Leiche, die bereits ca. einen Monat dort gehangen, sehr stark in Verwesung übergegangen war.
Eine andere hier vollständig unbekannte Person wurde am 26.10. v. Js auf dem Bahnkörper bei dem Übergang am alten Wege nach Münsterbildchen verstümmelt vorgefunden. Der Zug hatte demselben den ganzen Schädel und einen Unterschenkel abgetrennt. Auch in diesem Fall ist bisheran nichts bekannt geworden, was zur Rekogniszirung des Betreffenden hätte beitragen können.
In dem Orte Schleckheim hatte das Kind Math. Jos. Steffens das Unglück in einen Kessel mit kochendem Wasser zu fallen und waren die Brandwunden derartig schwer, daß dasselbe nach mehrtägigem großen Schmerz durch den Tod von seinem Leiden erlöst wurde.
In dem Bestand des Gemeindevermögens ist insofern eine Wendung zum Besseren eingetreten, als der Ertrag des Waldes, welch letzterer die Haupteinnahmequelle der Gemeinde bildet, gegen die Vorjahre, wo derselbe stets bedeutend hinter dem auf Grund der Holzfällungspläne erwarteten Erlös zurückblieb, im letzten Jahr 3.000 Mark mehr ergab.
Die Schuld, welche die Gemeinde bis zum Jahre 1901 zu tilgen hat, beziffert sich, nach dem im laufenden Etatsjahr 2.700 M. Kapital und 1.479,50 Mk Zinsen abgetragen worden sind, noch auf die Summe von 39.085,50, in welcher 7.686,50 Zinsen enthalten sind, so daß die eigentliche Schuldsumme noch 31.394 Mark beträgt.
Wie bereits hervorgehoben wird diese Summe aber eine Steigerung erfahren müssen, die die Kosten der erwähnten Schulbauten unmöglich durch die Umlage aufgebracht werden können.
Durch die auf Grund einer Verfügung der königl. Reg. Vom 7.6. v. J. durchgeführte Einschätzung pro 1891/92, wonach alle diejenigen Familienangehörigen, welche durch eignen Verdienst ein solches Einkommen haben, daß angenommen werden muß, daß dieselben sich selbstständig zu ernähren im Stande sind, besonders d.h. getrennt von dem Haushaltungsvorstand zu veranlagen sind, wird für die Gemeinden aller Wahrscheinlichkeit nach ein nicht unbedeutender Ausfall an Gemeindesteuer entstehen. Die Umlage, welche im Jahr 1890/91 183% betrug, wird für den Zeitraum pro 1891/92 auf 182% festzustellen sein.

Am 1.Dezemb. v. J. fand wiederum eine allgemeine Volkszählung statt, dem Resultat, soweit dasselbe dies seits festgestellt worden, folgendes ist.
Die Zahl der an genanntem Tage anwesend und wohnhaft gewesenen Leute betrug 1500 männliche und 1586 weibliche im Ganzen 3087 Personen, zu welchen noch 7 vorübergehend abwesende Personen hinzu zurechnen wären.
Ein für die größtenteils Ackerbau treibende Bevölkerung sehr wichtiges Gesetz ist dasjenige über die Bullenhaltung in der Rheinprovinz. Nachdem nämlich bereits in anderen Provinzen in ähnlicher Weise mit großem Erfolg vorgegangen ist, wurde auch hier unsere Provinz gesetzlich festgestellt, daß an Stelle der seither recht viel zu wünschen übrig lassenden Zuchtstiere nur solch fernerhin angekört werden dürfen, welche in jeder Beziehung den an gute Zuchtstiere zu stellenden Anforderungen entsprechen.

Der letzte Winter, welcher in einer bisher noch nicht dagewesenen Schärfe eintrat, hat die Saaten aller Wahrscheinlichkeit nach vollständig vernichtet. Denn seit dem 23. Novemb. V.J. haben wir bis in die jüngsten Tage hinein ununterbrochen Frostwetter gehabt, und sank die Temperatur stellenweise sogar bis zu 16°R. Der Umstand, daß grad bei der größten Kälte keine schützende Schneedecke vorhanden war, läßt nur noch eine sehr geringe Hoffnung auf einen in etwa ergiebige Ernte übrig.

Durch den Bahnbau, welcher nunmehr seit einigen Jahren vollendet ist, und für welchen die Gemeinde ganz bedeutende Opfer gebracht hat, scheint sich allmählich ein Aufschwung in der Industrie bemerkbar zu machen. Steinbrüche und Kalköfen, die bisheran außer Betrieb gesetzt waren, sind wieder in Angriff genommen und wurden auch mehrere Kalköfen neu gebaut, unter diesen ein sehr umfangreicher ganz in der Nähe des Bahnhofs.

Walheim, den 30.April 1891, Der Bürgermeister, Von Brachel


Bedienhinweise

1. Randnotizen

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2. Verweis auf einen Nachtrag

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5. Statistik Tabellen

In den Bänden 1-4 ist jedem Jahr eine Statistik vorangestellt. Diese enthält Angaben zum Personenstand, Viehbestand, Äcker und Wiesen sowie Warenpreise.
Diese 4 Tabellen sind zunächst zugeklappt. Auf und Zuklappen ist einzeln möglich durch anklicken des grünen Rechtecks, oder aller Tabellen durch anklicken der Fläche TABELLEN am oberen rechten Rand der Webseite.

Bevölkerung
Jahr mw
Population
Geburten
Todesfälle
Trauungen
geimpfte Kinder
Liniendienst
Elementarschüler
Viehbestand
Viehstand Stück
Pferde
Rindvieh
Schaafe
Ziegen
Schweine
Acker Erzeugnisse
Acker Erzeugnissehektarenkilogramm pro hektarePreis pro hektoliter
Weitzen
Roggen
Gerste
Hafer
Spelz
Buchweizen
Rübsaamen
Kartoffeln
Preise
PREISE
Heu
Stroh
Leinsaamen
Flachs
Butter
Brot
Landwolle
Ackerland
gut
mittelmäßig
schlecht
Wiesen- und Weideland
gut
mittelmäßig
schlecht



Hilfreiche Informationen


Radermacher Jacob 1825 1837
Kalff 1838 1840.02.21
Giesen Egidius 1840.02.21 1855.06.16
Giesen Ludwig 1855.11 1863.11
Macanet Eugen 1863.11.25 1866.10.12
Lohausen August 1866.11
Krekels Josef 1867.01.01 1871.05.09
Hochstenbach Josef 1871.07.18 1884.06.01
Frhr.v.Brachel Theodor 1884.07.19 1898.01.05
Esser Gustav 1898.04.06 1919.11.01
Hansen Nikolaus 1919.11.13 1931.12.15
Lichterfeld Paul 1931.12.16 1944.09.13
Hüpgens Leonhard 1944.09.14 1945.10
Siemons Karl 1946 1948
Meyer Johan 1948.10.26

Geistliche
Niessen Benedict 1794
Leers Alexander Franz 1804 1819.09.27
Keutmann Wilhelm 1819 1821
Goebbels Franz Anton 1821 1848
Küfen Wilhelm Joseph 1848.05.11 1876.09.14
Miessen Mathias 1888 1897.01.05
Unkel Karl 1897 1900
Kleinermans 1900 1919.09.11
Gerson Alfons Maria 1921.01.23 1949.03.01
Windelschmidt Hubert 1949.04.12 1956.11.11

Papst
Pius VI 1775.02.15 1799.08.29
Pius VII 1800.03.14 1823.08.20
Leo XII 1823.08.28 1829.02.10
Pius VIII 1829.04.05 1830.11.30
Gregor XVI 1831.02.02 1846.06.01
Pius IX 1846.06.21 1878.02.07
Leo XIII 1878.03.03 1903.07.20
Pius X 1903.08.04 1914.08.20
Benedikt XV 1914.09.03 1922.01.22
Pius XI 1922.02.12 1939.02.10
Pius XII 1939.03.02 1958.10.09

König,Kaiser
Friedrich Wilhelm II. 1786 1797.11.09
Friedrich Wilhelm III. 1797.11.09 1840.06.07
Friedrich Wilhelm IV. 1840.06.07 1861.01.02
König Wilhelm I. 1861.10.18 1871.01.18
Kaiser Wilhelm I. 1871.01.18 1888.03.09
Friedrich III. 1888.03.09 1888.06.15
Wilhelm II. 1888.06.15 1918.11.09


Maße
Thlr Thaler = 30 Sgr
Sgr Silbergroschen
v. J. vorigen Jahres
@ diesen Jahres
Berliner Scheffel ~55Liter
Magd.Morgen klein ~¼Hektar
Magd.Morgen groß 30 kleine Magd.Morgen.